Handball : Weiterbildung vor dem Bildschirm

Mithilfe der Video-Konferenz können die Trainerinnen und Trainer trotz der Versammlungsbeschränkungen miteinander lernen und ihre Erfahrungen austauschen.
Mithilfe der Video-Konferenz können die Trainerinnen und Trainer trotz der Versammlungsbeschränkungen miteinander lernen und ihre Erfahrungen austauschen.

Trainer Benjamin Johann gibt sein Wissen zur Aus- und Weiterbildung in Webinaren weiter.

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01. Juni 2020, 12:35 Uhr

Oldenburg | Corona hat vielen Trainern in den vergangenen Wochen mehr Zeit verschafft, als sie gedacht hatten. Trainingseinheiten und Spielvorbereitungen waren weggefallen. Der Handballverband Schleswig-Holstein (HVSH) nutzte diese Zeit mit einer „Fortbildungsoffensive“. Mittendrin: Robert Johann aus Oldenburg.

Robert Johann ist auch Referent in der Trainerausbildung

Der 25 Jahre alte Bankkaufmann geht in seine zehnte Trainer-Saison und hat sein Wissen erweitert. 2016 absolvierte er die Prüfung für die C-Lizenz, zwei Jahre später erwarb er die B-Lizenz. Robert Johann ist nicht nur als Trainer der weiblichen B-Jugend und der Männer der HSG Wagrien aktiv, sondern gibt sein Wissen weiter. Er ist als Referent für den HVSH auch in der Trainerausbildung gefordert – wegen Corona derzeit jedoch ausschließlich online.

Der HVSH bildet viele seiner Handballlehrer in kurzer Zeit aus und fort. „Verantwortlich für die Fortbildungsoffensive ist federführend Frank Hamann“, erläutert Johann. Hamann ist Mastercoach der EHF (European Handball Federation) und hat von den Großen des Sports wie Dr. Rolf Brack und Christian Prokop gelernt. Er war mehrere Jahre Bundestrainer für den weiblichen Jugendbereich und ist aktuell für die Landesauswahl der Mädchen und das Lehrwesen zuständig. In der Corona-Krise und dem Saisonabbruch hat er die Chance erkannt, Dinge anzugehen, für die sonst die Zeit fehlt: Fortbildungen.

Praxisanteile werden später nachgeholt

Normalerweise haben die Trainerinnen und Trainer in der Sporthalle eine Demonstrationsmannschaft, um Trainingselemente praktisch umzusetzen. Diese Praxis kann nicht ersetzt werden. „Die Online-Fortbildungen sollen aktuell nur ein temporärer Ersatz sein. Die Praxisteile werden bald möglichst nachgeholt“, stellt Robert Johann klar.

„Wir werden nach der Fortbildungs-Offensive intensiv darüber diskutieren, wie man Teile einer Fortbildung oder eines Lehrgangs online gestalten kann“, denn Teile funktionierten als „webinar“ – findet auch Benjamin Gradert. Der Co-Trainer der Handballer der HSG Holsteinische Schweiz nahm Mitte Mai an einem von Robert Johann geleiteten Kinderhandballgrundkursus teil. Klingt vielleicht komisch: Der Männer-Trainer im Kinderhandballkursus? Jedoch sind die Module aufeinander aufgebaut. Die Voraussetzung für die Teilnahme an den C-Lizenz-Lehrgängen, die zwei verlängerte Wochenenden in Anspruch nehmen und häufig im Sport- und Bildungszentrum in Malente stattfinden, ist das Bestehen des Grundkurses. Benjamin Gradert hatte nicht genau gewusst, was ihn erwartet. Letztlich war er begeistert und fand die Inhalte „hoch interessant“. Die Umsetzung per Video-Konferenz habe super funktioniert. Auch wenn der unmittelbare, persönliche Austausch gefehlt habe, seien es zwei kurzweilige Tage vor dem Bildschirm gewesen, berichtet Gradert, der diese Inhalte für wichtig hält. Der frühere Kreisläufer ist mit seiner Meinung nicht allein.

Wir sind zurzeit der einzige Landesverband, der das aktuell in dem Maße anbietet. Robert Johann, Referent in der Trainerausbildung
 

„Die Teilnehmer freuen sich ausnahmslos darüber, dass wir in diesen Zeiten Fortbildungen anbieten. Wir sind zurzeit der einzige Landesverband, der das aktuell in dem Maße anbietet“, sagt Johann, der zusätzlich die Kreisauswahl-Jungen aus Ostholstein – also die besten Talente des Kreises – trainiert. Und deren Entwicklung dürfte künftig noch stärker sein, nicht zuletzt dank der engagierten Vereins-Trainerinnen und -Trainer, die sich auch am Bildschirm stetig fortbilden.

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