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Fußball-Oberliga : Alles eine Frage der Coolness

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fußball: Rugenbergens Pascal Haase ist erst 19, trifft aber am laufenden Band – St. Pauli II und der HSV II zeigen Interesse

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Er ist zwar erst 19 Jahre jung und hat noch keine zwei Spielzeiten im Herrenfußball absolviert, dennoch ist  Pascal Haase (19) beim Oberligisten SV Rugenbergen nicht mehr wegzudenken. In seiner Premierensaison 2012/13 überraschte der Youngster mit 15 Treffern in 28 Spielen. In der aktuellen Spielzeit ist der talentierte Angreifer drauf und dran, diese Marke zu toppen, hat in der Hinserie in 18 Auftritten bereits zwölf Mal eingenetzt. Das ist auch den Nachwuchsteams des FC St. Pauli und des HSV nicht verborgen geblieben. Die Verlockung ist groß, ein Wechsel in die Regionalliga könnte bevorstehen. Doch Haase bleibt gelassen und verrät im Interview, wie Mitspieler, Trainer und Familie dafür sorgen, dass er auf dem Teppich bleibt und warum ihm sein Vater, der Bayern-Fan ist, auch einen Wechsel zum HSV II verzeihen würde.

Pascal, verraten Sie doch einmal bitte das Geheimnis Ihrer Abgeklärtheit.
Pascal Haase:
Was genau meinen Sie?

Na ja, Sie spielen gerade einmal Ihre zweite Herrensaison und zählen schon zu den abgeklärtesten Torjägern der gesamten Oberliga. Warum sind Sie in jungen Jahren schon so cool?
Haase (lacht):
Mein Trainer, Ralf Palapies, hat mir einfach das Vertrauen geschenkt und mir gesagt, ich soll mir nicht übermäßig viele Gedanken machen, sondern einfach das, worauf ich Lust habe und was ich kann – und das ist Toreschießen. Darüber hinaus habe ich eine Familie, die mir den Rücken stärkt und mich davon abhält, abzuheben.

Holen Sie sich auch Rat von Mitspielern?Haase: Natürlich. Im Angriff war mein älterer Sturmpartner Mario Jurkschat jemand, der mich stets geführt hat, mir mit Rat zur Seite stand. Jetzt ist er leider langfristig verletzt und das bedauere ich sehr. Aber auch erfahrenere Mitspieler wie „Buddy“ von Bastian, Jan Melich oder unser Keeper Dennis Schultz sind verlässliche Ansprechpartner innerhalb des Teams. Vor allem „Schulle“ (Schultz, Anm. d. Red.) sorgt immer wieder auf humorvolle Weise dafür, dass ich nicht abhebe, wenn ich mal zwei Tore gemacht habe. Dann fragt er mich mit einem Augenzwinkern, was ich denn schon erreicht hätte.

Mit Milos Ljubisavljevic vom FC Elmshorn hat Ihr Team einen neuen Offensivakteur verpflichtet. Freuen Sie sich oder ist er zusätzliche Konkurrenz?
Haase:
Nein, ich freue mich über seine Verpflichtung. Er ist ein Klasse-Fußballer, den ich schon aus meiner Zeit bei Eintracht Norderstedt kenne, als ich in der Jugend und er bei den Herren stürmte. Er wird uns sicher verstärken, noch unberechenbarer machen.

Ihr Trainer Ralf Palapies schwärmt, Sie hätten sich in dieser Saison abermals verbessert, seien nicht nur torgefährlich, sondern auch noch mannschaftsdienlicher geworden.
Haase:
Das Lob freut mich. Aber ich muss sagen, dass ich von der Entwicklung der Mannschaft insgesamt profitiere. Wir sind als Team noch kompletter und stärker geworden, das hilft jedem einzelnen in seiner persönlichen Entwicklung weiter.

Ihre Entwicklung ist auch den Nachwuchsabteilungen der Hamburger Profiklubs nicht entgangen. In der vorletzten Woche waren Sie fünf Tage lang beim Regionalligisten FC St. Pauli II zu Probetrainings eingeladen. Wie waren Ihre Eindrücke?
Haase:
Durchweg positiv. Die Jungs können alle Fußball spielen. Das Tempo ist noch höher, es geht noch aggressiver zur Sache als in der Oberliga. Man merkt schon, dass der Druck, spielen und sich anbieten zu müssen, enorm groß ist.

Wie haben Sie sich verkauft?
Haase:
Ich war natürlich etwas nervös, kannte das Team noch nicht. Ich denke aber, dass ich meine Sache ganz gut gemacht habe, auch wenn ich den Anspruch an mich habe, dass es immer noch etwas besser sein könnte.

St. Paulis Trainer Thomas Meggle ist ein alter Wegbegleiter von Ihnen, trainierte Sie bereits vor zwei Jahren in der A-Jugend von Blau-Weiß 96 Schenefeld, als Sie Hamburger A-Jugend-Meister wurden. Ein Vorteil?
Haase:
Wir haben tatsächlich bereits erfolgreich zusammengearbeitet – insofern kann ich ihn und seinen Arbeitsstil gut einschätzen. In der kommenden oder übernächsten Woche werden wir ein Feedback-Gespräch führen und dann weitersehen.

Auch der Hamburger SV II hat in jüngster Vergangenheit Scouts an die Ellerbeker Straße beordert, um Sie beobachten zu lassen.
Haase:
Das habe ich auch bereits vernommen, allerdings nur aus den Medien. Vom HSV selbst habe ich noch nichts Konkretes gehört.

HSV oder St. Pauli? Wohin würden Sie denn tendieren?
Haase:
Eigentlich bin ich HSV-Fan, aber wenn der FC St. Pauli II wirklich verbindlich anfragen würde, wäre das eine Riesensache, ein Traum.

Und im Elternhaus gibt es keine HSV-Fans, sodass es dann im Falle eines Wechsels zu St. Pauli Ärger geben könnte?
Haase (lacht):
Nein, keine Angst! Mein Vater ist ohnehin Bayern-Fan und solange die mir kein Angebot unterbreiten, wird er ganz ruhig und gelassen bleiben.

Das heißt die Regionalliga ist eine echte Option für Sie, Sie wollen den nächsten Karrieresprung wagen?
Haase:
Auf jeden Fall, das wäre für mich der nächste Schritt. Aber ich überlege mir alles ganz in Ruhe, werde nichts überstürzen.

Haben Sie einen Berater oder wer ist Ihr Ratgeber in solchen Karrierefragen?
Haase:
Nein, einen Berater habe ich nicht. Meine Eltern sind für mich ebenso wichtige Ansprechpartner, wie mein Trainer Ralf Palapies oder auch meine Mitspieler. Ich hole mir von allen eine Meinung ein, um dann am Ende selbst eine Entscheidung zu treffen.

Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen?Haase: Nein. Zunächst ist es eine große Ehre für mich, wenn der FC St. Pauli II mich einlädt. Jetzt muss ich mich anbieten und dann wird man sehen, wie es weitergeht.

Das ursprünglich für morgen angesetzte Derby gegen Halstenbek-Rellingen muss ausfallen. Im Hinspiel haben Sie doppelt getroffen. Bedauern Sie den Ausfall?Haase: Natürlich! In Derbys treffe ich besonders gern. In den letzten drei Partien gegen HR konnte ich vier Tore erzielen. Das Schöne an Derby-Siegen ist, dass man auf sie auch noch eine Woche nach dem Spiel im Kreis angesprochen wird. Und auch wenn die HR-Spieler das so nicht offen zugeben würden, so haben Sie das 1:7 bestimmt noch in den Hinterköpfen. Jeden Fußballer wurmt so etwas, das war bei unserem 0:7 in der Hinrunde bei Curslack nicht anders. HR wird also im Wiederholungsspiel sehr konzentriert sein, aber ich denke, dass wir uns dennoch am Ende wieder durchsetzen werden – auch wenn das Ergebnis dann vermutlich viel knapper als beim Hinspiel sein wird.


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