Abgang nach zehn Pleiten

Tim Bracklow hatte nach einer schweren Vorbereitung und zehn Niederlagen in ebenso vielen Oberligaspielen dem Team die Vertrauensfrage gestellt.
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Tim Bracklow hatte nach einer schweren Vorbereitung und zehn Niederlagen in ebenso vielen Oberligaspielen dem Team die Vertrauensfrage gestellt.

Handball-Oberliga: Tim Bracklow verlässt abstiegsbedrohten TuS Esingen / Schütt übernimmt interimsweise

shz.de von
06. Dezember 2018, 16:00 Uhr

Was sich in der Saisonvorbereitung mit starken Leistungen in Testspielen gegen Mannschaften aus der 3.Liga so viel versprechend angelassen hatte, ist nach knapp sechs Monaten schon Vergangenheit. Dienstagabend beendeten die Handballer des TuS Esingen und Trainer Tim Bracklow ihre gemeinsame Arbeit. „Ich glaube, dass die Jungs diesen Impuls brauchen, um den drohenden zweiten Abstieg aus der Oberliga Hamburg/Schleswig-Holstein noch abwenden zu können“, sagte Bracklow.

 „Tim ist nicht zurück getreten, sondern hat zusammen mit uns nach den Gründen für unsere Misere gesucht“, gab Spieler Jonathan Karow das Gespräch aus der vergangenen Woche wieder. „Da ich schon so viel ohne Erfolg ausprobiert hatte, musste ich die Jungs befragen, ob vielleicht mein Rücktritt eine positive Wirkung haben könnte“, erklärte der Coach.

 Ob die neuerliche Niederlage gegen Wift Neumünster die Entscheidung der Mannschaft forcierte, ist nicht überliefert. Dass Team votierte jedenfalls dafür, sich vom Trainer zu trennen. „Nicht aus fachlichen oder persönlichen Gründen“, stellte Jonathan Karow klar, der das Training nur ausnahmsweise leitete. „Wir haben die Zusage von Co-Trainer Claas-Peter Schütt (kleines Foto), dass er uns weiterhin zweimal wöchentlich trainiert und uns auch bei den zwei noch ausstehenden Spielen vor Weihnachten betreut. Zudem will uns bis dahin auch unser alter Trainer Till Krügel unterstützen“, sagte Karow.

 Wer nach Gründen für diese Entwicklung sucht, muss zuerst die Saisonvorbereitung betrachten. Wegen noch nicht ausgeheilter Verletzungen fehlten Daniel Günter sowie die Brüder Hannes und Lennart Haas. Da der schmale Kader zudem in den ersten Wochen der Punktrunde aufgrund schlechter Abstimmung von Urlauben auch quantitativ ausgedünnt war, musste Coach Bracklow ohne ausreichende Alternativen auf der Bank auskommen. Zwar zeigte die Mannschaft mit Ausnahme des Spiels bei der SG Hamburg-Nord (14:28), dass sie in der Liga gut mithalten kann, taktische und individuelle Fehler führten aber immer wieder zu Niederlagen.

 Da mittlerweile bis auf Hannes Haas (Knie) alle Spieler wieder fit sind, sollte der Klassenerhalt trotz 0:20 Punkten möglich sein. „Wir hätten schon alle drei letzten Spiele gewinnen müssen“, übte Jonathan Karow Selbstkritik. Er hofft nun, dass sein Team durch Bracklows Rücktritt wachgerüttelt ist und mehr aus sich herausholt.

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