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Fußball-Oberliga : Dauerläufer trifft alten Bekannten

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberg will BU-Spielmacher Schwoy stoppen, HR tritt ohne Kapitän an und der SV Rugenbergen ist in der „Bringschuld“.

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erstellt am 18.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Toronto, Hamilton und ein Abstecher zu den berühmten, wild rauschenden Niagara-Fällen. An der schönen Ostküste Kanadas ließ es sich Benjamin Brameier zwei Wochen lang richtig gut gehen. Der Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg wollte einmal auf andere Gedanken kommen. Neue Eindrücke sammeln, ausspannen.

Verständlich, anstrengende Wochen liegen hinter dem 24-Jährigen. Ein weiteres Semester seines Lehramtstudiums der Geografie und Biologie hat er ebenso erfolgreich hinter sich gebracht, wie seinen Start beim VfL. Im Juni war Brameier vom Niendorfer TSV an die Fahltsweide gewechselt, absolvierte fortan sieben Spiele am Stück von Beginn an. Nach seinem zweiwöchigen Ausflug nach Kanada stand Brameier erneut zweimal auf dem Platz, neun von elf möglichen Ligaspielen bestritt er und führte den VfL im zentralen, defensiven Mittelfeld von Erfolg zu Erfolg. Dabei war der gelernte Stürmer ursprünglich als Offensivkraft nach Pinneberg geholt worden. „Ich habe aber auch in meiner Jugend in Schnelsen oder in Niendorf in der Oberliga schon im Mittelfeld gespielt“, berichtet er.

Seine neue Position beschert dem Dauerläufer am kommenden Sonntag gegen Barmbek-Uhlenhorst (14 Uhr) ein direktes Duell mit einem alten Bekannten: BU-Spielmacher Markus Schwoy. Schwoy, von 2002 bis 2005 beim VfL, bildete zusammen mit Brameier von 2011 bis 2013 die Niendorfer Offensive. „Markus kann ein Spiel im Alleingang entscheiden, er spielt präzise Pässe, ist kopfballstark“, weiß Brameier und scherzt: „Meine Aufgabe ist es, ihn zu entnerven, ich fange gleich schon einmal damit an, indem ich ihm eine Kurznachricht auf sein Handy sende.“

Pinnebergs Fußball-Obmann David Fock warnt davor, den Tabellensechsten nur auf Schwoy zu beschränken: „Die haben noch andere starke Spieler wie Torjäger Adrian Sousa (9 Saisontreffer, d. Red.), Mike Griesch oder Tom Bober. Und dann ist da ja noch dieses phantastische Publikum, das schon so manchen Gegner nervös gemacht hat.“

Benni Brameier bleibt cool: „Die BU-Fans sind fußballverrückt, das muss man mit Humor sehen. Solch eine Kulisse puscht einen eher, als dass sie einen hemmt. Ich selbst habe tolle Erfahrungen an die ’Barmbeker Anfield’, bin dort 2010 mit dem SC Victoria Meister geworden.“ Sieben Spiele in Serie ist der VfL (wieder mit dem zuletzt gesperrten Torhüter Brüggemann) in der Liga unbesiegt, daran sollen BU und Schwoy nichts ändern, wofür Brameier höchst persönlich sorgen möchte.

Verletzungssorgen bei SV Rugenbergen

Auch die SV Halstenbek-Rellingen hat eine beeindruckende Serie vorzuweisen. Die Elf vom Lütten Hall ist seit neun Spielen unbesiegt, zudem das stärkste Auswärtsteam der Oberliga. Mit der SV Blankenese kommt nun am Sonntag (14 Uhr) ausgerechnet die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga (ein Punkt, 16 Gegentore) an den Thesdorfer Weg. Ein leichtes Spiel? Der zehnte Sieg in Folge?

HR-Coach Thomas Bliemeister warnt: „In der vergangenen Saison sind wir dort im Pokal gescheitert. Wir dürfen den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen.“ Zumal die SVB mit Dennis Mitteregger einen jungen, talentierten Coach hat und mit Serdar Bahtiyar einen Spielgestalter, der noch in der vergangenen Spielzeit für HR auf dem Feld stand. „Noch hat Blankenese Mittereggers 4–1-4-1-System nicht verinnerlicht, sie haben aber Potenzial“, weiß Bliemeister. Seine Baumschuler haben ihre letzten beiden Heimspiele gegen die Topteams Altona und Curslack-Neuengamme jeweils mit 2:1 gewonnen. Gegen die vermeintlichen Underdogs tut sich das spielstarke Bliemeister-Team allerdings schwer (nur 2:2 gegen Bramfeld). „Gegen Teams, die tief hinten drin stehen und auf Konter lauern, muss man geduldig sein“, sagt Bliemeister, der auf Mladen Tunjic (kirchliche Trauuung in seiner Heimat Kroatien) verzichten muss – Eggers oder Mankumbani könnten ihn ersetzen.

Geduldig musste zuletzt auch Bliemeisters Bönningstedter Pendant Ralf Palapies sein. Nach einem furiosen Saisonstart des SV Rugenbergen haben Verletzungssorgen zuletzt zu drei Niederlagen in Serie geführt. Nach der jüngsten (0:7 in Curslack) sieht Palapies sein Team morgen vor heimischem Publikum gegen den SC Vier- und Marschlande (15 Uhr) „in der Bringschuld.“

Allerdings: Die Vierländer haben zuletzt Tabellenführer Dassendorf ein 3:3 abgetrotzt und „Pala“ muss auf Spielmacher Jan Melich (Mallorca-Reise) verzichten. Wieder dabei sind Gary Voorbraak, Viktor Streib (beide grippaler Infekt) und Tolga Güvenir (Sperre).

Defensivallrounder Dominik Radzuweit ist aus dem Urlaub zurück – und hoffentlich genauso frisch und motiviert wie Pinnebergs Urlaubs-Rückkehrer Benjamin Brameier.

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