Ausgebrüllt, Pumpe

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Handball-Landesligist HSG Horst/Kiebitzreihe schmeißt überraschend Trainer Michael Krieter raus / Torsten Zaremba übernimmt

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25. September 2019, 16:00 Uhr

Horst | „Wir haben Pumpe Krieter mit sofortiger Wirkung freigestellt.“ Diese Nachricht von Holger Bey, dem Handball-Chef der HSG Horst/Kiebitzreihe, schlug ein wie eine Bombe. Der Handball-Landesligist trennt sich nach dem dritten Spieltag – einem 43:30-Auswärts-Erfolg beim TSV Alt Duvenstedt – der neuen Saison von seinem Trainer.

Unmittelbar nach dem Abstieg aus der Schleswig-Holstein-Liga im Sommer dieses Jahres hatte Bey dem früheren Nationaltorhüter noch das Vertrauen ausgesprochen. Jetzt erklärte Bey: „Die sportlichen Ziele sind über die gesamten zweieinhalb Jahre nicht erreicht worden.“ Die Freistellung sei eine „einstimmige Vorstandsentscheidung“. Eine Begründung, die Krieter in keiner Weise nachvollziehen kann. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, sagte er, deutlich spürbar mit fassungsloser Stimme.

In der Tat scheint der Zeitpunkt dieser Freistellung, die nichts anderes als ein Rausschmiss ist, unglücklich. „Wäre das am Ende der letzten Saison so gekommen, wäre doch alles okay gewesen“, schüttelte Krieter den Kopf. „Das sind alles vorgeschobene Gründe. Fakt ist, dass es keine Unstimmigkeiten in der Mannschaft gibt. Fakt ist auch, dass es zwischenmenschliche Probleme zwischen Bey und Krieter gibt. Wir reden seit drei Monaten nicht mehr miteinander“, brach es aus dem, seit Montag Ex-Coach der Haie, heraus. Darauf angesprochen, blieb Holger Bey bei seiner Begründung: „Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“

Die Mannschaft als Mitbetroffene kann mit dieser Entscheidung leben. „Wir wurden unmittelbar davor befragt. Wir haben geantwortet, dass wir sowohl den einen wie auch den anderen Weg mitgehen“, antwortete Marc Spring als einer der beiden Mannschaftskapitäne. Allerdings deutete der dienstälteste Spieler auch an, dass Krieter „die Mannschaft teilweise nicht mehr erreicht“ habe. Ein bereits geplantes Gespräch zwischen Mannschaftsrat und Trainer sei jetzt allerdings durch die Entscheidung des Vorstands nicht mehr möglich.

Diese Version bestätigte Kapitän Nummer zwei, Jan Francis Stefan. „Wir hatten zwar ein, zwei Infos. Aber dass das jetzt so kurzfristig kommen würde, hat auch uns überrascht“, sagte Stefan. „Wir lassen uns davon nicht irritieren. Pumpe hat einen starken Charakter; wir als Mannschaft haben aber auch einen starken Charakter.“

Gestern Abend leitete der bereits verpflichtete Nachfolger Torsten Zaremba (ehemals Krause, Foto) das Training der Haie. „Zaubermaus“, so sein Spitzname, war zuletzt Spielertrainer beim Barmstedter MTV II. Beim nächsten Heimspiel am Freitag, 27. September, gegen Rot-Weiß Niebüll (20.30 Uhr, Hölle Horst) wird aber noch Co-Trainer Detlev Sieper allein auf der Bank Platz nehmen, da Zaremba verhindert ist.

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