Handball : Enttäuschung und Applaus in der Eutiner Sieverthalle

Die Enttäuschung ist den Handballern der HSG Holsteinische Schweiz anzusehen, die sich bei den Fans für die vorbildliche Unterstützung von den Rängen bedanken.
Die Enttäuschung ist den Handballern der HSG Holsteinische Schweiz anzusehen, die sich bei den Fans für die vorbildliche Unterstützung von den Rängen bedanken. Fotos: okpress

Landesliga: HSG Holsteinische Schweiz muss nach 27:27 gegen Tills Löwen auf die Relegation zu SH-Liga hoffen.

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06. Mai 2019, 11:46 Uhr

Eutin | Es war alles angerichtet für das entscheidende Spiel um die Meisterschaft in der Handball-Landesliga Süd und den damit verbundenen direkten Aufstieg in die Schleswig-Holstein-Liga: Volle Halle, großartige Stimmung und auf dem Feld ein dramatischer, hochklassiger und offener Schlagabtausch, den die HSG Tills Löwen 08 gewannen – nicht wirklich, aber zumindest gefühlt. Denn das 27:27 (12:13)-Unentschieden reichte ihnen, um die Tabellenführung zu verteidigen.

Die Gastgeber kamen, unterstützt von vielen Zuschauern, optimal ins Spiel. Fynn Sager und Falko Degner trafen jeweils doppelt zur 4:0-Führung nach weniger als sechs Minuten. Doch die erste Halbzeit war in Phasen unterteilt, in denen mal die Holsteiner und mal die Löwen dominierten. Und so kamen die Gäste aus Mölln, Ratzeburg und Berkenthin fortan besser zurecht und schienen beim 6:5 voll im Spiel angekommen zu sein. Doch dem war nicht so. Die Gastgeber trumpften auf und zogen, angeführt von ihren Haupttorschützen Degner und Sager, auf 12:5 (16.) davon. Die Löwen zeigten sich unbeeindruckt und konterten mit einem Acht-Tore-Lauf zur ersten Gästeführung des Tages, 13:12, mit der es in die Pause ging.

Till Dummer hat sich durchgesetzt und trifft gegen Tills Löwen.
Till Dummer hat sich durchgesetzt und trifft gegen Tills Löwen.
 

In der zweiten Hälfte konnten die Gäste ihren Vorsprung zunächst auf zwei Tore erhöhen, doch es entwickelte sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zweier gleichstarker Mannschaften, bei welchem mal die Gastgeber führten (18:16, 40.) und wenig später der Tabellenführer (20:21, 47.). In der entscheidenden Phase schienen die Handballer aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg etwas abgezockter zu sein. Sie gingen mit zwei Toren in Führung (21:23, 50.). Doch in der Eutiner Sievert-Halle entwickelte sich ein Handball-Krimi, der keinen mehr auf den Sitzen hielt. Ein Doppelschlag von Falko Degner brachte den 24:24-Ausgleich. Noch waren fünf Minuten zu spielen und jeder wusste: Nur mit einem Sieg wären die Holsteiner Meister und würden direkt in die fünfthöchste Liga aufsteigen. Doch es waren Tills Löwen, die es drei Mal schafften, in Führung zu gehen. Zwar glichen die Eutiner stets aus, doch eine eigene Führung wollte ihnen nicht mehr gelingen.

Somit ist der Traum von der Meisterschaft geplatzt, der Traum vom Aufstieg in die Schleswig-Holstein-Liga jedoch noch nicht. In einem Relegationsspiel haben die Holsteiner gegen den Tabellenzweiten der Landesliga Nord, den TSV Büsum, die Chance, doch noch aufzusteigen

Der Trainer der Löwen, Tobias Schröder, sprach von einem würdigen Saisonende vor einer tollen Kulisse für beide Mannschaften. Er deutete an, dass auch die HSG Holsteinische Schweiz bei einem Sieg die Meisterschaft verdient hätte. Holstein-Trainer Stefan Risch gratulierte seinem Trainerkollegen und dessen Team zur Meisterschaft. Die Enttäuschung sei dennoch groß. Am Ende hätten Kleinigkeiten entschieden, so der Trainer, der seinem Team für Dienstag erstmal trainingsfrei gegeben hat.

Für die HSG Holsteinische Schweiz spielten die Torhüter Tim Schneider und Marek Malzahn sowie Falko Degner (9/2), Fynn Sager (8/3), Hannes Grunwald (3), Leon Risch, Martin Fürst (je 2), Till Dummer, Jan Kunert, Simon Grage (je 1), Steffen Engelbrecht, Benjamin Path, Florian Brandt und Fabian Buck.

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