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Fussball-Oberliga : Als er gebraucht wurde, war er da

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: SVR-Stürmer Max Scholz will auch gegen „Vicky“ überzeugen / VfL gastiert beim Team der Stunde / Bleibt HR oben dran?

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | Als er gebraucht wurde, war er plötzlich da. „Es zeichnet einen guten Fußballer aus, wenn er zum richtigen Zeitpunkt Verantwortung übernimmt“, lobt Ralf Palapies, Trainer der Oberliga-Fußballer des SV Rugenbergen, seinen Stürmer Max Scholz. Dabei ist Scholz eigentlich gar nicht der Typ, der gerne im Fokus steht, sich in den Vordergrund drängt.

Aber als alle über den verletzungsbedingten Ausfall von Rugenbergens Torjäger Pascal Haase (Schulter) diskutierten und man den Bönningstedtern mit dem Fehlen Haases auch das Fehlen jeglicher Torgefahr attestierte, trat Scholz auf den Plan – und aus dem Schatten Haases: Als Einwechselspieler traf er im Pokal-Derby gegen den VfL Pinneberg (4:1), den FC Elmshorn (5:1) schoss Scholz mit vier Toren nahezu im Alleingang ab und vor gut einer Woche gelang ihm bei Barmbek-Uhlenhorst (1:0) der Siegtreffer. „Bereits in der zurückliegenden Spielzeit hat Max zwölf Mal für uns getroffen. Er kann’s also“, erinnert sein Coach. Da aber Haase zu den insgesamt 74 Rugenbergener Toren 18 beisteuerte, trat Scholz – mal wieder – in den Hintergrund.

„Weil Pascal zu Saisonbeginn ausfiel, ist unser Spiel nun ein wenig mehr auf Max zugeschnitten, das kommt ihm sicher zugute“, sagt Palapies und fügt hinzu, dass er auch bei einer baldigen Rückkehr von Haase („er ist schon wieder bei 80 bis 90 Prozent“) nicht auf Scholz verzichten mag. „Es ist kein Entweder-oder, sondern ein Miteiander. Beide kennen sich, wenn beide in dieser Saison zusammen wieder 30 Tore beisteuern, hätte ich damit kein Problem.“

Daran, dass der SVR nach einem Stolperstart (zwei Pleiten zum Auftakt) die vergangenen vier Partien in Folge gewinnen und auf Rang vier des Tableaus klettern konnte, hat Scholz einen gehörigen Anteil. Und er soll auch dabei mithelfen, die Serie am Sonnabend gegen den SC Victoria (15 Uhr) auszubauen und die neue Bönningstedter Balance zwischen Angriff und Abwehr zu stabilisieren. Denn anders als in der vergangenen Serie, als die Palapies-Mannen bei 74 geschossenen Toren stolze 62 Gegentore kassierten, setzt der Trainer nun auf mehr Ausgeglichenheit zwischen Offensive und Defensive.

„In der vergangenen Saison hatten wir nach sechs Spieltagen ein Torverhältnis von 19:10, jetzt liegt es bei 10:5, wir haben es quasi halbiert, das zeigt, dass wir mehr Wert auf die Defensive legen, ohne dabei jedoch die Offensive komplett zu vernachlässigen. Ein 1:0-Sieg reicht also auch, es muss nicht immer ein 5:3 sein“, so Palapies.

Drei bis vier taktische Dinge habe er verändert, damit sein Team defensiv besser stehe, die taktische Grundordnung 4–4–2 oder 4–1–4–1 behält der Coach aber auch gegen „Vicky“ bei. Der Serien-Oberligameister der Jahre 2007 bis 2010 und Absteiger aus der Regionalliga erwischte nach einem Umbruch einen Fehlstart (nur zwei Siege aus sechs Partien). „Nach dem Abstieg sind sie noch in der Findungsphase, aber die individuelle Klasse mit Ex-Profi Marius Ebbers (war auch mal in Rugenbergen im Gespräch, d. Red.) oder Dennis Thiessen sucht ihresgleichen, “, warnt Palapies.

Warnen muss auch Michael Fischer – und zwar seine Spieler des VfL Pinneberg vor dem morigen Gegner Meiendorfer SV (14 Uhr). Der MSV ist das einzige Team der Liga, das noch ohne Punktverlust (sechs Siege, nur zwei Gegentore) geblieben ist.

Bereits am Dienstag suchte Fischer deshalb das Gespräch mit seinem Verteidiger, dem Ex-Meiendorfer Sascha Bernhardt, um sich Tipps zu holen. „Er hat mir einiges berichtet, wird mal bei ihnen reinhorchen. Aber auch ich habe Meiendorfer bereits in Rugenbergen gesehen“, verrät der VfL-Coach, der beim MSV Schwächen erkannt haben will: „Ihre Außenverteidiger agieren extrem offensiv, auch ihre beiden Sechser stehen tendenziell hoch. Da ergeben sich für unsere schnellen Außenstürmer zwangsläufig Räume, die wir nutzen wollen.“ Meiendorf, so Fischer weiter, sei „ein diszipliniertes und starkes Team, aber keine Spitzenmannschaft.“ Insofern habe man Respekt, aber keine Angst. „Zumal wir auswärts in Altona oder bei Curslack zuletzt durchaus überzeugen konnten“, so der Trainer, der an der Meiendorfer Straße jedoch auf Benjamin Brameier (Exkursion) und Sascha Richert (Urlaub) verzichten muss und deshalb überlegt, das System von einem 4-4-2 in ein 4–3-3 umzuwandeln.

Erwägt auch Thomas Bliemeister, Coach der SV Halstenbek-Rellingen, vor dem Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen Aufsteiger und Pokalsieger USC Paloma Änderungen? „Das hängt davon ab, ob Stürmer Enrik Nrecaj rechtzeitig fit wird“, sagt er. Wenn ja, überlegt Bliemeister mit zwei Spitzen (Schneider und Nrecaj) zu agieren. Wenn nicht, wird HR nur mit einem Angreifer und Spielmacher Ümit Karakaya dahinter spielen. Der 58-Jährige tendiert zur zweiten Variante – auch, um mit Nrecaj gegebenenfalls noch während des Spiels eine Offensivoption in der Hinterhand zu haben.

Einen ähnlich defensiven Gegner wie Vier- und Marschlande vor zwei Wochen (1:0) erwartet Bliemeister nicht: „Paloma wird früh attackieren, nicht nur hinten drin stehen.“ Verzichten muss er wohl auf Angreifer Arboleda-Sanchez (Adduktoren), aber auch HR hat viele Spieler im Kader, die auf den Punkt da sein können, wenn sie gebraucht werden.

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