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Ruder-Weltmeisterschaft : WM-Silber für Lars Hartig

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Starker Finallauf des 23-Jährigen von der Friedrichstädter Rudergesellschaft bei den Titelkämpfen in Amsterdam

Lars Hartig von der Friedrichstädter Rudergesellschaft hat gestern bei Ruder-WM in Amsterdam die Silbermedaille im Leichtgewichts-Einer gewonnen. Gold ging an den Italiener Marcello Miani und Bronze an den Schweizer Michael Schmid. Dahinter folgten der Ire Paul O’Donovan, der Australier Perry Ward und der Portugiese Pedro Fraga.

Im Finale ergriff der Friedrichstädter schnell die Initiative und lag bei 500 und auch bei 1000 Metern in Führung, dahinter zunächst Schmid und Miani. Die drei anderen Ruderer mussten sich trotz sehr guter Vorleistungen in den K.o-Rennen schnell dem hohen Tempo der drei Medaillenaspiranten geschlagen geben. Ab 1000 Meter schob sich der Italiener an dem Schweizer vorbei und attackierte den Nordfriesen.

Auf dem dritten Viertel der 2000 Meter langen Strecke spurtete der physisch starke Italiener an Lars Hartig vorbei und gewann mit etwa einer Länge Vorsprung die Goldmedaille. Hartig wiederum hatte etwa eine Länge Vorsprung vor dem Schweizer Schmid, der mit deutlichem Abstand auf die drei folgenden Boote die Bronzemedaille gewann.

Für Lars Hartig war dieses Rennen ein würdiger Abschied aus dem nicht olympischen Leichtgewicht. Was sich schon seit längerer Zeit angedeutet hatte, gab der seit Jahren beste deutsche Leichtgewichts-Ruderer direkt nach dem Finale den vielen Journalisten bekannt: Ein Wechsel zu den „schweren Jungs“ steht an. „Ich will etwas Neues ausprobieren, das war ja auch schon einer der Gründe für den Wechsel vom Zweier in den Einer“, so der Sportsoldat, „ein solcher Wechsel kann immer neue Motivation freisetzen. Zudem wird es auch schwerer, immer die 72,5 Kilo zu schaffen, das ist mit 19 leichter als mit 24 Jahren.“

Es sei schon hart, hohe, professionelle Trainingsumfänge zu realisieren, wenn man immer die Gewichtsgrenze im Blick haben muss. Die Trainingsleistungen und Zeitvergleiche etwa mit dem besten Schwergewichtsruderer Marcel Hacker zeigen, dass Hartig in der olympischen Bootsklasse durchaus Chancen hat. „Im Einer ist er schneller als viele Schwergewichtsruderer, auch als Olympiasieger“, so Trainer Lars Koltermann, „die Größe und die Hebel hat er auch – einzig physisch, etwa auf dem Ergometer, muss er zulegen, aber das passiert automatisch, wenn er mehr Gewicht hat.“

„Heute Abend werde ich mit den mitgereisten Friedrichstädtern essen, darauf freue ich mich. Sie haben mich hier super unterstützt“, so Hartig, der in der deutschen und der internationalen Ruderszene wegen seiner Leidenschaft und Kampfkraft seit Jahren hohen Ansehen genießt. „Und zur neuen Saison versuche ich es als Schwerer. Das Ziel bleibt: Ich will 2016 nach Rio.“

Mit seinem Rennen auf der „Bosbaan“ in Amsterdam war Hartig naturgemäß zufrieden. „Miani war einfach besser, das muss man akzeptieren. Er hat es verdient. Ich bin aber sehr stolz, in so einem starken Feld mit einer solchen Leistungsdichte Silber gewonnen zu haben. Das war ein tolles letztes Rennen bei den ,Dünnbeinen’“.

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erstellt am 30.Aug.2014 | 06:00 Uhr

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