Fussball-Oberliga der Frauen : SV Frisia 03 Risum-Lindholm: Mit Teamgeist und Leidenschaft

Der Kader des SV Frisia 03 für die Saison in der Frauen-Oberliga: obere Reihe v.l.: Trainer Dirk Ingwersen, Rike Stückmark, Tale Hennigsen, Lena Engel, Robine Fuhrmann, Sophie Schmidt, Lisa Christiansen, Pina Rohde, Co-Trainer Volker Bichmann:, mittlere Reihe: Swantje Groneberg, Kristina Wolf, Melanie Ingwersen, Lea Marie Friedrichsen, Lara Jürgensen, Rieke Paysen, Aileen Tobiesen, Mara Neumann, Jenna Freiberg, Florian Laas (Betreuer); vorn: Milen Steensen, Lisa Rose, Nicole Ebsen, Saike Pauls, Bianca Ingwersen, Luna Broich, Jasmin Wulf, Amelie Hess, Ilca Rupertz. Es fehlen: Svea Lamp, Co-Trainer Sven Bergstädt.
Der Kader des SV Frisia 03 für die Saison in der Frauen-Oberliga: obere Reihe v.l.: Trainer Dirk Ingwersen, Rike Stückmark, Tale Hennigsen, Lena Engel, Robine Fuhrmann, Sophie Schmidt, Lisa Christiansen, Pina Rohde, Co-Trainer Volker Bichmann:, mittlere Reihe: Swantje Groneberg, Kristina Wolf, Melanie Ingwersen, Lea Marie Friedrichsen, Lara Jürgensen, Rieke Paysen, Aileen Tobiesen, Mara Neumann, Jenna Freiberg, Florian Laas (Betreuer); vorn: Milen Steensen, Lisa Rose, Nicole Ebsen, Saike Pauls, Bianca Ingwersen, Luna Broich, Jasmin Wulf, Amelie Hess, Ilca Rupertz. Es fehlen: Svea Lamp, Co-Trainer Sven Bergstädt.

Die Fußballerinnen wollen den Platz in der Oberliga dauerhaft festigen.

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22. August 2019, 16:16 Uhr

Risum-Lindholm | „Wir können uns nicht ausruhen. Wir müssen uns in jedem Spiel beweisen“, nennt Dirk Ingwersen die Maßgabe für seine Fußballerinnen in der neuen Oberligasaison. Der Trainer des SV Frisia 03 Risum-Lindholm will sich mit seiner Mannschaft in der höchsten Landesklasse dauerhaft etablieren. Ingwersen sagt:

Wir wollen weiter ein Angebot im Leistungssport für junge Fußballerinnen in unserer Region machen. Frisia-Trainer Dirk Ingwersen
 

Das ist doch schon gelungen, möchte man meinen. Die vorige Spielzeit schloss der SV Frisia 03 als Fünfter ab – mit 36 Punkten weit vor der Abstiegszone. Doch die Konkurrenz ist stärker geworden. Wie der TSV Siems: Der Lübecker Club kam wie Frisia auf 36 Zähler, hat sich aber mit viel Routine und Klasse verstärkt und vom nordfriesischen Dorfverein abgesetzt. Beim 2:5 im Pokalviertelfinale am Sonntag war das Ingwersen-Team chancenlos.

Im Schnitt 20 Jahre

Schon Sonntag um 12.30 Uhr beim gemeinsamen Oberliga-Auftakt aller Teams in Kaltenkirchen treffen die Frisia-Frauen erneut auf Siems, was einem Ziel von Dirk Ingwersen entgegenlaufen könnte: „Wir wollen uns schnell von unten absetzen, um Ruhe für die weitere Entwicklung zu haben.“

Da gibt es noch viel zu tun. Im Kern ist der Frisia-Kader zusammengeblieben und daher wieder der jüngste in der Oberliga. „In den Spielberichten steht immer, wer noch U23 spielen kann. Das sind bei uns immer acht bis elf Spielerinnen, bei den Gegnern selten mehr als zwei“, sagt Ingwersen. Seine 27 Spielerinnen kommen auf ein Durchschnittsalter von 20 Jahren.

In der dritten Oberliga-Saison der Risum-Lindholmerinnen wird es zunächst wieder darum gehen, die Abwehr zu stabilisieren. Das klappte in der vergangenen Serie gut. Im Herbst stand das Team auf einem soliden Fundament und konnte seine Stärke – Schnelligkeit im Spielaufbau – ausspielen. Das ermöglichte eine „herausragende Rückserie“, so Ingwersen.

Zu viel Spaß zum Aufhören

Da fiel übrigens auch sein Entschluss weiterzumachen. Angesichts der Belastung durch drei Mal Training pro Woche und stets aufwendige Auswärtstouren hatte der 51-Jährige nach acht Jahren als Frauen-Trainer ans Aufhören gedacht. „Aber es hat einfach irre viel Spaß gemacht mit dieser Mannschaft“, sagt Ingwersen, der überdies in den Co-Trainern Volker Bichmann und Sven Bergstädt Entlastung bekommen hat.

Daran, eine Männer-Mannschaft zu trainieren, hat Ingwersen nie gedacht. „Frauen-Fußball ist anders. Er hat weniger Tempo, ist oft aber schöner anzusehen. Eine Frauenmannschaft muss man auch psychologisch anders steuern. Es geht herzlicher zu, man bekommt mehr zurück“, sagt Ingwersen, der als größte Stärke seiner Mannschaft ansieht, „dass sie als Gruppe auf und neben dem Platz gut funktioniert. Es gibt keinen Neid“.

Im Schatten der Männer

Dem im Alltag als Physiotherapeut tätigen Trainer wäre allerdings mehr Hilfe von außen willkommen. Die Frisia-Fußballerinnen stehen klar im Schatten des von seinem Bruder Bernd Ingwersen trainierten Männer-Oberligateams, das einen großen Förderkreis im Rücken hat. „Meine Mädchen bringen noch Geld mit, um Fußball zu spielen“, verweist Dirk Ingwersen etwa auf seine fünf Sylter Spielerinnen, die die Kosten für die Anreise zu Training und Spielen zum großen Teil selbst tragen.

Daher bemüht er sich nun mit Betreuer Florian Laas, einen kleinen Unterstützerkreis aufzubauen, damit auch künftig Oberliga-Fußball für Frauen in Risum-Lindholm möglich ist. Denn im von Tochter Bianca Ingwersen trainierten Nachwuchs gibt es eine Reihe von hoffnungsvollen Talenten.

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