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Baumstämme als Hindernisse

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Weltmeister und Deutsche Meister beim verspäteten Nikolauscross im Liether Wald am Start / “Xaver“-Folgen in Strecke integriert

Er hätte noch locker eine Runde rangehängt, wenn ihn Moderator René Jacobs nicht an der scharfen Spitzkehre hinter dem Zielbanner am Fuße des Rodelbergs im Liether Wald aufgehalten hätte. Die Luft dazu, das war bei seinem ersten Statement am Mikrofon deutlich zu hören, hätte Armin Raible noch locker gehabt. Die 40 Minuten im Sattel hatten ihm scheinbar überhaupt nichts ausgemacht. Nun ist der 50-Jährige aus Buchholz auch nicht irgendein Hobbyradler, sondern WM-Achter seiner Altersklasse (wegen eines Sturzes) und seit einer Woche auch amtierender Deutscher Meister der Senioren 3.

Bei der Wahl des Trikots habe er nun die Qual der Wahl, sagte er lächelnd vor dem Start. Für den im Dezember wegen der Folgen des Sturms „Xaver“ ausgefallenen und nun nachgeholten Nikolaus-Radcross der RG Uni Hamburg wählte er das mit den schwarz-rot-goldenen Streifen. „Jetzt fahr ich nur noch, weil’s Spaß macht“, bekannte er.

Das aber sehr erfolgreich. Das Liether Rennen war Teil des zwölf Veranstaltungen umfassenden Stevens Cyclocrosses. Bei seinem sechsten Start in dieser wichtigsten norddeutschen Rennserie war es in Elmshorn sein sechster Sieg und Raible schloss damit zum Führenden Lutz Schröder auf. Einen Tag später überholte Raibel, der im Sommer beim Straßentraining in einen schweren Unfall mit einem Pkw verwickelt war, ihn dann im Finale in seinem Heimatort Buchholz. Schröder hatte schon vor dem Start am Butterberg gewusst: „Mein Vorsprung ist nicht komfortabel und ich fürchte, ich werde das Gelbe Trikot heute, spätestens morgen loswerden.“

Raible war bei weitem nicht der einzige Fahrer mit nationalen oder internationalen Erfolgen in seiner Vita. Manja Wahl darf sich gar Weltmeisterin bei den Seniorinnen nennen. Die Siegerin der Frauenklasse lobte: „Ein sehr schöner Kurs, nur die Treppen müssten einen anderen Abstand haben. Das ist etwas schwer für meine kurzen Beine.“

Die Passage den Rodelberg hoch war nicht der einzige technisch anspruchsvolle Abschnitt. Hatten die Mitarbeiter des städtischen Betriebshofs bei der Beseitigung der Sturmschäden vielfach ganze Arbeit geleistet, wie die am Rande der Strecke aufgetürmten Haufen frisch gesägten Holzes zeigten, so blockierten doch drei große umgestürzte Tannen den Weg. Diese wurden kurzerhand als zusätzliche Hindernisse integriert. „Zwei Paletten und Spanngurte – dann geht das“, sagte Martin Schwier, der für die ausrichtende RG Uni Hamburg in Elmshorn die Kontakte hält.

Die erzwungene Terminverschiebung hat, so die erste Bewertung, dem Nikolauscross in puncto Teilnehmerzahl gut getan. „Wir haben in allen Klassen mehr Meldungen als zum ursprünglichen Termin“, sagte Robert Müller. Einen Grund sah der Sportliche Leiter der RG Uni Hamburg darin, dass am gestrigen Sonntag das Finale des Stevens Cyclocrosses stattfand. Besonders für Fahrer mit weiter Anreise schien diese Ballung attraktiv zu sein. „Es ist vielleicht eine Überlegung, dieses Doppel-Wochenende zu blocken“, sagte Müller, der diesen Gedanken zumindest in die Planungen für die Serie 2014/15 mit aufnehmen will.

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Eine Bildergalerie zum Neujahrsempfang finden Sie im Internet auf www.elmshorner-nachrichten.de


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erstellt am 20.Jan.2014 | 06:30 Uhr

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