Fussball-Oberliga : Auf der Suche nach der Balance

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Hinrunden-Rückblick Teil 3: Der SV Rugenbergen hat erfolgreich seine Abwehr stabilisiert, dabei jedoch seine Offensivkraft eingebüßt

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02. Januar 2015, 16:00 Uhr

In einer losen Serie blickt unsere Zeitung auf das Abschneiden der drei hiesigen Vertreter in der Hinrunde der Fußball-Oberliga zurück. Heute der dritte und letzte Teil: Der SV Rugenbergen, der sich auf der Suche nach der Ausgewogenheit befindet. Auf dem Weg zur defensiven Stabilität ist die Offensivkraft der vergangenen Tage verloren gegangen.

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Der Sturm gewinnt die Spiele, die Abwehr holt die Meisterschaft. So lautet eine alte Fußballweisheit. Angesichts von 62 Gegentreffern in der vergangenen Oberliga-Spielzeit war es demnach wenig überraschend, dass Trainer Ralf Palapies mit seinen Fußballern des SV Rugenbergen trotz einer gut geölten Offensiv-Maschine und 74 erzielten Treffern kein ernsthaftes Wort um den Titel mitsprechen sollte. „Wir haben sehr viel Potenzial in der Mannschaft, haben einen tollen Offensivfußball gespielt, was unserer Philosophie entspricht. Wir müssen aber auch lernen, mal ergebnisorientierter zu sein, notfalls auch zu Lasten der Attraktivität“, ließ der Coach während der Vorbereitung verlauten.

Rund fünf Monate später lässt sich mit Blick auf die Statistik verlauten: Mission erfüllt. In den 18 absolvierten Begegnungen kassierten die Bönningstedter gerade einmal 22 Gegentore und senkten somit ihren Gegentorschnitt pro Partie im Vergleich zur Vorsaison von 1,82 auf beachtenswerte 1,22 Tore.

Aber wie heißt es so schön: Eine Veränderung bringt Konsequenzen mit sich. Auf dem Weg zur neugewonnenen Stabilität ist dem Palapies-Team die Torgefahr der Vergangenheit abhandengekommen. Gerade einmal 22 Treffer – im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 45 Tore – lassen den SV Rugenbergen erneut im oberen Tabellenmittelfeld eintrudeln. Nicht mehr und nicht weniger. „Wir hatten uns einen Rang unter den ersten sechs erhofft. Nun ist es Platz sieben geworden, da ist noch nichts verloren, jedoch müssen wir die Balance zwischen Offensive und Defensive verbessern. Während die Abwehr zumeist gut stand, fehlte uns dafür die Torgefahr. Das Zauberwort lautet Ausgewogenheit“, analysiert der 44-jährige Übungsleiter.

Exemplarisch für die schwächelnde Offensivreihe der Bönningstedter steht derweil Pascal Haase. Der hiesige Toptorjäger der vergangenen Spielzeit (18 Tore) blickt angesichts seiner Fähigkeiten auf eine mehr als enttäuschende Hinserie zurück. In 15 Einsätzen markierte Haase lediglich einen mickrigen Treffer, wobei der 20-Jährige aufgrund von Schulterproblemen und einer Kreuzbandzerrung nie richtig in Fahrt kam und meist nur als Joker in das Geschehen eingriff. „Pascal hatte eine Hinserie zum Vergessen. Er war zu keinem Zeitpunkt in bester Verfassung. Zur Rückserie erhoffen wir uns den alten Pascal zu Gesicht zu bekommen“, so Palapies.

Ungeachtet des bisherigen „Ausfalls“ Haases sollte sich das Team, angeführt von den erfahrenen Akteuren wie Jan Melich, Dennis von Bastian und Heiko Ansorge, im Laufe der Spielzeit in den oberen Tabellengefilden einfinden. Die Höhepunkte der Hinserie: Gleich zwei Mal gelang es der Palapies-Elf fünf Partien in Folge ungeschlagen zu bleiben und dabei jeweils 13 von 15 möglichen Zählern einzufahren. Die Belohnung war der zwischenzeitliche Sprung auf den vierten Rang.

Die erhoffte Konstanz stellte sich beim Team aus Bönningstedt dennoch nicht ein. Aufgrund von zuletzt fünf sieglosen Begegnungen in Serie rutschte Rugenbergen auf den siebten Tabellenplatz ab und verabschiedete sich mit getrübter Stimmung in die Weihnachtszeit. „Wir haben zuletzt nicht die nötige Spannung auf den Platz bekommen und in der Offensive kein Scheunentor getroffen“, so Palapies, dem die Offensivschwäche nicht vorenthalten geblieben ist.

Abhilfe soll Winter-Neuzugang Patrick Ziller schaffen. Der ehemalige Spielgestalter des vom Spielbetrieb zurückgezogenen FC Elmshorn spielt in den Planungen der Bönningstedter eine Hauptrolle. „Mit Patrick, Dennis von Bastian und Jan Melich verfügen wir über ein erstklassiges Mittelfeld. Nicht nur der Sturm, sondern auch die Reihe davor ist ab sofort gefragt“, nimmt der Coach sein Team in die Pflicht.

Egal ob im 4-1-4-1 oder 4-4-2 mit Haase und Partner Max Scholz an vorderster Front, Palapies ist einer Rückkehr zu den Wurzeln nicht abgeneigt. „Wir wollen in der Rückserie wieder offensiver auftreten, dürfen dabei aber auf keinen Fall die Defensive außer Acht lassen. Die Balance muss einfach stimmen“, so Palapies. Die Suche nach dem Erfolgsrezept geht somit weiter.

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