Fussball-Oberliga Hamburg : Der Mann mit der Fußball-DNA

Verabschiedet sich im Sommer: Nach neuneinhalb Jahren und über 300 Pflichtspielen zieht Trainer Ralf Palapies beim SV Rugenbergen einen Schlussstrich. Dem Fußball bleibt er aber erhalten.
Verabschiedet sich im Sommer: Nach neuneinhalb Jahren und über 300 Pflichtspielen zieht Trainer Ralf Palapies beim SV Rugenbergen einen Schlussstrich. Dem Fußball bleibt er aber erhalten.

Ralf Palapies erklärt, warum er seinen Job als Trainer des SV Rugenbergen im Sommer aufgeben wird.

shz.de von
19. Januar 2018, 16:00 Uhr

Bönningstedt | Egal, wie oft er mit seiner Elf noch das Nachsehen haben wird – seinen Humor wird er so schnell wohl nicht verlieren. „Ich will mit Pieper, Woike und Henke eine Skatrunde gründen“, flachst Ralf Palapies, angesprochen auf seinen bevorstehenden Abschied von den Fußballern des SV Rugenbergen.

Vor dem 47-Jährigen hatten unter anderem mit Frank Pieper-von Valtier (Barmbek-Uhlenhorst), Christian Woike (Condor) und Torsten Henke (Curslack-N’gamme) gleich drei Trainer-Kollegen aus der Oberliga angekündigt, ihre über viele Jahre ausgeübten Ämter nach der Saison niederzulegen.

Neun Jahre Trainer in Bönningstedt

Für Palapies, der im Januar 2009 beim SVR übernommen und seither über 300 Mal an der Seitenlinie gestanden hat, waren dabei nicht etwa berufliche oder private Gründe ausschlaggebend. „Es ist an der Zeit, neue Reize für die Mannschaft zu setzen“, begründet der Trainer seine Entscheidung.

„Ein Dennis von Bastian, den ich schon in Egenbüttel trainiert habe, spielt jetzt seit zwölf Jahren unter mir. Andere, wie Kevin Beese, Sven Worthmann oder Pascal Haase sind seit fünf, sechs, sieben Jahren dabei.“

Palapies verrät, er habe sich schon seit zwei, drei Jahren mit Abschiedsgedanken beschäftigt. Jetzt wäre „der ideale Zeitpunkt“ für einen neuen Coach. „Vielleicht kann der dann noch mehr aus dem Team herausholen. Ich wünsche mir, dass das fortgeführt wird, was wir aufgebaut haben“, so der Noch-Coach. Ein Großteil der Mannschaft werde bleiben, auch seine Assistenten Manuel Kaladic und Dennis Schultz.

"Ich habe Fußball in der DNA"

Palapies selbst will als Trainer eine Pause einlegen, sofern ihm nicht ein Angebot ins Haus flattert, „wo man nicht nein sagen kann“. So oder so wird der Sympathieträger aber der beliebten Ballsportart erhalten bleiben.

„Ich habe Fußball in der DNA. Irgendwo wird man mich schon noch wieder sehen“, sagt Palapies. Zum Beispiel bei Rasensport Uetersen, wo der ehemalige Regionalliga-Spieler mit früheren Weggefährten wie Peter Ehlers, Knut Aßmann oder Martin Protzek für das Senioren-Team in der Landesliga aufläuft.

Und beruflich kann es Palapies gar nicht erst verhindern, mit dem runden Leder in Kontakt zu treten. Seit 2015 ist er Projektmanager bei der Kohfahl Ballstrategien GmbH – oder anders gesagt: er organisiert die Camps der Real Madrid-Fußballschule in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

„Das ist ein spannender Job, Du redest den ganzen Tag über Fußball“, berichtet Palapies, der schon ein paar Mal in die spanische Metropole gereist ist und sich die Jugendakademie der ruhmreichen Madrilenen angeschaut hat.

Budenzauber und Sonnenschein

Bis Mitte Mai befindet sich Palapies nun auf Abschiedstournee mit seinem geliebten SV Rugenbergen, den er 2011 in die Oberliga Hamburg geführt hat. Befragt nach seinem persönlichen Highlight nennt Palapies gleich eine Reihe von Ereignissen, wie etwa den Gewinn der Hallenmeisterschaft 2015 oder das zweimalige Trainingslager auf Mallorca.

In dieser Saison steuert der Klub als aktueller Tabellensiebter übrigens die beste Platzierung in der Vereinsgeschichte an. Passt ja irgendwie ins Bild: Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

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