Triathlon : Jens Borchardt nimmt den Nachwuchs mit

tri-jens und kids

Der HomeRun der Schleswig-Holsteinischen Triathlon-Union fand in Eutin und Malente positive Resonanz.

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19. April 2020, 19:00 Uhr

Eutin/Malente | Beim Training am Donnerstag gab es für Malte Kuhr eine Schrecksekunde: Er geriet beim Straßenlauf mit dem Fuß auf die Bankette, knickte um und fürchtete, dass dieser Fauxpas das „Aus“ für seinen Start beim HomeRun der Schleswig-Holsteinischen Triathlon-Union bedeuten würde. Doch die Verletzung war letztlich kein Problem. Der 25-Jährige absolvierte den 5-Kilometer-Lauf, zu dem der Landesverband der Triathleten aufgefordert hatte, mit einem flotten Vier-Miuten-Schnitt pro Kilometer. Und auch Thelse Schilling und Jens Borchardt genossen das in diesen Zeiten sehr ungewohnte Wettkampferlebnis – auch wenn sie es nahezu einsam bestreiten mussten.

Ideengeber für den Lauf war der Olympiasieger und dreifache Iron-Man-Sieger Jan Frodeno, der zu Hause mit großem Medienecho die Iron-Man-Distanz bewältigt hatte.

Das ist schon eine Wahnsinnsleistung für mein Alter. Jens Borchardt (52) lief einen Schnitt von knapp 4 Minuten pro Kilometer
 

Jens Borchardt war von der Idee so begeistert, dass er auch seine Kinder Nick, Nyla und Phil begleitete, die am Dieksee einen Kilometer liefen. Danach machte sich der 52-Jährige allein auf die längere Strecke: „Es war ungewohnt, hat aber Spaß gemacht, ein wenig Gas zu geben“, sagt Borchardt, der auf der Strecke, die er auf dem Radweg zwischen Malente und Eutin lief, eine überraschende Begegnung hatte. Sein Trainer Dirk Timpke, mit dem er sich auf den Iron Man auf Hawaii vorbereitet hatte, fuhr bei Kilometer 4 mit dem Auto vorbei und feuerte ihn an. Mit Erfolg, denn auch Jens Borchardt erreichte einen Vier-Minuten-Schnitt. „Das ist schon eine Wahnsinnsleistung für mein Alter. Aber man muss auch bedenken, dass Jan Frodeno den Schnitt auch beim Iron Man läuft – innerhalb des Marathons, der am Schluss gelaufen wird“, stellt Jens Borchardt fest.

Thelse Schilling war nach 29:06 Minuten im Ziel.
Thelse Schilling war nach 29:06 Minuten im Ziel.
 

Thelse Schilling nutzte den Lauf zum Start in den Sonntag. Sie nahm die Laufstrecke des Rosenstadt-Triathlons unter die Sohlen: eine attraktive Strecke mit einem sehr schönen Umfeld. Sie begegnete einzelnen Läufern und auch einer sportlichen Familie.

Vielleicht entwickeln sich in dieser außergewöhnlichen Zeit weitere Ideen, denn Bewegung tut gut und ist jetzt noch wichtiger, um gesund zu bleiben. Thelse Schilling hat den Sport am Sonntagmorgen genossen
 

„Es ist ein komisches Gefühl, alleine sein Bestes zu geben“, sagte sie. Mit ihrer Zeit von knapp über 29 Minuten hat sie ihr Ziel von 30 Minuten unterboten. „Die Zeit zeigt meine derzeitige Fitness.“ Ein Wettkampf mit weiteren Teilnehmern sei auf jeden Fall schöner, doch als Alternative sei der Wettkampf eine gute Idee: „Vielleicht entwickeln sich in dieser außergewöhnlichen Zeit weitere Ideen, denn Bewegung tut gut und ist jetzt noch wichtiger, um gesund zu bleiben.“

Malte Kuhr lief die 5 Kilometer in 19:39 Minuten.
Michael Kuhr
Malte Kuhr lief die 5 Kilometer in 19:39 Minuten.
 

Den Sonntagnachmittag nutzten Jens Borchardt und Malte Kuhr für eine kurze Telefonkonferenz. „Die jungen geben im Training zu oft Vollgas“, meinte Borchardt, der in seinen Trainingsrunden oft einen Durchschnitt von 5:20 Minuten läuft und sich für den HomeRun einen Kilometerschnitt von 4:20 als Ziel vorgenommen hatte. Malte Kuhr trainiert öfter mit Borchardt und weiß: „Von ihm kann ich im Training noch einiges lernen.“

Ihr seid klasse! Kai Möller, Präsident der Schleswig-Holsteinischen Triathlon-Union
 

Der HomeRun sei eine prima Idee, meinte der junge Eutiner. Und auch SHTU-Präsident Kai Möller war begeistert, als eine Flut von Ergebnismeldungen und Fotos auf der Facebookseite des Verbandes gepostet wurde: „Ihr seid klasse!“

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