Deutsche Mehrkampfmeisterschaften : Zu guter Letzt gab’s drei Medaillen

Die Deutsche Meisterin Mieke Lux (Mitte) strahlte bei der Siegerehrung vor der Schwimmhalle.

Die Deutsche Meisterin Mieke Lux (Mitte) strahlte bei der Siegerehrung vor der Schwimmhalle.

Polizeisportverein Eutin richtet die Titelkämpfe an einem sonnigen Wochenende aus und überzeugt auch sportlich.

Avatar_shz von
22. September 2019, 18:52 Uhr

Eutin | Zum Abschluss zeigte sich die Stadt Eutin noch einmal von ihrer Sonnenseite. Zu den letzten Siegerehrungen gab es bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften strahlende Sieger bei bestem Spätsommerwetter. Zuvor hatten die rund 500 Sportlerinnen und Sportler im Turnen, der Leichtathletik und in den Schwimmbädern in Eutin und Plön Spitzensport vom Feinsten geboten.

Am Sonnabend hatte Mieke Lux noch gedacht, dass der erhoffte Deutsche Meistertitel nach dem Bodenturnen futsch sei. Die Übung war gut, die Noten nicht ganz so. Sie hatte eineinhalb Punkte Rückstand auf ihre ärgste Konkurrentin. Doch dann wendete sich das Blatt, spätestens gestern im Kirsten-Bruhn-Bad hatte Mieke Lux ihre Zuversicht zurückgewonnen, drehte in ihrem Lieblingselement, dem Wasser, auf – und sicherte sich nach einem exzellenten Wettkampf doch noch die Goldmedaille im Jahn-Sechskampf der Altersklasse 12/13.

Familie Lux hatte gestern gute Gründe zum Feiern, denn nicht nur Tochter Mieke sicherte sich einen Platz auf dem Siegerpodest. Zwei Stunden zuvor hatte ihr Bruder Lasse die Silbermedaille für die deutsche Vizemeisterschaft der Altersklasse 14/15 umgehängt bekommen. Und zu guter Letzt hatte sich auch Lotta Karp einen Platz in der Reihe der Medaillengewinner des Polizeisportvereins Eutin verdient.

Am Tag vor ihrem 16. Geburtstag zeigte Kara Peglow auf der Bodenmatte ihr Können.
Am Tag vor ihrem 16. Geburtstag zeigte Kara Peglow auf der Bodenmatte ihr Können.

Janina Peglow hatte gemeinsam mit Susann Meyer die Titelkämpfe zum zweiten Mal nach 2015 nach Eutin geholt: „Die Vorbereitung war echt heftig, aber wir haben für die Ausrichtung von allen Seiten viel Lob bekommen.“ Ihre Tochter Kara ging mit gutem Beispiel voran und reichte bei der Siegerehrung die Medaillen auf dem Samtkissen zu.

Anspannung und Aufregung am Rande der Wettkämpfe. Für diese jungen Turnerinnen sind die deutschen Meisterschaften in der heimischen Sieverthalle ein besonderes Erlebnis.
Anspannung und Aufregung am Rande der Wettkämpfe. Für diese jungen Turnerinnen sind die deutschen Meisterschaften in der heimischen Sieverthalle ein besonderes Erlebnis.
 

Udo Krauß, Delegationsleiter des Deutschen Turnerbundes (DTB), sah das Wochenende gelassen: „Die Organisation war super, es ist alles bestens gelaufen. Die einzige schwerere Verletzung war ein ausgekugelter Ellenbogen am Sonnabend beim Turnen.“

„Schwimmen ist meine Lieblingsdisziplin“, stellte Mieke Lux fest. Sir holte auf dem Weg zum Meistertitel die entscheidenden Punkte im Wasser. Sie trainiert dreimal pro Woche in der Turnhalle, danach geht es am Mittwoch zum Schwimmen und auch am Samstagvormittag stehen Schwimmen und Wasserspringen auf dem Übungsplan, für Leichtathletik investiert sie eine Trainingseinheit die Woche. Sie liebe das Gefühl, wenn sie beim Startsprung förmlich ins Wasser fliege, sagte Mieke Lux nach der Ehrung. Aber auch der Anschlag zum Schluss des Rennens hat es ihr angetan. Am heutigen Montag ist wieder Alltag angesagt. „Da steht ein Physiktest auf meinem Plan“, sagt die Deutsche Meisterin.

Ihr Bruder Lasse freute sich: „Ich habe in allen Disziplinen meine persönlichen Bestleistungen im Wettkampf überboten. Es ist wirklich prima gelaufen.“ Sein Hauptaugenmerk hat er aufs Turnen gerichtet: „Nächstes Jahr will ich schwerere Übungen turnen. In diesem Jahr waren die Übungen nicht so schwer, dafür habe ich großen Wert auf die saubere Ausübung gelegt.“ Im Wasser schwamm er eine 28-er Zeit. „Das liegt sicher auch an der neuen Badehose, die ich gesponsert bekommen habe“, vermutete Lasse.

Lotte Karp wurde nach der Siegerehrung von ihren Mitstreiterinnen umringt, geherzt und gedrückt. „Das war ein harter Kampf“, stellte die Wisser-Schülerin fest, die sich einen spannenden Zweikampf mit der späteren Meisterin Dana Voß vom MTV Heide lieferte. Sie freute sich, dass ihre Paradedisziplin, das Kugelstoßen gut gelaufen ist. Den größten Respekt hatte sie vor dem Wasserspringen und Turnen, denn. „Da können die meisten Fehler passieren.“

Der Schultag heute werde sicher recht anstrengend, meinte Lotta Karp: „Ich gehe in die Abschlussklasse, da machen die Lehrer zurzeit mächtig Druck, damit wir im Abschlusszeugnis gute Noten bekommen.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen