Fussball-WM : Daumen drücken für Kroatien

Manuel Kaladic ist beim Fußball-Oberligisten SV Rugenbergen als Co-Trainer aktiv. Während seiner Spielerkarriere war der 36-Jährige ebenfalls hochklassig unterwegs.
Manuel Kaladic ist beim Fußball-Oberligisten SV Rugenbergen als Co-Trainer aktiv. Während seiner Spielerkarriere war der 36-Jährige ebenfalls hochklassig unterwegs.

Rugenbergens Co-Trainer Manuel Kaladic ist ein Hamburger Jung, hält es bei der WM aber mit dem Heimatland seiner Eltern.

shz.de von
15. Juni 2018, 12:00 Uhr

Bönningstedt, Schenefeld | In seiner Familie ist der WM-Stress eigentlich vorprogrammiert, denn in der Brust von Ex-Oberliga-Kicker Manuel Kaladic schlagen zwei Nationen-Herzen. Die Eltern sind Kroaten, auch seine Frau ist in Kroatien geboren.

Für den in Deutschland geborenen „Hamburger Jung“, wie er sich selbst bezeichnet, gibt es dennoch nur ein Team, dem er mit voller Leidenschaft die Daumen drückt – Kroatien.

Jugend-Erinnerungen an Davor Šuker

„Für mich war der Sieg der Kroaten bei der WM 1998 gegen Deutschland ein wirklich beeindruckendes Erlebnis“, erklärt der 36-Jährige seine Begeisterung. „Das Spiel habe ich mit Freunden in einer Jugendgruppe im Grindelberg geschaut. Wir waren alle so 15, 16 Jahre alt, da war einfach eine geniale Stimmung.“

Kroatien besiegte Deutschland im Viertelfinale mit 3:0, wurde dann Dritter durch ein 2:1 gegen die Niederlande im „kleinen Finale“. Torschützenkönig wurde der kroatische Weltklassestürmer Davor Šuker mit sechs Treffern.

Höhepunkt beim SV Lurup

Doch nicht nur Šuker wusste zu glänzen, auch der ehemalige rechte Verteidiger Kaladic blickt auf eine sehr erfolgreiche aktive Karriere im Hamburger Raum bei Altona 93, dem SV Lurup, Germania Schnelsen und dem FC Elmshorn zurück.

„Besonders toll war die Zeit beim SV Lurup in der Saison 2007/08, als wir in der Oberliga Nord gespielt haben. Die ersten Spiele gingen zwar alle verloren. Doch dann haben wir eine wirklich gute Saison gespielt“, erinnert sich Kaladic an einen Höhepunkt in seiner Zeit als Aktiver.

Bei einer WM ist ihm besonders ein Team noch in Erinnerung geblieben

Das waren die Rumänen beim Turnier 1994 in den USA. „Als krasser Außenseiter haben es die Rumänen bis ins Viertelfinale geschafft. Spielmacher Gheorghe Hagi war ein brillianter Kicker,“ schwärmt er.

Zum Abschluss seiner Karriere wechselte Kaladic 2015 vom FC Elmshorn in die zweite Mannschaft der SV Halstenbek-Rellingen, wo er seine Laufbahn als Spieler nach der Saison beendete. Vom Sport kam der kaufmännische Angestellte, der in Schenefeld wohnt, trotzdem nicht los.

Familie ist in den Mittelpunkt gerückt

Als Co-Trainer beim SV Rugenbergen in der Oberliga Hamburg dreht sich immer noch vieles in der Familie um Fußball. Als zweifacher Vater hat sich seine Priorität jedoch etwas verschoben – auch bei der WM in Russland.

Statt Fußballgucken heißt es dann auch einmal mit den Kindern zur Sammelbilder-Tauschbörse ins Schenefelder Stadtzentrum zu gehen.

Dies ist für Kaladic jedoch kein Problem: „Früher war ich oft beim Public Viewing, jetzt schaue ich lieber mit der Familie zu Hause. Da kriege ich dann auch mehr mit.“ Auf einen klaren Favoriten will sich Kaladic nicht festlegen, sieht aber Argentinien und Deutschland vorne dabei. Denn Frankreich „hat zwar die besseren Einzelspieler, ist als Team aber nicht so stark.“

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