Fussball : Klaus Bischoff befürchtet Langzeitfolgen der Corona-Pandemie

Das Mädchenteam der Auswahl des Kreisfußballverbandes Ostholstein mit Trainer Klaus Bischoff und Betreuerin Cindy Krüger.
Das Mädchenteam der Auswahl des Kreisfußballverbandes Ostholstein mit Trainer Klaus Bischoff und Betreuerin Cindy Krüger.

Vorsitzender des KFV Ostholstein hofft, dass möglichst bald wieder Fußballlspiele stattfinden können.

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20. Dezember 2020, 13:37 Uhr

Eutin | Wenn der Vorsitzende des Kreisfußballverbandes (KFV) Ostholstein am Telefon mit Jugendtrainern spricht, hört Klaus Bischoff in fast jedem Gespräch: „Kannst du nicht etwas machen, damit wir wieder trainieren können?“ Bischoff hat kürzlich seinen 70. Geburtstag gefeiert und ist auf allen Ebenen auf Ballhöhe.

Das große Problem ist der Jugendbereich, es gibt kein Training, keine Turniere. Da wird vielen ganz einfach die Zeit zu lang. Klaus Bischoff, Vorsitzender des Kreisfußballverbandes Ostholstein
 

Dem KFV-Vositzenden liegt vor allem der Kinder- und Jugendbereich am Herzen. Gerade dort sei die Lage wegen Corona schwierig, aber auch die Erwachsenen leiden darunter, dass Treffen nicht mehr möglich sind und der aktuelle harte Lockdown alle Türen im Amateursport schließt. Der Vorstand des KFV hält die Verbindung untereinander mit Telefonaten und Videokonferenzen. „Das große Problem ist der Jugendbereich, es gibt kein Training, keine Turniere. Da wird vielen ganz einfach die Zeit zu lang“, erläutert Bischoff.

Start auch bei den Amateuren ohne Zuschauer denkbar

Klaus Bischoff befürchtet, dass wegen der Coronabeschränkungen Mitglieder die Vereine verlassen und sich anderen Beschäftigungen zuwenden. Für den Fall, dass Punktspiele wieder möglich werden, setzt er darauf, dass die Abstandsregeln eingehalten werden: „Vielleicht sollte der Amateurfußball ohne Zuschauer anfangen.“

Klaus Bischoff engagiert sich vor allem für den Jugendfußball.
KFV Ostholstein
Klaus Bischoff engagiert sich vor allem für den Jugendfußball.
 

Ein besonderes Anliegen ist Bischoff, der auch für die Mädchen-Kreisauswahl zuständig ist, der Kinderfußball. In den letzten Monaten habe der KFV Ostholstein – aus Coronagründen – lediglich zwei Turniere für die kleinsten Kicker (bis sechs Jahre) anbieten können. „Mehr ging allein schon wegen der Abstandsregeln nicht“, begründet Bischoff die geringe Anzahl. Die Spielform war 3 gegen 3, eine Kleinfeldvariante, die unter dem Begriff „Funino“ bekannt geworden ist. Es haben sich jedoch nur drei Teams gefunden, die nach den Regeln 3 gegen 3 spielen wollen. Der KFV Ostholstein plant, mit einer Info-Veranstaltung dafür zu werben.

Turniere wurden wegen Corona abgesagt

Die F-Jugend, das sind die Sechs- bis Achtjährigen, sollte nach Vorschlägen des Kreisverbandes mit vier Feldspielern plus Torwart spielen, dabei sollte der Torwart innerhalb der Mannschaft gewechselt werden. Bischoff bedauert: „Alles, was wir auf den Weg bringen wollten, geht verloren.“ Auch die Landesmeisterschaften für die Mädchen der Jahrgänge 2009 und jünger sind den besonderen Bedingungen zum Opfer gefallen. Die Kontaktaufnahme ist ein großes Problem. „Weihnachtsfeiern sind ja nicht machbar, aber vielleicht finden wir trotz aller Einschränkungen einen anderen Weg, den Fußballerinnen eine kleine Freude zu machen“, hofft Klaus Bischoff.

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