Badminton : Peer Grünewald trainiert im heimischen Garten

In idyllischer Umgebung stärkt Peer Grünewald stärkt seine Rumpfmuskulatur, der Plan mit verschiedenen Übungen liegt rechts auf dem Handtuch bereit.
In idyllischer Umgebung stärkt Peer Grünewald stärkt seine Rumpfmuskulatur, der Plan mit verschiedenen Übungen liegt rechts auf dem Handtuch bereit.

Badmintontalent hält sich mit einem Plan von Landestrainer Péter Szoldos in Form.

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22. März 2020, 16:38 Uhr

Eutin | Nicht nur die Fußballprofis, über die überall berichtet wird, sondern auch die Athleten aus der Umgebung, die Sportarten ausüben, die nicht so sehr im Rampenlicht stehen, sind in Zeiten der Coronakrise von den Ausnahmeregelungen betroffen. Die 16jährigen Eutiner Badmintonspieler Peer Grünewald (PSV Eutin) und Malte Gerdes (BSG Eutin) hatten sich auf die Deutsche Rangliste in Bonn gefreut, die am 27. März beginnen sollten, und die erneute Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften fest im Blick. Nun ist alles auf Eis gelegt. Wann und wie es weitergeht, weiß noch niemand.

Der Trainingsablauf ist im Plan des Landestrainers genau festgelegt.
Tim Grünewald
Der Trainingsablauf ist im Plan des Landestrainers genau festgelegt.
 

Normalerweise können die Nachwuchsspieler der Eutiner Badmintonsparten dreimal in der Woche in Eutin trainieren. Die Spieler der Landesauswahl, Malte Gerdes, Timon Severin und Jonathan Schmüth von der BSG sowie Peer Grünewald und Alina Rose vom PSV Eutin, trainieren darüber hinaus an den Leistungsstützpunkten des Schleswig-Holsteinischen Badmintonverbandes (SHBV) in Kiel, Neumünster und Bad Oldesloe. Sie sollen in normalen Zeiten mindestens drei- bis vier Mal pro Woche trainieren. Dazu kommen an den Wochenenden die regelmäßigen Meisterschaften und Ranglistenturniere – zurzeit ist nichts davon möglich.

Wir überlegen derzeit, ob wir gemeinsame Athletikeinheiten online anbieten. Sascha Plietzsch, Schleswig-Holsteinischer Badmintonverband
 

Doch der Eutiner Badmintonnachwuchs ist nicht untätig. Die Talente haben von ihrem Landestrainer Péter Szoldos einen Trainingsplan erhalten, um sich fit zu halten, allerdings ohne Schläger und Ball. Sascha Plietzsch, Vorsitzender des Ausschusses für Leistungssport im SHBV erläutert: „Die Spieler haben erst einmal eine Art Saisonvorbereitungsplan erhalten. Wir überlegen derzeit, ob wir gemeinsame Athletikeinheiten online anbieten.“

Am frühen Morgen ist die beste Zeit für einsame Ausdauerläufe in der Umgebung.
Tim Grünewald
Am frühen Morgen ist die beste Zeit für einsame Ausdauerläufe in der Umgebung.
 

Für Peer Grünewald steht heute Intervalltraining auf dem Programm. Mit Pulsuhr und Zeitmesser geht es auf eine Zehn-Kilometer-Runde. Direkt früh am Morgen, denn dann begegnet er unterwegs kaum jemandem. Am nächsten Tag geht es um Kraft, Ausdauer und Stabilität. Ein richtiger Ersatz ist dieses Training natürlich nicht, denn es fehlen die technischen Übungen mit Ball und Schläger und das Gemeinschaftserlebnis in der Gruppe.

BSG-Talent Jonathan Schmüth hat sich zusätzlich zwischen 500 und 1000 Seilsprünge verordnet. Dazu kommen Radtouren und Laufeinheiten mit Vater Mark Schmüth.

Neben dem Training sitzt Peer Grünewald häufiger am PC. Nicht zum „Daddeln“, wie er betont: Er schaut sich Videoaufnahmen seiner letzten Spiele an. Gemeinsam mit seinen Trainern will er analysieren, woran er arbeiten muss – in der Zeit danach, wenn das Training mit Ball wieder möglich ist. Außerdem sieht er sich Spiele der Profis im Internet an. Aktuell vor allem Matches der „All England Open“, die vor Kurzem zu Ende gegangen sind. Hier spielen seine Vorbilder wie der amtierende Weltmeister und Weltranglistenerste Kento Momota aus Japan.

Wie geht es nach Corona weiter? Sascha Plietzsch unterstreicht auf der Homepage des SHBV, dass jetzt nicht der Sport, sondern die Gesundheit jedes einzelnen im Vordergrund stehe. Der Deutsche Badmintonverband hat den Spielbetrieb zunächst bis Ende Mai eingestellt: „Es ist gerade schwer, überhaupt etwas zu planen, da wir ja leider nicht wissen, wann es weitergeht.“ Ob und wann Peer Grünewald und Malte Gerdes Gelegenheit haben, ihr Ranglistenspiel nachzuholen, ist noch völlig unklar. Aber manchmal gibt es Dinge, die wichtiger sind als der Sport.

Der Autor Tim Grünewald ist der Vater von Peer Grünewald. Er ist als freier Mitarbeiter beim Ostholsteiner Anzeiger für die Badminton-Berichterstattung zuständig.

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