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Rugenbergen vs. Pinneberg : Das große Wiedersehen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Beim Derby treffen vier ehemalige Spieler des SV Rugenbergen mit dem VfL Pinneberg auf ihren Ex-Klub. Der Gastgeber könnte weiterhin einen langersehnten Neuzugang in der Aufstellung präsentieren.

shz.de von
erstellt am 30.Aug.2013 | 06:00 Uhr

Die Drähte der Mobiltelefone glühten schon zwei Tage vor dem Spiel. „Viel Glück fürs Derby, ihr werdet es brauchen“, schrieb Sebastian Munzel vom SV Rugenbergen am Mittwoch via Kurznachricht. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Danke, wir werden euch den Hintern versohlen“, textete Christian Dirksen vom VfL Pinneberg prompt mit einem Augenzwinkern zurück.

Wobei: Die beiden Oberliga-Fußballer kommunizierten nicht persönlich. Vielmehr ließen sie kommunizieren. Und zwar von Linnea, einer gemeinsamen Bekannten. Die hatte der angehende Sportlehrer Dirksen im Rahmen seines Referendariats an einer Schenefelder Schule kennengelernt. Ob nun indirekt über das Mobiltelefon Linneas oder direkt – zwischen dem ehemaligen Rugenbergener Führungsspieler Dirksen und den aktuellen Kickern der Bönningstedter besteht trotz seines Wechsels im Sommer noch immer reger Kontakt. „Ich bin mit einigen Spielern wie etwa Kevin Lohrke gut befreundet“, berichtet Dirksen, der im Juli zusammen mit Tim Vollmer, Artur Frost und Daniel Brehmer den SVR nach drei Jahren und einer Auseinandersetzung mit Trainer Ralf Palapies verlassen hatte, um im Quartett beim VfL anzuheuern.

Am Freitag gibt es das große Wiedersehene. Zunächst auf dem Platz (18.30 Uhr, Stadion I), später dann auf einer privaten Feier von SVR-Keeper Dennis Schultz. Es wird also viele Hände zu schütteln geben. Auch die von Palapies?

„Na klar, es ist viel Zeit vergangenen seit der Auseinandersetzung, also für mich ist die Sache gelaufen. Außerdem lautet die Partie heute nicht vier Ex-Rugenbergener gegen Rugenbergen, sondern VfL Pinneberg gegen Rugenbergen. Es geht also darum, für den VfL zu siegen und nicht um irgendwelche persönlichen Dinge“, stellt Dirksen klar. Er wolle sich vor allem auf Pinneberg und sein eigenes Spiel konzentrieren, weniger auf alte Geschichten.

„Das ist auch nötig, denn gegenüber dem Schnelsen-Spiel (1:2, d. Red.) gibt es viel zu verbessern“, weiß er. „Wir sind in der zweiten Halbzeit nicht als Kollektiv aufgetreten, jeder hat sein Ding gemacht, das können wir viel besser.“ Auch Dirksen persönlich kann es besser. Bei seinem ersten Oberliga-Spiel nach seinem Zehenbruch (zuvor spielte er zweimal mit dem VfL II in der Landesliga) fand der 29-Jährige nur schwer ins Spiel.

„Das hatte aber primär damit zu tun, dass wir noch nicht eingespielt sind, und weniger mit meiner Fitness.“ Der Zeh ist zwar noch bandagiert, aber nicht mehr geschwollen. Ob Dirksen gegen seinen Ex-Klub in der Startelf stehen wird, ist offen. Nach der Pleite in Schnelsen hatte VfL-Coach Michael Fischer noch im Zorn angekündigt, einige Ex-Rugenbergener beim Derby aus der Startelf zu nehmen: „Das habe ich nicht unbedacht daher gesagt. Dennoch ist es eine Partie mit besonderer Brisanz, alles andere ist Quatsch. Die Jungs sind heiß, freuen sich, das kann ein Vorteil für uns sein.“ Auch Fischers Pendant Palapies freut sich auf das große Wiedersehen – und auch auf seine Ex-Spieler: „Wir sind zusammen aufgestiegen, hatten eine geile Zeit.“ Die Vorfreude überwiegt also – eine kleine Sorge hat Palapies dennoch: Wie soll er den Rot gesperrten Linksverteidiger Kevin Lohrke ersetzen? „Ich werde die Innenverteidigung um Tolga Güvenir und Dennis Schmidt bestimmt nicht auseinanderreißen“, sagt „Pala“. Viktor Streib könnte Lohrke ersetzen.

Wenn Palapies heute seinen Blick in Richtung VfL-Bank schweifen lässt, könnte er noch zwei weitere seiner Ex-Spieler erblicken: Die Zwillinge Daniel und Luis Diaz. Beide sind beim SV Rugenbergen ausgetreten, wollen mehr Einsatzzeit. Noch am Mittwoch hatte Palapies eine Ablöse gefordert, da sie beim VfL allerdings Amateurverträge erhalten, sind sie ab sofort für die Pinneberger spielberechtigt. Ob sie schon heute auflaufen werden, lässt Fischer offen: „Ihnen fehlt noch die Bindung zur Mannschaft, ich denke eher nicht, aber man weiß ja nie. . .“, orakelt er.

Anders verhält es sich da bei Thorben Reibe. „Der FC Elmshorn hat den Vertrag aufgelöst und lässt ihn zu uns ziehen. Seine Unterlagen sind beim Verband eingereicht, er ist zurück beim VfL“, freut sich Liga-Obmann David Fock über den Heimkehrer. Da Reibe (bereits von 2010 bis 2012 in Pinneberg) Mannschaft und Umfeld noch gut kennt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er heute im VfL-Aufgebot stehen wird. Das große Wiedersehen ist perfekt.

So könnten die Teams spielen:

VfL Pinneberg: 
Baese – Knottnerus, Zimmermann, Vollmer, Maaß – Brameier, Dirksen – Borck,  Richert, F. Lüneburg –  T. Koster. Trainer:  M. Fischer

SV Rugenbergen:
Schultz – Rühmann, Schmidt,  Güvenir, Streib – Beese, Melich – Munzel, Worthmann – Jurkschat, Haase. Trainer: R. Palapies

Schiedsrichter: Markus von Glischinski (SC Eilbek)
 

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