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Fußballerin und Fußballer des Jahres : Der Blick ist nach oben gerichtet

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Tornescherin Lutz zu Hamburgs Fußballerin des Jahres gewählt. Ex-Halstenbeker Schneider bester Fußballer 2015.

shz.de von
erstellt am 02.Sep.2015 | 15:58 Uhr

Die Fußballfans aus dem Kreis Pinneberg kennen sie in Trikots, in Stollenschuhen und mit Schienbeinschonern an den Beinen. Am Montagabend aber tauschten Josefin Lutz und Jan-Marc Schneider ihre Leibchen gegen schicke Abendgarderoben ein.

Die Verbandsliga-Fußballerin des FC Union Tornesch und der ehemalige Oberliga-Stürmer der SV Halstenbek-Rellingen (jetzt FC St. Pauli II) waren in Abendkleid beziehungsweise Anzug ins feine Grand Hotel Elysee an die Hamburger Rothenbaumchaussee gekommen, um am 8. Jahresempfang des Hamburger Fußballverbandes (HFV) teilzunehmen. Lutz und Schneider standen jedoch nicht nur einfach auf der Gästeliste, sondern darüber hinaus noch auf einem weiteren, viel wichtigeren Blatt Papier: der Liste der Nominierten für Hamburgs Fußballerin und Hamburgs Fußballer des Jahres, die eine Experten-Jury des HFV und der Bild-Zeitung Hamburg zusammenstellt hatte.

„Eine Rede habe ich nicht vorbereitet, das wäre vermessen. Ich bin noch jung, angesichts der starken Konkurrenten (u.  a. waren Ex-St.-Pauli-Profi Marius Ebbers, SC Victoria, und Norderstedts Linus Meyer nominiert, d. Red.) rechne ich nicht damit, dass ich gewinne und auf die Bühne muss“, so der 21-jährige Schenefelder Schneider bescheiden bei seiner Ankunft am Hotel um kurz nach 18 Uhr.

Etwas mehr als drei Stunden später stand Schneider dann doch auf der Bühne – mit dem Preis in der Hand. 24  000 Fußballfans hatten online auf der Internetseite der Bild abgestimmt und mehrheitlich ihre Stimmen für Schneider abgegeben, der in der abgelaufenen Oberliga-Spielzeit für HR in 25 Spielen 28 Tore erzielt hatte.

Uwe Seeler als Ehrengast

„Aus Norderstedt, wo ich bereits in der Regionalliga gespielt hatte, zu HR in die Oberliga zu gehen, war für mich der absolut richtige Schritt. Ich konnte viel spielen und mich somit weiterentwickeln. Jetzt bin ich wieder in der Regionalliga beim FC St. Pauli II und will den nächsten Entwicklungsschritt machen“, so Schneider unter den Augen von HSV-Idol Uwe Seeler, der Ehrengast im großen Saal des Hotels war und für Schneider lobende Worte fand: „Er ist Stürmer so wie ich es war. Ich habe seine positive Entwicklung verfolgt, er kann sich im Strafraum gut behaupten, bringt alles mit, was ein Angreifer braucht.“

Nur eines „kritisierte“ Seeler an seinem Stürmerkollegen Schneider: „Er spielt beim FC St. Pauli und leider nicht beim HSV.“ Bei den Rothosen war Schneider in seiner Juniorenzeit (U17) – genauso wie Josefin Lutz. Wo spielt die Hetlingerin demnächst? An höherklassig spielenden Interessenten mangelt es jedenfalls nicht. „Sie hatte bereits mehrere Angebote, unter anderem vom SV Henstedt-Ulzburg aus der 2. Bundesliga-Nord“, verriet ihr Tornescher Trainer Mahdi Habibpur stolz, ergänzte jedoch: „Sie wird aber vorerst bei Union Tornesch bleiben, worüber wir natürlich sehr froh sind.“

20 Tore gelangen Lutz in der abgelaufenen Verbandsliga-Saison, die 18-Jährige überzeugte mit starken Auftritten und guter Technik – das brachte ihr am Montagabend die Auszeichnung „Hamburgs beste Fußballerin 2015“ ein. „Josi“ setzte sich unter anderen gegen die favorisierten Maria Albrecht (Bramfeld, Regionalliga) und Victoria Schulz (HSV, Regionalliga) durch. Erstmals wurde vom Verband auch eine beste Spielerin geehrt.

Prämie von 1500 Euro

„Ich kann es kaum glauben, bin unglaublich froh über die Auszeichnung. Das war aber nur möglich, weil wir in Tornesch eine super Mannschaft und mit dem neuen Torneum tolle Bedingungen haben. Ich fühle mich dort sehr wohl. Jetzt wollen wir als Team den Aufstieg in die Regionalliga anvisieren“, so die offensive Mittelfeldspielerin, die wie Schneider eine Prämie von 1500 Euro erhielt.

Lutz und Schneider – zwei, die durch ihre Ehrungen gezeigt haben, wie erfolgreich im Kreis Pinneberg Fußball gespielt wird. Zwei, von denen die hiesigen Fußballfans in Zukunft noch öfter hören werden. Zwei, deren Blick stets nach oben gerichtet ist.

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