zur Navigation springen

Trennung in Freundschaft

vom

Bredstedter TSV auf der Suche nach einem Nachfolger für Olaf Rogge

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

bredstedt/sylt | Für den Coach der Handball-Frauenmannschaft des Bredstedter TSV ging eine Saison zu Ende, wie sie sich kein Trainer wünscht. Vier Leistungsträgerinnen wurden zu Beginn und während der Saison schwanger, drei weitere erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen und fielen ganz oder lange Zeit aus. Im Rest des Kaders verhinderten Studium, Schule, Beruf und weit entfernte Wohnorte eine regelmäßige Teilnahme am Training. Zwischen den Pfosten wechselten einander auch noch nicht weniger als fünf Torfrauen ab.

Olaf Rogge (46) hatte zu seinen Trainingseinheiten zumeist nur einige wenige Spielerinnen zur Verfügung, geschweige denn den einen oder anderen Mannschaftsteil, mit dem "Konstellationen" trainiert werden konnten. Die logische Folge für den BTSV war der Abstieg aus der Ober- in die Schleswig-Holstein-Liga und - schlimmer noch - dass Perspektiven nicht erkennbar waren, es sei denn, man wartet auf die Talente aus den Reihen der B- und künftigen A-Juniorinnen.

Ausgehend von diesen "Aussichten" warf Olaf Rogge, der das Team zu Saisonbeginn übernommen hatte, das Handtuch. "Wir wollten ihn ja gerne behalten", sagte Bredstedts neuer Handballobmann Björn Schlichting, der sich gleich nach Rogges Entscheidung auf die Suche nach einem Ersatz machte und dem Vernehmen nach auch schon fündig geworden sein soll. Namen waren ihm nicht zu entlocken, weil mit mehreren Kandidaten verhandelt wird.

Zu wenig Training, mehr als 20 eingesetzte Spielerinnen - es kam unterm Strich zusammen, was ein Oberligateam nicht verkraften kann. Allzu früh wurde deutlich, dass der BTSV für diese Spielklasse nicht qualifiziert ist. Jetzt muss ein Neuaufbau her - möglichst unter verbesserten Voraussetzungen. Sonst droht ein weiterer Absturz, zumal die SH-Liga auch nicht von Pappe ist.

Menschlich, sagt Olaf Rogge, war alles okay unter den "Bredis" - Mannschaft und Trainer sind in Freundschaft auseinander gegangen. "Es gab keine Diva in der Mannschaft, außerdem war das Umfeld trotz der schlechten Leistungen und Tabellensituation immer hilfsbereit und freundlich", sagte Rogge in einem Interview auf der Homepage des Teams (www.bredis.de).

Am vergangenen Wochenende unternahmen Mannschaft und Ex-Trainer eine Radtour auf Sylt, die die auf der Insel jobbende Nina Burmeister organisiert hatte. Tage zuvor fand die offizielle Verabschiedung des Trainers in der Sportlerklause am Stadion statt. Wie gehts jetzt weiter? A-Lizenz-Inhaber Olaf Rogge bleibt Trainer einer Juniorinnen-Mannschaft der SG Westerland/List, die der Regionalklasse angehört. Dann steht die Erneuerung seiner Lizenz an. Ob ihn zur kommenden Saison eine neue Aufgabe reizt? Er weiß es nicht - und gönnt sich erst einmal eine Verschnaufpause.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen