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Schwimmen : Comeback nach einem Jahr Pause

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Natalie Charlos wagt sich in Eilat ins Freiwasser

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Mit dem roten Rucksack und dem Mesh-Netz für Utensilien wie Schwimmbrett oder Pullboy über die Schulter gehängt kommt Natalie Charlos zum Gespräch. Schnell noch einen Cappuccino bestellen und es kann losgehen – gibt es doch viel zu erzählen. Vom Studium zum Beispiel (Mathe und Deutsch auf Lehramt), bei dem gerade das zweite Semester begonnen hat, vor allem aber vom Schwimmen. Am Freitag, 25. April, ist der erste Freiwasser-Europacup in Eilat (Israel).

Eine längere Leidenszeit liegt hinter der 20-Jährigen vom Swim-Team Stadtwerke Elmshorn. Sie begann zwar nicht erst mit dem sechswöchigen USA-Trainingslager ziemlich exakt vor einem Jahr, doch nach der Rückkehr aus den Staaten waren die latent schon länger vorhandenen Schulterbeschwerden immer schlimmer geworden. Den ersten Freiwasser-Europa-Cup 2013 in Bat Yam (Israel) musste die Olympiateilnehmerin von London abbrechen. Weitere Rennen über die zehn Kilometer hat sie seither nicht bestritten. „Die Bizepssehnenreizung war schon immer da. Ich habe zwar im Training immer mehr an Umfängen rausgenommen, doch die Reizung steckte schon zu tief drin“, erzählt Charlos. Dann kamen die Entscheidungen, die ihr sichtlich schwer gefallen waren. Erst der Verzicht auf weitere Open-Water-Starts wegen des im geringer werdenden Trainingsumfangs, dann tatsächlich einige Wochen Schwimmpause. Mit Erfolg: „Seitdem hält die Schulter, und hoffentlich bleibt das auch die Saison über so.“

Es ist also ein Neuanfang, wenn Natalie Charlos morgen in dem israelischen Badeort im ersten Europa-Cup des Jahres antritt: zehn Kilometer im Roten Meer auf einem Rundkurs, der direkt an Strand und Uferpromenade entlang führt. „Eine sehr schöne Strecke“, weiß Charlos aus Erfahrung, zumal die Zuschauer vergleichsweise dicht dran am Geschehen sind. Zudem habe das Wasser mit etwa 21 Grad nach Freiwassermaßstäben „Badewannentemperatur“.

Hohe Erwartungen hegt die Elmshornerin mit der doppelten Staatsbürgerschaft (deutsch/polnisch) indes nicht. Die Zeit ohne Freiwasserwettkampf mutet ihr länger als „nur“ ein Jahr an. „Ich habe zwischendurch zwar einige Beckenwettkämpfe bestritten, aber die geben mir keine Auskunft darüber, wie es im Freiwasser sein wird“, sagt sie. Daher gebe sie keine Prognose ab, was nicht heißt, dass sie für dieses Jahr sich keine Ziele gesetzt hätte. Die Qualifikation für die Europameisterschaften, die vom 13. bis 24. August in Berlin ausgetragen werden, ist eines. Die Tickets dafür werden beim Europa-Cup in Ungarn (21. Juni) vergeben.

Begleitet wird sie in Eilat von ihrem Vater Wieslav Charlos, da ihr eigentlicher Coach Jörg Freyher mit der Leistungsgruppe des Swim-Teams Elmshorn im Trainingslager auf Zypern ist. „Er kennt sich mittlerweile aus“, sagt Charlos über ihren „Interimstrainer“, der ihr unter anderem während des Rennens Getränke und Energiegels zureichen wird. Die eigentlichen Pläne für die unmittelbare Wettkampfvorbereitung hat Freyher bereits erstellt. Zudem kommen aus Polen noch zwei junge Männer mit einem Trainer nach Eilat. „Da tut sich jetzt was“, freut sich Charlos, die 2012 im Londoner Hydepark die einzige Freiwasserschwimmerin von Deutschlands östlichem Nachbarn war.


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