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Fussball-Oberliga : Bonjour tristesse

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Erschreckend schwacher VfL Pinneberg findet beim 0:3 gegen Buchholz überhaupt keine Lösungen

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2017 | 16:00 Uhr

140 Zeichen müssen beim Kurznachrichtendienst Twitter reichen, um eine Info abzusetzen. 79 davon nutzte der offizielle Live-Ticker des VfL Pinneberg am Sonnabend, um Mitte der ersten Halbzeit eine Einschätzung des Oberliga-Geschehens zwischen den Fußballern aus der Kreisstadt und deren Gästen vom TSV Buchholz 08 abzugeben. Für die Zusammenfassung brauchte der Autor nur deren zwölf: „Kurz: Grottig“ Zu diesem Zeitpunkt lag der VfL gegen den Tabellenvorletzten und letztjährigen Vizemeister „nur“ 0:1 zurück (Wilke, 4.). Zwei weitere Gegentore in der Schlussphase später war die alles in allem erschreckende 0:3-Pleite perfekt. Bonjour tristesse!

Erschreckend war nicht einmal die Niederlage an sich. Darüber, dass die Gäste aus der Nordheide besser Fußball spielen können, als es deren derzeitiger Tabellenplatz aussagt, sind sich die Experten weitestgehend einig. Darüber, dass dies bei der Elf von Pinnebergs Trainer Thorben Reibe auch der Fall ist, ließ der ganz, ganz schwache Auftritt keine Rückschlüsse zu. Er ließ vielmehr viele Fragezeichen in den Gesichtern von Anhängern, aber eben auch bei Reibe selbst zurück: „Bis auf vielleicht den Torwart und Lennart Dora hat keiner auch nur annähernd irgendeine Form heute gehabt. Von daher war es auch für mich ein ganz schöner Schlag ins Gesicht“, klagte der Übungsleiter.

Nun war der VfL Pinneberg schon zu Zeiten von Reibes Vorgänger Michael Fischer keine Mannschaft gewesen, die ein Spiel bestimmte. Sie hat vom schnellen Umschalten gelebt. Doch das klappte nicht. Wenn ein Alexander Borck mal nicht in Normalform ist, läuft über die rechte Seite nichts. Links wirbeln die Brüder Luis und Daniel Diaz immer seltener. Sie wurden kaum eingesetzt, da aus der Innenverteidigung, die Sonnabend Arend Müller und Maximilian Walter bildeten, heraus schon der Aufbau nicht funktionierte. Viele Bälle kamen postwendend zurück. Jung-Stürmer Marcell Uitz hing zumeist im leeren Raum. Bezeichnend: Die erste wirklich herausgespielte Pinneberger Chance datierte auf die 71. Minute, als Luis Diaz den eingewechselten Frederic Sarpong suchte. Dessen Schuss von der Strafraumgrenze aber parierte Buchholz‘ Philipp Wilke herausragend.

Schlusswort Reibe: „Wenn man etwas Positives sehen will, dann vielleicht das, dass wir jetzt am Tiefpunkt sind – und wenn man am Tiefpunkt ist, kann’s nur wieder nach oben gehen.“ Das ist aber nicht die ganze Wahrheit. Diese ist: Es könnte auch so erschreckend schwach bleiben.


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