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Fußball-Oberliga : „Das muss ich erst mal verdauen“

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

VfL Pinneberg trennt sich von Trainer Michael Fischer – Thorben Reibe soll das Team nun vor dem Abstieg bewahren

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Die Nacht zu Dienstag war kurz. Gegen 2.30 Uhr legte Michael Fischer sein Handy beiseite und begab sich ins Schlafzimmer. Nach Schlafen war dem 48-Jährigen jedoch nicht zumute.

Rund acht Stunden zuvor hatte der VfL Pinneberg in Person von Uwe Hönke (Geschäftsführer), Manfred Kirsch und Heinz Sellmann (beide Fußball-Vorstand) den ehemaligen Cheftrainer der Oberliga-Fußballer seines Amtes entbunden und Fischer somit eine schlaflose Nacht beschert. „Ich hätte gerne die Saison zu Ende gebracht und mich mit dem Klassenerhalt vom VfL verabschiedet. Nach über zehn Jahren als Cheftrainer hätte ich mir ein anderes Ende gewünscht“, so Fischer, der im August 2015 seinen Abschied zum Saisonende bekanntgegeben hatte.

Nun ist die Ära Fischer vorzeitig beendet und stattdessen übernimmt Thorben Reibe, nicht wie geplant erst im Sommer, sondern ab sofort. Er soll das Team nun aus den unteren Tabellengefilden führen. „Wir haben eine rein sportliche Entscheidung getroffen. Mit 13 Punkten aus 17 Spielen ist das Team hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wir sind der Meinung, Thorben ist der beste Mann im Abstiegskampf“, so Heinz Sellmann zu den Trennungsgründen. Eine Aussage, die Fischer nur schwer hinnehmen kann. „Es ist ihr gutes Recht so zu handeln, ich war jedoch einer anderen Ansicht. Trotz der schwachen Hinserie war ich felsenfest davon überzeugt, dass wir uns in der Rückrunde stabilisiert hätten“, so Fischer, der sich am kommenden Dienstag von der Mannschaft verabschieden wird. Sein Nachfolger weiß derweil um die Schwere der Aufgabe. „Wir stecken mitten im Abstiegskampf. Ich habe jedoch vollstes Vertrauen in die Mannschaft“, so Reibe.

Wie es für Fischer weitergeht, steht unterdessen noch in den Sternen. Erst vor wenigen Tagen hatte sich ein mögliches Engagement ab Sommer 2016 beim Bezirksligisten FC Union Tornesch zerschlagen (wir berichteten). „Ich muss die Entscheidung des VfL erst einmal verdauen. Ich werde zunächst die neu gewonnene Freizeit mit meiner Familie verbringen und versuchen den Kopf frei zu bekommen“, so der 48-Jährige, der sich eine lange Auszeit vom Trainergeschäft nicht vorstellen kann. „Ich werde, wie auch in den letzten Wochen, weiter Gespräche mit Vereinen führen und kann mir eine Rückkehr auf die Trainerbank im Sommer 2016 weiter vorstellen.“

Böses Blut wird es zwischen Fischer und dem VfL derweil nicht geben. „Menschlich tut uns dieser Schritt unglaublich leid. Wir danken Michael für seine Arbeit“, ließ der Klub in einer Pressemitteilung verlauten. Und auch der geschasste Trainer wird die Zeit beim VfL in guter Erinnerung behalten. „Natürlich lief nicht immer alles wie erhofft, man ist über die Jahre immer mal wieder angeeckt. Ich blicke jedoch im Großen und Ganzen auf etliche schöne Jahre zurück“, so Fischer, der auch die nächsten Tage mit kurzen Nächten rechnet. „Ich versuche immer noch die Nachrichten und Anrufe nach der Bekanntgabe der Trennung abzuarbeiten.“

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