Fussball : Bliemeister: „Das sportliche Glück des HSV ist aufgebraucht“

Hofft, dass sein HSV erstklassig bleibt, kann aber nur schwer daran glauben: Trainer Thomas Bliemeister.
Hofft, dass sein HSV erstklassig bleibt, kann aber nur schwer daran glauben: Trainer Thomas Bliemeister (rechts, hier mit HSV-Legende Bernd Wehmeyer).

shz.de von
22. Mai 2015, 16:00 Uhr

Er ist HSVer durch und durch. Thomas Bliemeister (59), aktuell Trainer des hiesigen Fußball-Oberligisten SV Halstenbek-Rellingen, spielte als aktiver Fußballer bis 1978 bei den HSV-Amateuren, ehe ihn Trainerlegende Branko Zebec in die Profi-Mannschaft der Hamburger beorderte, mit der er 1979 Deutscher Meister wurde. Heute ist Bliemeister für die HSV-Altligamannschaft verantwortlich, mit der er jedes HSV-Heimspiel besucht. Auch das womöglich vorerst letzte als Klub der 1. Liga morgen gegen Schalke 04. Vor dem Abstiegs-Endspiel sprach der Trainer über den drohenden Abstieg seines HSV, die Chancen auf den Ligaverbleib und eine mögliche Zukunft in der zweiten Liga.

Herr Bliemeister, ist der drohende Abstieg noch abzuwenden?
Thomas Bliemeister:
Rein rechnerisch schon. Ein Sieg morgen gegen Schalke vorausgesetzt. Und dann muss man ja noch schauen, dass Stuttgart nicht in Paderborn gewinnt und es zugleich kein Remis zwischen Hannover und Freiburg gibt. Aber das sind alles Rechenspiele. Man muss sagen: Der HSV hat sein sportliches Glück eigentlich aufgebraucht. Die Vereinsverantwortlichen haben in jüngster Vergangenheit alles dafür getan, dass der Abstieg nun unvermeidlich scheint.

Werden Sie sich das Spiel in der Arena anschauen?
Natürlich. Wir haben vormittags noch ein Spiel mit der Altliga in Ochsenzoll, danach fahren wir ins Stadion.
Wie ist die Stimmung bei den HSV-Legenden innerhalb der Altliga-Mannschaft? Wer glaubt noch an den Klassenerhalt?
Es ist unterschiedlich. Einige hoffen noch, andere haben schon aufgegeben. Wieder andere können es kaum mit ansehen und verschwinden während der 90 Minuten in den Stadion-Katakomben. Die Stimmung schwankt zwischen Entsetzen und Galgenhumor.

Kann der HSV einen Abstieg sportlich und finanziell verkraften?
Finanziell wird es Einschnitte geben müssen. Welche genau, das kann ich nicht beurteilen. Sportlich ist klar: Mit der aktuellen Mannschaft kann man in Liga zwei nicht bestehen, da wird ein anderer Fußball gespielt. Körperbetonter, zielstrebiger und robuster.

Mal ehrlich, glauben Sie noch an das Wunder vom Volkspark?
Ehrlich gesagt: Nein. Ich habe gewettet, dass der HSV leider absteigen muss. Mein Freund Harry Bähre aus der Altliga hielt dagegen und glaubt noch an die Relegation. Morgen sind wir schlauer. 


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