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55. Pfingstregatta in Sankt Peter-Ording : Strandsegler kämpfen um WM-Tickets

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Strandsegler aus vier Ländern gehen bei der 55. Pfingstregatta in Sankt Peter-Ording an den Start. Spektakuläre Rennen sind zu erwarten. Zum einen ist St. Peter eine Station beim Europacup, zum anderen geht es für die deutschen Piloten um die WM-Qualifikation.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2016 | 06:00 Uhr

Es ist für viele das Highlight der Saison. Bereits zum 55. Mal findet am Sonnabend und Sonntag die internationale Pfingstregatta der Strandsegler in Sankt Peter-Ording statt. Teilnehmer aus ganz Europa werden sich auf der kilometerlangen Sandbank vor der Halbinsel Eiderstedt spannende Wettkämpfe liefern. Gestartet wird auf zwei unterschiedlichen Kursen. Bei optimalen Windverhältnissen erreichen die „Boliden“ aus Kohlefaser Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern. Speed wie auf der Autobahn, angetrieben nur von der Kraft des Windes.

Für die deutschen Piloten – so werden die Strandsegler offiziell genannt – ist die Pfingstregatta nicht nur Teil des Eurocups, einer Serie, die an verschiedenen Stränden in ganz Europa ausgetragen wird, sondern auch Teil der Qualifikationsrennen für die Weltmeisterschaft, die dieses Jahr im September in Frankreich ausgetragen wird. Nur die zehn besten Piloten einer Klasse dürfen bei den Titelkämpfen starten. Und so sind heiße Rennen um die begehrten WM-Tickets an diesem dritten Mai-Wochenende garantiert.

Die Sandbänke vor Sankt Peter-Ording genießen einen legendären Ruf, weil sie anspruchsvoller als jedes andere Revier in Europa sind. Während eines Rennens kann sich die Piste stark verändern. Das abfließende Wasser gibt immer neue Sandbänke frei, Priele schlängeln sich durch die Kilometer lange Strecke, verebben oder verwandeln sich in knietiefe Ströme, kaum mehr zu durchqueren. Die Zuschauer können sich also auf spektakuläre Zweikämpfe und Szenen freuen.

Am Pfingstwochenende wird in fünf Klassen gestartet. Die Klassen unterscheiden sind in der Konstruktion der Segelwagen, in Material und Segelfläche. Waren Strandsegler vor einigen Jahren noch Eigenkonstruktionen der Segler, hat sich die Sportart mittlerweile professionalisiert. In der Klasse 3, der schnellsten Segelklasse, kostet ein neuer Wagen beispielsweise um die 16  000 Euro.
Strandsegeln ist die schnellste Sportart unter Segeln. Oft heben die Landyachten mit allen drei Reifen vom harten Sand ab, wenn sie ungebremst auf eine Prielkante knallen. Meter hoch spritzt das ablaufende Wasser auf der Piste, raubt den Piloten die Sicht. In Böen steigen die Wagen auf zwei Räder, millimetergenaues Spiel mit der Schot entscheidet darüber, ob der Wagen Geschwindigkeit aufnimmt oder umgeworfen wird. Strandsegler können die dreifache Windgeschwindigkeit erreichen.

Start der Pfingstregatta ist am Sonnabend um 11.45 Uhr und am Sonntag um 12.30 Uhr auf der Sandbank südlich der Badestelle Bad.

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