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Springreiten : „Calle Cool kann nochmal angreifen“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Springreiten: Der zweifache Derbysieger Nisse Lüneburg erzählt im Interview, warum er lieber unter freiem Himmel reitet als in der Halle

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2015 | 16:00 Uhr

Die Reiter aus der Region stehen in den Startlöchern, die Serie unter freiem Himmel hat begonnen. In der Serie „Aufgalopp – Start der Reiter in die Grüne Saison 2015“ begleitet unsere Zeitung die hiesigen Reiter einen Monat lang einmal wöchentlich, porträtiert Reitgrößen aus dem Kreis und gibt einen Überblick über die wichtigsten Sommerturniere der Region.

Für viele Springreiter ist es ein Lebenstraum, der sich nie erfüllt: Einmal das Deutsche Springderby in Hamburg Klein-Flottbek gewinnen. Beim gebürtigen Hetlinger Nisse Lüneburg (RFV Uetersen) ist das anders. Er konnte die vermutlich schwerste Springprüfung Deutschlands bereits zweimal mit dem Holsteiner Wallach Calle Cool (Concerto II/Landgraf) aus dem Wedeler Stall Magdalenenhof gewinnen. Zum Start unserer Serie „Aufgalopp – Start in die Grüne Saison 2015“ erklärt der 26-Jährige im Interview, warum er lieber draußen reitet als in der Halle und worin für ihn der besondere Reiz der Grünen Saison liegt.

Am ersten Mai veranstaltet der RFV Kollmar traditionell in Horst sein großes Reitturnier, das in der Region als inoffizieller Start in die Grüne Saison gilt. Welche Turniere sind für Sie in der Freiluft-Saison wichtig?
Nisse Lüneburg:
Für mich ist die Grüne Saison schon voll im Gange. Ich war bereits in Bad Oeynhausen, Ammersbek und Luhmühlen am Start und habe als erste große Veranstaltung das internationale Turnier in Redefin auf dem Plan. Das findet zeitgleich mit den Horster Reitertagen statt. Vor dem Derby folgt noch ein kleineres Turnier und auch danach bin ich viel unterwegs. Denn ich nutze auch die Trainingsturniere des schleswig-holsteinischen Clubs der Springreiter CDS. Bei denen gibt es keine Preisgelder und keine Zuschauer und sie dienen vor allem dazu, den Nachwuchspferden Turniererfahrung zu vermitteln und ihre Fitness zu verbessern.

Die größten internationalen Reitturniere wie die Olympischen Spiele oder Weltreiterspiele finden traditionell draußen statt. Reiten Sie lieber draußen als in der Halle?
Ich habe grundsätzlich mehr Freude an der Grünen Saison. Es macht mehr Spaß an der frischen Luft zu sein. Außerdem fühlen sich die Pferde draußen wohler und sind motivierter. Bei den Hallenturnieren hat man weniger Platz im Parcours und auf dem Abreiteplatz. Und wir haben hier im Land nur wenig geeignete Hallen oder Reitanlagen mit Sandboden, die wetterunabhängig genutzt werden können. Da hinken wir der Region Weser-Ems und Westfalen hinterher.

Mit Calle Cool haben Sie bereits zweimal das Deutsche Springderby gewonnen. Welche Ziele verfolgen Sie mit ihm dieses Jahr?
Calle Cool ist sehr, sehr fit und hat unheimlich viel Energie für sein Alter. Daher haben wir entschieden, dass er auch als 18-Jähriger noch einmal beim Derby angreifen kann. Das wird allerdings auch sein letzter Turnierstart sein.

Hat sich Ihr Leben als zweimaliger Derbysieger mit 26 Jahren verändert? Müssen Sie zum Beispiel Autogramme geben?
Grundsätzlich ändert sich dadurch für einen selber nichts. Die Derbysiege sind für mich Bestätigung und Motivation: Wenn es mal nicht so rund läuft, ist es schön zu wissen, dass man auch Großes erreichen kann. Und ich bekomme tatsächlich Fanpost mit Autogrammwünschen, die ich selbstverständlich erfülle. Selfies mache ich aber nicht.

Was sind Ihre sportlichen Ziele?
Ich kenne einige Reiter, die reelle Chancen haben das Derby zu gewinnen, daher will ich versuchen mit Calle noch einmal gut dabei zu sein. Dieses Mal werde ich auch vorher einmal einige Derbysprünge trainieren. Zurzeit trainiere ich elf Pferde, meine Leistungsträger sind Westbridge und Cazaro. Mit ihnen möchte ich auf guten internationalen Turnieren erfolgreich sein.

Als Springreiter sind Sie das ganze Jahr auf Reisen. Haben Sie noch Zeit für andere Hobbys und wie pflegen Sie Freundschaften?
Fast alle meine Freunde kommen wie ich aus dem Reitsport. Daher ist das für mich nicht so problematisch. Ansonsten bin ich sehr fußballinteressiert, vor allem am Hamburger SV. Ich trete einmal in der Woche selbst gegen den Ball. Für mehr bleibt mir aber leider nicht die Zeit. 

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