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Fußball-Kreisklasse : „Der Rückzug war notwendig“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Voßlocher SV will nach Abmeldung bis zum Sommer den Neuanfang wagen und steht damit vor einer Mammut-Aufgabe.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2015 | 16:00 Uhr

Nach den jüngsten Vorfällen hat der Voßlocher SV am vergangenen Mittwoch die Reißleine gezogen und seine Kreisklassen-Fußballmannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb zurückgezogen. Wie berichtet, wurde die Partie beim TSV Seestermüher Marsch II zuvor abgebrochen, nachdem es zu Handgreiflichkeiten zwischen Voßlocher Spielern und einem Zuschauer gekommen war. Ähnliche Vorfälle hatte es bereits beim Gencler-Cup und in Hetlingen gegeben.

Trotz der Ereignisse kam das Ende für viele aus dem Voßlocher Umfeld offensichtlich doch überraschend. Auf die am Donnerstagvormittag auf den Internetseiten des Hamburger Fußball-Verbands (HFV) veröffentlichte Liquidation der absolvierten Spiele angesprochen, zeigte sich Ralf Petersen, seit sieben Jahren VSV-Coach, erstaunt: „Davon habe ich noch nichts gehört, bin allerdings auch schon am Dienstag von meinem Traineramt zurückgetreten“. Dabei habe sein Schritt nicht ausschließlich mit den Entgleisungen seiner Schützlinge zu tun gehabt, diese hätten das Fass letztlich aber zum Überlaufen gebracht: „Da kamen verschiedene Dinge zusammen, die vor allem in meinem privaten Umfeld zu suchen sind“. Allerdings habe er auch das Gefühl gehabt, einige seiner Spieler nicht mehr zu erreichen.

Nicht weniger überrascht vom Rückzug war Ligaobmann Jens Harder. „Ich bin davon ausgegangen, dass man vorher noch einmal mit der Mannschaft spricht“, so Harder. Dies sah der Fußballvorstand anders: „Wir haben noch am Mittwochabend eine E-Mail an den Verband geschickt“, berichtete Fußballchef Werner Brand auf Nachfrage. Brand bedauert, dass einige wenige Akteure den Verein zuletzt so in Verruf gebracht hätten. „Diese Spieler wurden mittlerweile ausgeschlossen“. Auch für Harder die einzig richtige Entscheidung: „So etwas können, wollen und dürfen wir in unseren Reihen nicht dulden. Durch die schon dünne Personaldecke und die Rauswürfe hätten wir in den kommenden Wochen wohl kein spielfähiges Team mehr zusammenbekommen. Der Rückzug der Mannschaft war notwendig, auch wenn durch ihn diejenigen Spieler bestraft wurden, die sich korrekt verhalten haben“.

Bis zum Sommer wolle man nun versuchen, die Mannschaft neu aufzustellen, und dann in der Kreisklasse einen Neuanfang wagen. Für den Verein aus Bokholt-Hanredder eine Mammut-Aufgabe. Immerhin gilt es, neben einem Trainer auch neue Spieler zu akquirieren. Mangels weiterer Mannschaften – zur Zeit nimmt lediglich eine F-Jugend am Spielbetrieb des HFV teil und einige wenige A-Junioren bilden eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Sparrieshoop – ist der Voßlocher SV auf Zuläufe aus anderen Vereinen angewiesen.

Für den VSV wiederholt sich mit dem Rückzug Geschichte: Bereits vor zehn Jahren, im April 2005, musste man sein Ligateam nach Konflikten mit der eigenen Altherrenmannschaft abmelden.

Der Rückzug des Elmshorner Nachbarvereins und der Liquidation der bereits absolvierten Spiele mit Voßlocher Beteiligung hat indes Auswirkungen auf die Tabelle der Kreisklasse 1: Dem TSV Sparrieshoop II werden dabei ebenso drei Punkte abgezogen wie auch dem TuS Appen, dem FC Union Tornesch III und dem TuS Borstel.

Auf der anderen Seite können sich der TSV Holm II, der SV Hörnerkirchen II, die SV Lieth III und der TSV Heist II über die Streichung jeweils zweier Niederlagen freuen.

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