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Fussball-Oberliga : „Das ist eine extreme Situation“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Fußball-Oberliga: Bernhard Schwarz spricht vor dem ersten Oberligaspiel als Trainer des FC Elmshorn über Urlauber und Verletzte

Zum Training hat Bernhard Schwarz, seit jetzt einem Monat Chef an der Seitenlinie beim Fußball-Oberligisten FC Elmshorn, Ömer Solmaz und Jan Johannsen aus Hamburg mitgenommen. „Sie wohnen bei mir um die Ecke“, begründet er den Taxi-Service für die beiden, die er schon in der A-Jugend-Regionalliga beim Eimsbütteler TV betreut hat. Solmaz kommt an Krücken – schmerzhafte Kniebeschwerden, die genaue Diagnose steht noch aus. Am Dienstag haben noch zwei Gastspieler mittrainiert, doch als Neuzugänge kommen diese derzeit wohl nicht infrage. „Wir sind auch nicht explizit auf der Suche, außer auf der nach einem Torwart“, sagt Schwarz. Patrick Tabor hat aus dem Oddset-Pokalspiel gegen den SV Lurup einen Einriss des Meniskus davongetragen und fällt mindestens drei bis vier Wochen aus, sollte eine Operation nötig sein auch länger. Trotz solcher Rückschläge versprüht der neue FCE-Coach vor dem Oberligastart am Sonntag gegen den TSV Buchholz 08 (15 Uhr, Wilhelmstraße) Optimismus. Am Mittwoch gab es noch einen internen Vergleich über drei mal 30 Minuten mit der eigenen Landesligaauswahl (Ergebnis 4:0). Während der Saison, so Schwarz‘ Wunsch, sollten Erste und Zweite möglichst einmal pro Woche gemeinsam trainieren, zumindest aber im 14-Tage-Rhythmus.

Zum letzten Testspiel hatten Sie zwölf Feldspieler auf der Bank. Was geht einem Trainer da eine Woche vor Saisonstart durch den Kopf?
Bernhard Schwarz: Das war dadurch bedingt, dass wir den einen oder anderen Urlauber und den ein oder anderen dauerhaft Verletzten in der Vorbereitungsphase hatten. Es war schon ein Problem, die Testspiele so zu gestalten, dass man auch experimentieren kann – im positiven Sinne. Ich habe experimentieren müssen aufgrund der personellen Lage. Das ist schon eine extreme Situation, die ich so auch noch nicht mitgemacht habe. Aber wenn man da durchkommt, kann es eine Mannschaft auch unheimlich stärken.
Was spricht dafür, dass es am Sonntag besser wird?
Patrick Ziller ist wieder dabei. Er hat trainiert und ist auch körperlich in einer guten Verfassung. Torsten Lemke befindet sich noch im Urlaub, kommt aber am Sonnabend wieder. Beide sind sehr erfahrene Spieler, die uns in den Testspielen gefehlt haben. Sie bringen eine unheimliche Präsenz auf dem Platz. Ich denke, sie geben unserer sehr jungen und neuformierten Mannschaft mehr Sicherheit. Burak Savran ist seit Montag auch spielberechtigt. Dann haben wir noch vier angeschlagene Spieler, die diese Woche mit dem Reha-Training begonnen haben.
 Konditionell sind die Jungs gut drauf. Das hat das Spiel gegen Lurup auch gezeigt. Wenn es mit so einer Personalsituation so eine zweite Halbzeit gibt, herrscht ein guter Geist in der Mannschaft. Das stimmt mich sehr positiv.

Welche Eindrücke haben Sie sonst in dem ersten Monat beim FCE gesammelt?
Wir haben einen neuen Präsidenten. Wir haben einen neuen Sportdirektor. Wir haben ein neues Trainerteam. Wir haben zwölf externe neue Spieler und drei, die wir aus der Zweiten hochgezogen haben. Es ist also ein kompletter Neuanfang. Da muss sich natürlich erst einiges einschleifen.

Kann man schon einen Vergleich ziehen, ob das Umfeld bei einem Oberligisten professioneller als beim TSV Sparrieshoop in der Bezirksliga ist?
Ganz klar Ja: Natürlich gibt gibt es in jedem Verein Dinge, die man eventuell verbessern kann. Aber wir müssen uns alle erst noch genauer kennenlernen. Jeder Spieler muss in seiner Persönlichkeit unterschiedlich gehändelt werden, und genau so ist es auf der Funktionärsebene. Es ist natürlich ein Unterschied in der Oberliga zu spielen und zu trainieren – allein schon von der Erwartungshaltung her. Man merkt ganz klar, dass hier Oberligaverhältnisse sind: Wir haben eine feste Kabine. Jeder Spieler hat seine festen Sachen. Die Sachen werden gewaschen. Das gibt es in der Bezirksliga kaum. Ich mag aber ungerne Vergleiche ziehen. Was zählt ist: Ich fühl mich hier wohl – und das ist, worauf es ankommt. Das war beim TSV übrigens auch so.

Sie haben die Mannschaft einen Monat beobachtet. Welche Spieler haben Potenzial? Bei welchen Spielern fehlt noch ein bisschen, um sie in der Oberliga bringen zu können?
Es ist noch ein bisschen verfrüht, um da eine Prognose zu geben. Im Endeffekt sieht es in den Pflichtspielen ganz anders aus als in der Vorbereitung. Eine abschließende Geschichte kann man vielleicht nach dem fünften Spieltag ziehen. Wir haben eine extrem junge Mannschaft. Diese Spieler sind alle nicht fertig. Sie brauchen alle Zeit und Führung. Viele Spieler haben aber auch kaum Einsatzzeiten gehabt, weil sie verletzt oder im Urlaub waren.

Beantworten können Sie aber bestimmt die Frage, warum der FC Elmshorn auf keinen Fall etwas mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird?
Wir haben uns genügend Torchancen kreiert. Wenn ein Oberligist wie Halstenbek-Rellingen im eigenen Stadion in der 43. Minute das erste Mal auf unser Tor schießt und nur durch einen Fehler unsererseits das 1:0 schießt, dann müsste auch er gegen den Abstieg spielen. Das sehe ich nicht. Und den VfL Pinneberg haben wir auch 60 Minuten beherrscht. Anders ausgedrückt: Ich sehe in unserer Mannschaft unheimliches Potenzial. Das hat sie auch schon gezeigt, aber sie muss natürlich eine Einheit werden – und das geht nicht von heute auf morgen. Sicherlich müssen wir gucken, dass wir möglichst gut in die Saison starten. Aber ich erinnere da an Buchholz in der letzten Saison, die in der Hinrunde Zwölfter und danach beste Rückrundenmannschaft waren.

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erstellt am 01.Aug.2014 | 16:00 Uhr

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