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zweite heimniederlage der saison : Schlechter Platz und schlechte Leistung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein umstrittenes Freistoß-Tor besiegelt die 0:1-Heimniederlage der Husumer SV im Derby der Schleswig-Holstein-Liga gegen TuRa Meldorf. „Ohne Torchancen kann man kein Spiel gewinnen“, stellte HSV-Trainer Malte Köster fest.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2013 | 05:30 Uhr

Es war ein interessantes Gespräch, das Malte Köster und Schiedsrichter Konrad Oldhafer nach dem Schlusspfiff führten. Es ging um ein auch in der Fußball-Bundesliga heiß diskutiertes Thema – die Regelauslegung beim Handspiel. „Wir verstehen das Ganze ja auch nicht, aber es ist vom DFB so vorgegeben“, sagte der junge Unparteiische aus Hamburg fast entschuldigend zum Trainer der Husumer SV.

Absichtlich oder unabsichtlich, bewusst oder unbewusst – die Hand von Sebastian Lühr entschied das SH-Liga-Derby zwischen den Nordfriesen und TuRa Meldorf. Ian-Prescott Claus hatte einen Freistoß in die Mauer gedroschen und Lühr getroffen, der die Hand schützend vor sein Gesicht gerissen hatte. Oldhafer pfiff, zeigte Lühr die Gelbe Karte und entschied erneut auf Freistoß, den Meldorfs Florian Ackermann zum 0:1 nach 55 Minuten verwandelte.

Es war das einzige Tor in einer mäßigen Partie auf grauenhaftem Untergrund. Als „grottenschlecht und der SH-Liga nicht würdig“, bezeichnete Köster treffend den Holper-Acker, auf dem sich beide Teams zuvor 90 Minuten versucht hatten. Selbst Flachpässe über wenige Meter waren kaum zu kontrollieren. Köster wollte das allerdings nicht als Ausrede gelten lassen. „Ohne Torchancen kann man kein Spiel gewinnen. Wir haben hinten schlecht gestanden, die Bälle nicht festmachen können und die Pässe nicht in die Schnittstellen gespielt“, befand er. Seinem Trainerkollegen Daniel Backenhaus war das spielerisch überschaubare Niveau der Partie herzlich egal. Er attestierte seinen Schützlingen eine „kämpferisch tolle Partie“ und sprach von einem „glücklichen Moment“ beim Freistoßtreffer.

Die Dithmarscher verteidigten ihren Vorsprung und hatten dabei nicht einmal viel Mühe, weil den Gastgebern nichts einfiel. Immer wieder wurden hohe Bälle in Richtung Meldorfer Strafraum gedroschen, die sichere Beute der kopfballstarken Innenverteidiger Nico Schmidt und Onno Lorenzen wurden. Die erste Halbzeit bestand aus viel Stückwerk, einigen Torschüssen, die das Prädikat Chance nicht verdienten, und zwei Szenen, die den Puls der 250 Zuschauer im Friesenstadion zumindest etwas beschleunigten.

Nach 42 Minuten scheiterte Sebastian Kiesbye mit einem zu schwachen Kopfball an TuRa-Keeper Markus Pycha, 120 Sekunden später parierte Husums Torhüter Chris Bielinski gegen Thilo Brors. Mit den Worten „Hoffentlich gibt’s jetzt ein bisschen Fußball“, begrüßte Stadionsprecher Klaus-Dieter Holm beide Mannschaften beim Wiederbeginn – sein Wunsch blieb unerfüllt.

Husums Offensive war ein Totalausfall, Meldorf beschränkte sich darauf, keine Fehler zu machen. Das reichte. „Klar freuen wir uns über den Auswärtssieg – aber wir wissen, dass wir weiter im Abstiegskampf stecken und bleiben demütig“, sagte Daniel Backenhaus. Malte Köster ärgerte sich über das Ende des Zwischenhochs nach zwei Punktgewinnen (jeweils 1:1 gegen den VfB Lübeck und in Kropp). „Das war schlecht“, fasste er die Leistung seines Teams zusammen – und machte sich wortwörtlich vom Acker.

Husumer SV: Bielinski – Herpel, Wullenweber, Harrsen, Petersen (76. Jun) – Cordts, Lühr, Woitschätzke (73. H. Lorenzen), Hathat (63. Nagel) – Kiesbye, Halawani.

TuRa Meldorf: Pycha – Hahn, Schmidt, O. Lorenzen, Ackermann– Witt, Jebens, Drzimkowski (74. Moreira), Brors (81. Bartels) – Plötz (60. Stöbel), Claus.

Zuschauer: 250.

Schiedsrichter: Oldhafer (Hamburg), nicht immer sicher.

Tor: 0:1 (55.) Ackermann.

Beste Spieler: Lühr/Ackermann, Hahn.

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