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Junioren-Fussball : Auf großem Fuß nach Schottland

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Klein Nordenderin Anneke Borbe vom DFB nominiert

Vor dem Höhepunkt ihrer bisherigen Fußballkarriere war Anneke Borbe noch einmal richtig Ausspannen: In der ersten Woche der Herbstferien ging’s in den Urlaub auf einen Bauernhof in Ankum. Schließlich liegen aufregende Tage vor und hinter ihr.

Am Ende war nämlich auf einmal alles ganz schnell gegangen: Im Mai war Anneke Borbe mit der Hamburger U16-Auswahl beim Länderpokal in Duisburg. Es folgte die Einladung zur ersten Sichtung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit 60 Teilnehmerinnen. Beim Kadertraining waren es dann nur noch 30 Kandidatinnen, von denen schließlich 20 für die Länderspielreise des DFB nach Schottland (26. bis 31. Oktober) nominiert wurden.

Die 14 Jahre alte Klein Nordenderin ist eine von zwei Torhüterinnen in diesem erlesenen Kreis der Altersklasse U15.

„Das ging im Vier-Wochen-Takt“, staunt die Bismarckschülerin kurz vor dem Abflug in die Highlands selbst noch immer über das Tempo, welches ihre Entwicklung aufgenommen hat.

Andererseits: Es war ja auch gewollt. Auch um höherklassig zu spielen, hatte sie im Sommer vergangenen Jahres die SV Lieth, bei der sie im Alter von fünf Jahren mit dem Vereinsfußball in der G-Jugend begonnen hatte, in Richtung SC Nienstedten verlassen. „Es ging das Gerücht um, dass sich unsere Mannschaft in Lieth auflösen würde. Daher habe ich mich umgehört“, erzählt sie. Letztlich blieb das Team der Spielvereinigung doch zusammen, doch den Wechsel hat Borbe seither nicht bereut. „In Nienstedten hat es mir auf Anhieb sehr gut gefallen“, sagt Anneke. Und als Keeperin in der Verbandsliga der C-Junioren ist es wohl auch das bessere Sprungbrett.

Nur die Fahrerei zum Training auf dem Sportplatz Quellental ist etwas nervig. Deshalb fährt Annekes Mutter, Inga Borbe, ihre Tochter auch nur einmal in der Woche zum Mannschaftstraining. Dennoch ist die Woche vollgepackt mit Fußballterminen: Trainingseinheiten mit der HFV-Auswahl (zumeist in Hamburg-Jenfeld) und beim DFB-Stützpunkt in Pinneberg stehen ebenfalls regelmäßig an. Zudem ist Eigeninitiative gefragt: Stabilisierungs- und Schnelligkeitsübungen macht sie zu Hause. Grundkondition tankt sie beim Laufen durchs Dorf („Aber nur mit Hund!“).

Belächelt wird die im wahrsten Sinne des Wortes auf großem Fuß (Schuhgröße 44) spielende Klein Nordenderin schon lange nicht mehr, wenn sie als einziges Mädchen unter 21 Jungs aufläuft. „Es hat aufgehört, dass jemand vor dem Spiel sagt „Oh mein Gott, ein Mädchen“, betont sie lachend.

Vor dem bisherigen Höhepunkt ihrer Fußballlaufbahn ist sie natürlich ein bisschen aufgeregt. Es hat doch einige Zeit gebraucht, bis sie sich mit dem Status Nationalspielerin angefreundet hat. „Nach dem Kaderlehrgang hatte ich nicht gedacht, dass ich überhaupt zur Sichtung mitkomme“, sagt sie. Und nun ist Anneke die einzige Akteurin aus einem Hamburger Klub, die mit nach Schottland fährt.

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erstellt am 25.Okt.2014 | 15:59 Uhr

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