Fussball : Das Derby der Nummer zwei

Verbandsliga Süd-West: Rot-Weiß Kiebitzreihe und VfR Horst stehen Sonnabend vor einer Rotation im Tor

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07. März 2014, 16:10 Uhr

Es ist das Derby Nummer zwei in dieser Verbandsligasaison, wenn morgen, Sonnabend, die Fußballer von Rot-Weiß Kiebitzreihe und dem VfR Horst an der Schulstraße aufeinander treffen (16 Uhr). Es könnte aber auch sehr gut das Derby der jeweiligen Nummer zwei im Tor werden. Während bei RWK Stammkeeper Timm Niebuhr nach zweiwöchiger Verletzungspause erst zwei Mal trainiert hat und ein Einsatz noch offen ist, weiß beim VfR Trainer Lars Lühmann ganz sicher, dass er René Lemke nicht zwischen die Pfosten stellen kann. Die Rote Karte vom vergangenen Sonnabend beim 2:3 in Wankendorf wegen der Notbremse in der Schlussminute zog eine Sperre, deren Länge noch nicht feststeht, nach sich.

Zeit also für – wahrscheinlich – Hannes Schüler (Kiebitzreihe) und – ganz sicher – Jan Körner (Horst), sich zu bewähren. Wobei das mit dem „Bewähren“ nicht so ganz stimmt. Beide haben bereits Einsätze in der Verbandsliga hinter sich und ihr Können unter Beweis gestellt. Schüler hütete vor Wochenfrist beim 1:3 gegen Tabellenführer Henstedt-Ulzburg das Tor und machte seine Sache trotz der Niederlage gut.

Andererseits mutet es fasst wie ein kleines Wunder an, dass der seit zweieinhalb Wochen 29 Jahre alte ehemalige Soldat schon wieder Kopf und Kragen im Kampf um den Ball riskiert. Am 21. August war er beim 1:2 gegen die Kaltenkirchener TS ganz böse mit einem Gästespieler zusammengeprallt und minutenlang regungslos im Fünfmeterraum liegen geblieben. Ein Rettungshubschrauber flog ihn mit Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung ins Unfallkrankenhaus Boberg. Dort konnte glücklicher Weise Entwarnung gegeben werden. Bereits im Oktober waltete Schüler – bei Kiebitzreihes Zweiter in der Kreisklasse B – wieder seines Amtes.

Nach Niebuhrs Genesung hat Clasen vom Prinzip her zwei Torhüter zur Verfügung. Die in der Hinrunde noch klar festgelegte Hierachie ist aber für die zweite Saisonhälfte abgeflacht, da Niebuhr wie auch Clasen im Sommer Kiebitzreihe verlässt. „Wir haben uns zu dritt so abgesprochen, dass jeder mal spielt“, verriet Clasen. Allerdings hatte Niebuhrs Verletzung beim Auftakt nach der Winterpause die eigentliche Absprache ad absurdum geführt. Clasen ist sich aber sicher: „Da finden die Jungs zusammen.“

Wie viele andere RWK-Akteure auch, hat Schüler eine Horster Vergangenheit. Von dort ging er im Sommer 2010 für ein Jahr zum VfL Pinneberg und weitere sechs Monate später zum FC Elmshorn. Zu Jahresbeginn 2012 heuerte ihn RWK-Trainer Uwe Clasen an.

Im Gegensatz zu Schüler hat Jan Körner in seiner Vita lediglich einen Verein stehen: den VfR Horst. Auch sonst ist der 25-Jährige in vielen Bereichen das Gegenteil Schülers: Motiviert bis in die Haarspitzen und immer voll mit Adrenalin scheint der Blondschopf oft kurz vor der Explosion zu stehen. Fehlende Praxis ist nicht zu befürchten. Während der Vorbereitungsphase haben er und Lemke sich abgewechselt; in der Vorrunde hat er auch schon Lemke ersetzt und ansonsten in der Horster Zweiten (Kreisklasse A) gespielt. „Er ist im Rhythmus. Da mache ich mir keine Sorgen“, so sein Trainer Lars Lühmann.

In puncto Einstellung könnte Körner in jedem Fall beispielgebend sein. Die hatte Lühmann in Wankendorf geschlossen nicht gefallen. „Wir müssen eine Schippe rauflegen“, forderte er. Da ist sich Lühmann einig mit Uwe Clasen. „Das ist Abstiegskampf pur für uns“, so der RWK-Coach – anders als noch vorm Derby Nummer eins.

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