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Fußball-Oberliga : Alles offen – in jeder Hinsicht

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: Vor dem Derby gegen Rugenbergen grübelt Michael Fischer vom VfL Pinneberg über die Taktik. SVR-Coach Palapies mit Vorfreude.

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Selten waren sie sich so uneins. Never change a winning team oder doch wieder etwas Neues ausprobieren?

Michael Fischer, Trainer der Oberliga-Fußballer des VfL Pinneberg, und sein Co Börje Scharnberg steckten unter der Woche die Köpfe zusammen. Sie tauschten sich aus, sie grübelten. Ergebnis: „Noch gibt es kein Ergebnis“, sagt Fischer vor dem so wichtigen Derby gegen den SV Rugenbergen am Sonntag (15 Uhr, Stadion 1).

Während Scharnberg es favorisiert, gegen die Bönningstedter wie zuletzt bei Barmbek-Uhlenhorst (0:0) erneut mit einem Libero (Thorben Reibe) und zwei Manndeckern spielen zu lassen, plant Fischer etwas anderes: „Ich glaube einfach, dass dieses System zwar gegen BU hervorragend gepasst hat, gegen Rugenbergen aber nicht passt“, so der 47-Jährige. Die Begründung schiebt er gleich nach: „BU agiert sehr kompakt mit gutem Umschaltspiel und wuchtigen, robusten Stürmern. Rugenbergen ist hingegen viel beweglicher und flexibler im Angriff, steht höher und hat mehr Ballbesitz.“ Eine Dreierkette mit großen Manndeckern wie Jan-Philipp Zimmermann wäre, so sieht es der VfL-Coach, das falsche Mittel gegen Rugenbergens flinke Offensivkräfte Jan Lauer und Pascal Haase. Letzteren bezeichnet Fischer gern als „Rugenbergens Duracell-Hasen“ – „weil er läuft ohne Ende und überall zu finden ist.“

Wer aber kann den Dauerläufer stoppen? „Gut möglich, dass wir die Abwehrkette umbauen und schnelle Manndecker wie Alexander Borck oder Fabian Knottnerus installieren“, orakelt Fischer, der wohl auch im Mittelfeld erneut umstellen muss. Spielmacher Benjamin Brameier plagt sich seit Wochen mit Hüftschmerzen herum, musste gegen BU ausgewechselt werden.

Zu gerne wäre er auf seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Jan Melich getroffen. Brameier und Rugenbergens Kapitän spielten gemeinsam beim SC Victoria, wurden 2010 Meister. Doch während Melich zurück ist vom Junggesellenabschied seines Cousins auf der Ferieninsel Ibiza, sieht Fischer Brameiers Einsatzchancen bei gerade einmal 50 Prozent: „Ich weiß nicht, ob es für die 90 Minuten reicht, zumal ein Derby ja auch immer ein sehr intensives Spiel ist.“

Fischer würde Brameiers Ausfall mehr als bedauern: „Benni ist bei uns unersetzbar, er schafft die perfekte Balance zwischen Offensive und Defensive.“ Auch für die Ex-Rugenbergener Christian Dirksen (Schambein) und Sören Lühr (Trainingsrückstand), die am Dienstag im Testspiel beim Bezirksligisten SSV Rantzau (4:1) zum Einsatz kamen, jedoch noch nicht bei alter Stärke sind, kommt der Einsatz in der Startelf womöglich zu früh.

Der langzeitverletzte Stürmer Artur Frost (Knie, ebenfalls Ex-Rugenbergener) fällt ohnehin aus. Bleiben noch die Brüder Luis und Daniel Diaz Alvarez, die bis 2013 beim SVR spielten und auf einen Einsatz brennen. „Aber nicht, weil sie noch eine Rechnung offen haben“, weiß Fischer, „die Jungs haben einfach immer Lust auf Fußball. Wenn du die im Winter am Sonntagmorgen um 7 Uhr zum Extratraining bittest und es sind minus zehn Grad Celsius, dann stehen die um 6.50 Uhr trotzdem im Trainingsanzug auf’m Platz.“

Und wen schickt Fischers Pendant Ralf Palapies am Sonntag auf selbigen? „Es sind alle fit, die Stimmung ist gut“, sagt er. Die ganz großen taktischen Überraschungen erwartet Palapies von Fischer nicht: „Ich gehe stark davon aus, dass die Nummer mit Reibe als Libero eine einmalige Variante war, um die Mannschaft zu stabilisieren. Ich denke, der VfL wird sich auf seine Stärken besinnen: Kompakt stehen, kontern oder auch mal bei Standards zuschlagen – da sind sie stark“, weiß „Pala“, der sich auf das Derby freut: „Es sind immer besondere Spiele, es wird zur Sache gehen, das sollte man aber nicht überbewerten.“ Denn, so Pala mit einem Augenzwinkern: „Während das Spiel zwischen dem VfL und HR ja bekanntlich die Mutter aller Derbys ist, ist die Partie zwischen uns und dem VfL nur die Schwester aller Derbys.“

Ein Sieg ist so oder so von beiden Seiten eingeplant – mit welchem Personal und welcher Formation, wird erst kurzfristig entschieden – alles offen, in jeder Hinsicht. 

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