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Lokalsport : „Der KSV gerät allmählich an seine Grenzen“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kreissportverband stimmt morgen über Kürzung der Zuschüsse für Übungsleiter ohne Lizenz in Vereinen ab – KSV-Vorstand fordert vom Kreis Erhöhung der Zuschüsse

Wenn die Vertreter der Sportvereine im Kreis Pinneberg morgen, 6. Mai, im FTSV-Fortuna-Sportzentrum am Ramskamp in Elmshorn zum Verbandstag des Kreissportverbandes (KSV) Pinneberg zusammenkommen, dann soll es ihnen ans Geld gehen. Genau genommen: Der KSV-Vorstand stellt einen Antrag zur Abstimmung, wonach die Zuschüsse für Übungsleiter und auch Helfer ohne Lizenz in den Klubs zurückgefahren werden.

Wird diesem Antrag zugestimmt, so bekommen erstmals die Vereine direkt zu spüren, dass der KSV vom Kreis einen seit mehr als sechs Jahren unveränderten Zuschuss in Höhe von 478 100 Euro erhält. Der entsprechende Vertrag ist gerade um weitere fünf Jahre verlängert worden – ohne Dynamisierung. Über eine Erhöhung will die Politik erst entscheiden, wenn über den Doppelhaushalt 2015/16 des Kreises beraten wird. Dennoch begrüße der KSV-Vorstand die fünfjährige Verlängerung, bei der beide Seiten Planungssicherheit und eine verlässliche Kalkulationsgrundlage hätten. Immerhin bezieht der KSV fast Drieviertel seiner Mittel aus dem Kreis-Topf. Darüber, dass der Verband mehr Geld von der öffentlichen Hand braucht, hat der KSV-Vorsitzende Sönke-P. Hansen im aktuellen Verbandsheft „Kreis-Sport“ keinen Zweifel gelassen. Die Forderung ist sogar genau beziffert: „Angesicht der bedeutenden Aufgaben des KSV hält es der Vorstand für angemessen und erforderlich, den Zuschuss um 66 000 Euro zu erhöhen“, heißt es im Jahresbericht, der sich auf zwei DIN A4-Seiten nur mit dem Vertrag befasst.

70 Prozent dieser Summe sollten den Vereinen direkt zu Gute kommen. Den anderen Teil benötige der Verband zur Deckung der eigenen Personal- und Sachkosten. Bisher habe der KSV die seit 2008 angefallenen Preissteigerungen durch eigene Sparmaßnahmen aufgefangen.

„Allerdings gerät allmählich der KSV jetzt an seine Grenzen“, so Hansen. Rund 46 000 Euro würden benötigt, um die Zuschüsse für lizensierte Übungsleiter sowie die anhand der Mitgliederwertzahl ermittelten Zuschüsse für Übungsleiter und Helfer ohne Lizenz auf dem jetzigen Niveau zu halten. Dass nun die Sportförderung über die Kürzung der Übungsleiterzuschüsse zurückgefahren werden soll, sei eine „aus Sicht des KSV völlig unbefriedigende Situation.“ Eine andere Lösung bietet der Verband aber nicht an. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: Statt 300 000 Euro, wie sie im vergangenen Jahr ausgeschüttet wurden, sind im Haushaltsvoranschlag 2014 lediglich 280 000 Euro eingeplant. Dabei sind im vergangenen Jahr 38 neue Übungsleiter bei Kursen des KSV neu ausgebildet worden.

Die größten Sportvereine im Kreisgebiet sind seit mehr als zehn Jahren in dieser Reihenfolge der VfL Pinneberg, der Elmshorner MTV und Blau-Weiß 96 Schenefeld, wobei nur der VfL einen leichten Mitgliederzuwachs zu verzeichnen hatte. Insgesamt stagniert die Zahl der in einem Verein aktiven Sportler bei knapp unter 82 000. Im Vergleich der vergangenen zehn Jahre sind dem Sport damit mehr als 8 000 Aktive abhanden gekommen. Gut die Hälfte der Sportler sind in einem der 20 Vereine mit mehr als 1 000 Mitgliedern registriert.

>www.ksv-pinneberg.de


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erstellt am 05.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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