Abstiegsangst am Feiertag

American Feeling: Eine Cheerleaderin lässt sich chauffieren.
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Football: Fighting Pirates stürzen nach 7:28 gegen Hildesheim Invaders ans Tabellenende der German Football League 2

shz.de von
16. Juni 2014, 16:00 Uhr

Chris Willadsen hätte sich ein besseres Ergebnis gewünscht. Immerhin waren die Eltern des USA-Imports der Elmshorn Fighting Pirates zum American Day im Krückaustadion. Doch die sahen wie mehr als 2400 weitere Fans eine weitere Niederlage der American Footballer des EMTV, die vierte in Folge – und dann auch noch ausgerechnet gegen den bisher sieglosen Mitaufsteiger in die German Football League 2, die Hildesheim Invaders. Ein 7:28 (7:21) stand am Ende auf der Anzeigetafel. Die Zusammenfassung von Elmshorns Chefcoach Stefan Mau sagte dann auch eigentlich alles: „Wir sind jetzt mitten drin im Abstiegskampf – und zwar richtig.“

Dabei brauchte sich Willadsen noch mit am wenigsten vorwerfen zu lassen – obwohl die Offensive Line Quarterback Tribble Reese längst nicht immer von den anstürmenden Verteidigern schützen konnte. Der zweite US-Amerikaner im Elmshorner Team wurde gleich fünfmal zu Boden gerissen ohne den Ball weiter gegeben zu haben. Der von einer Sommergrippe geschwächte Spielmacher musste sich aber vorhalten lassen, in kritischen Phasen schlicht und ergreifend nicht immer die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Immerhin: Reese spielte. Alexander Jakusch musste hingegen kurzfristig wegen Fiebers in der Nacht vorm Spiel passen. Dabei wäre der Runningback, der seine Wadenverletzung auskuriert hat, für das Laufspiel von enormer Bedeutung gewesen. So musste der junge Jannik Nowak, eigentlich gerade erst vom Spielmacher der letztjährigen Juniorenmannschaft zum Passempfänger (Receiver) umgeschult, sich nun allzu oft als Ballträger versuchen. „Es tut mir leid, einen so jungen Spieler schon fast verheizen zu lassen“, entschuldigte sich Mau, dem aber hinter einer guten ersten Formation trotz eines quantitativ großen Kaders noch die Alternativen, die in der 2. Bundesliga mithalten können, fehlen.

Das Niveau der Show vor dem Kickoff mit Fallschirmspringern und Autokorso konnten die Akteure jedenfalls nicht halten. Der erste Drive endete nach vier Versuchen. Die Gäste benötigten hingegen nur einen: Der Amerikaner Justin Duhaney tanzte die komplette Elmshorner Defense aus und lief über mehr als 40 Metern zum ersten Touchdown. Noch schlimmer: Den anschließenden Kickoff konnten die Seeräuber nicht sichern, sondern die Gäste kamen wieder in Ballbesitz. Drei Versuche später war erneut ein Eindringling in der Elmshorner Endzone. Das Selbstvertrauen der Pirates hatte innerhalb von fünf Minuten einen empfindlichen Knacks erlitten.

Dennoch gab sich Mau hinterher nicht enttäuscht. „Kampf und Einsatz stimmten“, sagte er. Doch die eigenen Aktivitäten reichten eben nicht zu mehr als dem Anschluss-Touchdown von Nowak bei einem vergebenen Fieldgoal-Versuch kurz vor der Halbzeitpause durch Sören Becker. Die Seeräuber haben nun eine Woche Zeit, um ihre Lehren aus der Partie zu ziehen. Das Rückspiel ist bereits am nächsten Sonnabend, 21. Juni, in Hildesheim.


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