Ansage zum Spitzenspiel

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Baseball: Elmshorn Alligators schielen auf die Meisterschaft der 2. Bundesliga Nord / Spartenleiter André Lopacinski schreibt Familienbande im Ballpark Wilhelmshöhe groß

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06. Juli 2018, 16:01 Uhr

Zwölf Siege in Folge – und das als Aufsteiger. „Da geht man mit breiter Brust in das Spiel“, sagt André Lopacinski. Das Spiel, es ist die Spitzenpartie der 2. Baseball-Bundesliga Nord am morgigen Sonnabend, 7. Juli. Die Elmshorn Alligators empfangen als Tabellenführer Verfolger Kiel Seahawks im Ballpark Wilhelmshöhe. „Das größte Baseballspiel des Nordens“, rührt Lopacinski, Catcher und Vorsitzender der Echsen, kräftig die Werbetrommel, da die erste Liga die reguläre Saison bereits hinter sich hat. Die beiden ersten Vergleiche hatten die Allis am 29. April verloren (5:8, 2:5), am 13. Mai aber zweimal gewonnen (16:10, 10:0).

Der 34-Jährige schickt gleich eine Kampfansage an die Konkurrenz hinterher: „Wir wollen Meister werden. Wenn wir das sportlich schaffen, wäre es das größte, was passieren könnte.“ Bei all der Euphorie angesichts des guten Laufs schweift der Blick aber nicht ab in Richtung eines Aufstiegs, der nur über eine Relegationsrunde möglich wäre. „Damit habe ich mich noch nicht beschäftigt“, sagt er.

Woher kommt der Aufschwung der Elmshorner Baseballer, die vor drei Jahren freiwillig auf die zweite Liga verzichtet und zwei Spielzeiten in der Regionalliga angetreten waren? „Jeder macht mit“, antwortet Lopacinski. Ronja Scherfisee, Ehefrau von Spielertrainer Dennis Scherfisee, organisiert mit Kassenwart Jens Scheel das seit Ewigkeiten „Björn“ genannte Verkaufshäuschen, an dem es zum Spieltag mit die besten Burger der Stadt gibt. Hauke Brockmann und Marc Leineweber helfen beim Führen der Statistiken. Matthias Diekert gibt auch Baseball-unkundigen Zuschauern als Moderator einen Einblick in den us-amerikanischen Nationalsport, der für den Laien auf den ersten Blick oft langweilig wirkt. Das Duell des verteidigenden Pitchers mit den Schlagmännern des angreifenden Teams beherrscht das Spiel. Richtig in Bewegung auf dem großen Feld ist der kleine weiße Ball nur selten.

„Es ist schwer reinzukommen; es ist kein Volkssport“, weiß Lopacinski. Ihn selbst hat die Begeisterung für Handschuh und Schläger bei der ersten – schmerzhaften – Begegnung im Alter von acht Jahren gepackt, am Tag der Konfirmation seines älteren Bruders Jan. „Ich durfte trotzdem am Nachmittag zum Schnuppertraining der Allis“, erzählt er. Kaum auf dem Platz, landete eine unachtsam – entgegen aller Regeln – weggeworfene Keule an der Stirn des Schülers. Die Platzwunde musste genäht werden. „Das war meine erste Berührung mit Baseball. Ich bin dabei geblieben.“ Und das mit einer kurzen Pause während der Ausbildung zum Bankkaufmann bis zum heutigen Tage.

Im zweiten Jahr ist er nun Spartenleiter. „Das ist für mich wie eine Herzensangelegenheit“, sagt er. Bei den Büroarbeiten im Kontakt mit Verbänden und Vereinen steht ihm sein Bruder Jan (38) als Stellvertreter und Rechtsanwalt zur Seite. Da bekommt das Wort von der großen Familie, das André Lopacinski gern für die Alligators in den Mund nimmt, eine ganz besondere Bedeutung. Und nicht nur deshalb: „Meine Verlobte backt Kuchen und fährt auch mal am verkaufsoffenen Sonntag nach Itzehoe einkaufen, wenn etwas fehlt“, so der Spartenleiter und schickt ein dickes Danke an seine Ann-Kathrin hinterher. Die Hochzeit des Paares, das zwei Kinder hat, steht im September an – nach Ende der Baseballsaison, um die sich so vieles dreht und an deren Ende am liebsten nicht nur der Tausch der Ringe gefeiert werden soll.

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