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Schwimmen : Bodenständig in der Wolke

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Schwimmen: Der stellvertretende SZE-Vorsitzende Gunnar Boyens packt beim Stadtwerke-Cup mit an

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Beruflich schwebt Gunnar Boyens im übertragenen Sinne auf Wolken. Er ist in der Cloud unterwegs, jener internet-basierten Speicherebene, von der jeder seine Daten an jedem Ort der Welt abrufen kann – und das nicht für den privaten Hausgebrauch, sondern für Großkunden.

Dabei ist der 51-Jährige ansonsten ein bodenständiger Mensch. Daher weiß der vor gut einem Jahr zum stellvertretenden Vorsitzenden des Schwimmzentrums Elmshorn, der Wassersportspartes des FTSV Fortuna, Gewählte auch, dass er vor dem 30. Elmshorner Stadtwerke Cup (ESC) an diesem Wochenende in der Traglufthalle keine revolutionären Veränderungen anzustreben braucht. „Das ist ein routiniertes Team“, sagt Boyens über die Crew, die hinter den Kulissen den Wettkampf mit rund 1200 Starts plant. „Wir haben eine gute Ausrüstung mit einer elektronischen Zeitnahme, die professionell ist.“

Auch wenn der gebürtige Schenefelder bereits vor Beginn seiner Grundschulzeit im Altonaer Bismarckbad das Schwimmen erlernte ist er ein klassischer Quereinsteiger. Nicht zuletzt seine Kinder Kiara (8) und Kjell (7) haben ihn zum Vorstandsamt gebracht. „Ich habe selbst viel Sport gemacht. Da waren andere Funktionäre. Jetzt sehe ich mich in der Pflicht, auch etwas zu tun“, sagt Boyens.

Das nasse Element sucht er aber erst seit kurzem wieder regelmäßig montags und donnerstags beim Training der Masters auf. „Brust konnte ich schon immer, aber ich habe nicht richtig Kraulschwimmen gelernt“, erzählt er. Kiara sei in dieser Lage auch schneller als er, aber zumindest klinge ihr Urteil über den Stil schon versöhnlich: „Meine Kinder sagen: Es sieht schon nach Kraul aus“, lacht er.

Positiver Nebeneffekt: „Schwimmen ist echt gesund. Seither habe ich keine Rückenschmerzen mehr“, so Boyens – eine Entspannung, die er sonst nur vom Skilanglauf während des Winterurlaubs in Norwegen kennt.

Weitere Fitness holt er sich beim AC Einigkeit Elmshorn, dessen Vorsitzenden Hartmut Rex er in den höchsten Tönen lobt: „Die Integrationsleistung dort ist sensationell.“

Boyens ist eigentlich Volleyballer durch und durch. Er hat vor mehr als 20 Jahren in der Gründungsphase der VG Elmshorn auch an der Krück-au gespielt. Der damalige Spielertrainer Knut Rettig hatte ihn aus Hamburg geholt. Ende der 90er-Jahre wechselte er auf die Trainerbank, coachte unter anderem die Frauen des SC Langenhorn in der 2. Bundesliga.

War es eine Umstellung von dem Mannschaftssport Volleyball auf die Individualsport Schwimmen? So groß sei der Unterschied nicht, antwortet Boyens: „Man muss auch beim Schwimmen Teamgeist entwickeln. Beim Training sind vier oder fünf Schwimmer auf einer Bahn. Wenn da einer Blödsinn macht, funktioniert es nicht.“ Und nebenbei bemerkt: Kiara, die als großes Schwimmtalent gilt, spielt noch Handball im EHT, Kjell Fußball bei der SV Lieth.

In die Vorstandsmannschaft des SZE, das mit dem EMTV das Swim-Team Stadtwerke Elmshorn bildet, habe er sich gut eingefügt. „Das sind gewachsene Strukturen, die funktionieren“, sagt Gunnar Boyens über die Arbeit im Team unter Abteilungsleiter Peter Voß. „Ich versuche, in einzelnen Bereichen Anpassungen vorzunehmen.“

Wie bei vielen Vereinen ist das Thema Sponsoring, denn Trainingslager sowie die Fahrten zu Wettkämpfen und Meisterschaften kosten viel Geld. Zudem leistet sich das STE mit drei hauptamtlichen Trainern – Jörg Freyher, Anne Borinski und Christa Harms – ein überaus professionelles Umfeld, das aber eine gute und verlässliche Schwimmausbildung garantiere, und das in einem familiären Umfeld. Dafür investierten die Eltern viel, so der passionierte Segler. Mehr Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft ist daher immer willkommen, aber nicht immer leicht zu erhalten, wie Boyens weiß. Er schwebt eben nicht auf Wolken.

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