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Handball : Der Pinneberger Bundestrainer

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Frank Hamann betreut den weiblichen Nachwuchs des Deutschen Handballbunds - von Pinneberg aus bereist der Handball-Fachmann die gesamte Republik.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Die Welt von Frank Hamann ist rund. Rund wie ein Handball, der das Leben des Pinnebergers bestimmt. Seit 35 Jahren beschäftigt sich der 40-Jährige Pinneberger mit dieser dynamischen Sportart, die mittlerweile auch für seinen Broterwerb sorgt. Frank Hamann ist als Bundestrainer für den weiblichen Nachwuchs des Deutschen Handballbunds (DHB) verantwortlich.

Seinen bis dato letzten internationalen Einsatz hatte er in diesem Sommer, als er mit der U17-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Polen den zehnten Platz belegte. „Das war sportlich etwas enttäuschend“, gibt Hamann unumwunden zu. Aber diese Platzierung reichte, um die direkte Qualifikation für die nächste Weltmeisterschaft in Mazedonien zu erreichen.
Von Pinneberg aus bereist der Handball-Fachmann die gesamte Republik.

Zusätzlich zu seiner Arbeit mit der Nationalmannschaft kümmert er sich beim DHB als Lehrgangsleiter um die A-Lizenz-Trainer. Eine solche Ausbildung müssen Coaches haben, die in der ersten und zweiten Liga der Männer sowie der Bundesliga der Frauen arbeiten sollen. Teilnehmer an solchen Lehrgängen,die der Diplomsportwissenschaftler leitete, waren Handballgrößen wie Weltmeister Christian Schwarzer oder der ehemalige Welthandballer Daniel Stephan.

Aufgewachsen im Kreis Dithmarschen, machte Frank Hamann als Fünfjähriger unter seinem Trainer und Papa Rudi die ersten Schritte als Handballer. Nach dem Abitur ging es nach Köln. An der Deutschen Sporthochschule studierte er Sportökonomie und Sportmanagement, spielte dazu parallel in der Regionalliga Handball. Als Hamann für sein Studium ein Praktikum absolvieren musste, vermittelte ihn der frühere Ellerbeker Regionalliga-Spieler Martin Hug im Jahr 2003 zu den Frauen der SGH Rosengarten in den Landkreis Harburg. Aus diesem Kontakt entwickelte sich das Engagement zunächst als Co-Trainer und dann als Chefcoach, das Hamann und die Spielerinnen der SGH Rosengarten bis in die zweite Bundesliga führte.

Vertrag beim DHB bis 2016

Nach zwei Jahren im Landkreis Harburg heuerte der Sportwissenschaftler, der mittlerweile in Pinneberg seine neue Heimat gefunden hatte, 2005 als Nachfolger von Christian Fitzek als Landestrainer beim Hamburger Handballverband an. In fünf Jahren leistete er viel Aufbauarbeit mit neuen Stützpunkten in der Hansestadt. „Dabei habe ich viel mit Gunnar Sadewater, dem Jugendkoordinator des HSV Hamburg zusammengearbeitet“, sagt Hamann. So war 2010 der Wechsel als verantwortlicher Jugendcoach zum Bundesligisten und aktuellen Champions-League-Sieger nur folgerichtig. Beim HSV betreute er die D- Jugend und die A-Junioren in der Nachwuchs-Bundesliga. „Es war sehr interessant den ganzen Betrieb bei einem Bundesligisten kennenzulernen“, so der Pinneberger. „Wir haben damals viel für die Nachhaltigkeit getan. Auch der HSV Hamburg hat erkannt, wie wichtig die Nachwuchsarbeit ist.“

Die Kontakte zum DHB rissen aber nie ab und so ergab sich im vergangenen Jahr über die Bekanntschaft zu Maik Nowak (Leistungssportkoordinator weiblicher Nachwuchs) sowie Jens Pfänder (Leistungssportreferent) die Möglichkeit, beim DHB einzusteigen: „Es macht unwahrscheinlich viel Spaß, mit den Jugendlichen zu arbeiten, zu sehen, wie sie sich entwickeln“, sagt Hamann. Dabei denkt er derzeit vor allem an Spielerinnen wie Emily Bölk vom Buxtehuder SV. Die Tochter von Andrea Bölk, Weltmeisterin von 1993, gehört zu den Leistungsträgerinnen in der von Hamann betreuten Nationalmannschaft. Der Traum des Pinnebergers wäre es, wenn eine von ihm geförderte Spielerin bei der Heim-WM 2017 im deutschen Kader stehen würde.

Hamanns Vertrag beim DHB läuft bis zum Sommer 2016. Es gibt Phasen, in denen seine Frau Herdis und Sohn Till (8) komplett auf Ehemann und Papa verzichten müssen. „So wie im August. Da war ich erst als Aushilfs-Co.-Trainer mit der U19 bei der EM in Dänemark, dann zwei Tage zum Wäschewaschen Zuhause und dann bei der EM mit der U17 in Polen.“

Ist er aber in Pinneberg, steht die Familie klar im Vordergrund. Wenn es seine Zeit zulässt, spielt Frank Hamann für das Ü40-Team des Rellinger TV. Oder er begleitet seinen Sohn Till zum Sport. Dann geht es allerdings auf den Fußballplatz, obwohl Frank Hamann die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, dass auch für den Nachwuchs der Handball eines Tages die Sportart Nummer eins sein wird.

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