Hallenfussball : Bönningstedter Budenzauber

Dennis von Bastian (SVR) mit der erfolgreichen Glückskatze.
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Dennis von Bastian (SVR) mit der erfolgreichen Glückskatze.

SV Rugenbergen holt sensationell den Hamburger Hallenmeistertitel. Neuzugang Ziller bester Spieler.

shz.de von
12. Januar 2015, 16:00 Uhr

Sie konnten einfach nicht genug bekommen. Selbst als das Hallenmasters am frühen Abend schon längst gelaufen, die Zuschauerränge in der Sporthalle Hamburg leer und alle Trophäen vergeben waren, kickten die Oberliga-Fußballer des SV Rugenbergen noch auf dem Parkett herum. Stürmer Pascal Haase trickste mit Trainer-Sohn Noah Palapies und Mittelfeldspieler Sven Worthmann schoss wild Bälle aufs Tor.

Die Rugenbergener waren am Sonnabend einfach verrückt nach Budenzauber – wie sehr, das zeigten sie nicht erst nach dem Turnier, sondern vor allem währenddessen. Ohne eine einzige Niederlage marschierte der vermeintliche Außenseiter aus Bönningstedt durch die Gruppenphase, besiegte zum Auftakt zunächst den Geheimfavoriten und Kreisnachbarn SV Halstenbek-Rellingen mit 2:0, um dann in seiner zweiten Partie der Gruppe 2 dem zweiten Kreiskontrahenten VfL Pinneberg eine empfindliche 5:1-Packung zu verpassen.

„Wir sind schon richtig gut ins Turnier reingekommen, das ist immer wichtig. Aber nach dem Sieg über den VfL, der sogar noch höher hätte ausfallen können, hatte ich erstmals das Gefühl, dass das Finale drin wäre“, verriet Dennis von Bastian hinterher. Nachdem auch Barmbek-Uhlenhorst mit 4:1 abgefertigt wurde, war der Gruppensieg perfekt. Neben den Bönningstedtern zog mit HR ein zweites Team aus dem Pinneberger Gebiet ins Semifinale ein, die Baumschuler qualifizierten sich mit einem 3:1-Sieg in einem hitzigen Duell (siehe Artikel unten) gegen den ewigen Rivalen VfL und ließen damit Pinneberg und BU hinter sich.

Drei Siege, 11:2 Tore, schnelle Kombinationen. Die Rugenbergener Lohrke, von Bastian, Ljubisavljevic, Beese und Co. rissen die Hamburger Hallenfans mit – und spielten sich in einen wahren Rausch. So sehr, dass im Halbfinale auch der einzige Regionalligist im Feld, die U23 des FC St. Pauli (wurde in der Gruppe 1 Zweiter hinter dem SC Victoria), mit 3:0 geschlagen wurde.

Der Finaleinzug war perfekt – ausgerechnet gegen den SC Victoria, der HR im Semifinale knapp mit 3:2 bezwang. Gegen „Vicky“ unterlag Rugenbergen vor knapp einer Woche beim Turnier in Quickborn noch hochdramatisch 5:6. Und auch dieses Mal wurde es eng: Nach einer 2:0-Führung stand es im Endspiel plötzlich 2:3, eh Ziller das 3:3 markierte. Und als alle in der Halle sich schon auf ein Neunmeterschießen einstimmten, schlug Worthmann nochmal zu – vier Sekunden vor der Endsirene gelang ihm der 4:3-Siegtreffer. Ein unglaublicher Endspurt. „Man muss es für die Fans ja auch ein bisschen spannend machen“, scherzte Winter-Neuzugang Patrick Ziller (vom FC Elmshorn) nach dem Herzschlagfinale. Erst am Donnerstag vor dem Turnier lag seine Spielberechtigung vom Verband vor.

„Gutes Timing: Es war mein erstes offizielles Turnier für Rugenbergen und wir werden gleich Hallenmeister“, so Ziller, der zum besten Spieler des Tages gewählt wurde, zufrieden. Sprach’s und reihte sich ins Team zum Siegerfoto ein.

„Mieze-Katze, Mieze-Katze“, sang die Mannschaft lautstark. Hintergrund: Im Trainingslager auf Mallorca vor einem Jahr hatte sie eine so genannte „Winkekatze“ erworben, eine goldene Katzenfigur mit winkendem Arm aus Keramik, die in China ein Symbol für Glück und Reichtum ist. Glück hatten die Bönningstedter Budenzauberer am Sonnabend kaum nötig. Am Sonntag nach ihrem Triumph traten die frischgebackenen Hamburger Hallenmeister gleich beim nächsten Turnier in Sasel an – sie können vom Hallenfußball einfach nicht genug bekommen.  

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