Flensburg : SC Weiche 08: Manfred-Werner-Stadion wird ausgebaut

Zusammenarbeit besiegelt: Torge Wendt (Nordgröön Energie), Harald Uhr (Geschäftsführer Weiche Liga GmbH) und Marten Jensen (GreenTec Campus) unterzeichnen den Vertrag. Fotos: pustal
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Zusammenarbeit besiegelt: Torge Wendt (Nordgröön Energie), Harald Uhr (Geschäftsführer Weiche Liga GmbH) und Marten Jensen (GreenTec Campus) unterzeichnen den Vertrag. Fotos: pustal

Der Flensburger Fußball-Regionalligist verkündet die Zusammenarbeit mit zwei Sponsoren und stellt die Pläne für die Zukunft vor.

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03. Februar 2018, 06:15 Uhr

Es tut sich was beim SC Weiche Flensburg 08. Die Regionalliga-Fußballer sind sportlich erfolgreich, klopfen als Tabellenzweite vernehmlich ans Tor zur 3. Liga. Am 1. März muss die Meldung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorliegen. Problem nur: Flensburg hat kein Stadion, das die Bedingungen für die 3. Liga erfüllt und wird es auch auf absehbare Zeit nicht bekommen. Als Zwischenlösung soll das Manfred-Werner-Stadion an der Bredstedter Straße so ausgebaut werden, dass 6000 Zuschauer dort Platz finden.

Das verkündete Liga-Geschäftsführer Harald Uhr bei einer Pressekonferenz auf dem GreenTec Campus in Enge-Sande. Der Tagungsort war nicht zufällig gewählt – GreenTec und die Firma Nordgröön Energie zählen künftig zu den größten Co-Sponsoren des SC Weiche 08. Beide Unternehmen werben am Dach der kürzlich errichteten Stehplatz-Tribüne und beliefern den Verein zukünftig zudem mit umweltfreundlich produziertem (aus Wind, Photovoltaik und Biomasse) Strom aus der Region. Nicht nur den Verein – auch die Mitglieder des Fördervereins „Club Nordpower“ und sogar die Fans werden beim Abschluss eines Vertrages automatisch zu Kleinsponsoren.

„Wenn wir die Relegation erreichen sollten, würden wir Zusatztribünen errichten und dann gerne bei uns spielen“, so Harald Uhr. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Wenn der DFB sein Drittliga-Statut nicht ändert, müsste ein anderes Stadion her – und das steht in Kiel.

Laut Uhr liefen dazu bereits Gespräche. „Vielleicht wäre auch eine Lösung möglich wie bei den zweiten Mannschaften der Bundesligisten. Denen reicht ein Stadion für 5000 Zuschauer und sie weichen bei Sicherheitsspielen ins Stadion der Profis aus“, sagte der Geschäftsführer. Das Stadion der Profis wäre dann das der „Störche“.

Die Verantwortlichen hoffen, dass der DFB die Statuten lockert und das Mindest-Fassungsvermögen reduziert. „Wozu braucht man ein Stadion für 10 001 Besucher? Die Kosten für Wartung und Pflege wären viel zu hoch“, sagte Uhr.

Dieses Geld würde der SC lieber in Umfeld und Mannschaft investieren. „Flensburg hat die Möglichkeit, das Eisen zu schmieden. Es ist heiß“, unterstrich Cheftrainer Daniel Jurgeleit und fügte nicht ohne Stolz hinzu: „Eine Entwicklung wie in Flensburg – das werden Sie sonst im Amateurfußball kaum finden.“ Von Profi-Bedingungen, so der ehemalige Profi, sei man an der Förde weit entfernt – doch man arbeite unablässig an Verbesserungen. Auf und abseits des Platzes. „Über Aufstieg und Platz eins werden Sie von mir nichts hören“, sagte Jurgeleit und führte auf, was es noch zu optimieren gäbe: „Weniger Gegentore kassieren, mehr Tore schießen und mehr Punkte holen. Und endlich den Pokal holen.“

Beim SC Weiche Flensburg 08, habe man gelernt zu improvisieren. „Wir spielen und trainieren auch mal in Kiel, in Gettorf und in Dänemark. Andere Teams bereiten sich unter südlicher Sonne vor“, sagte Jurgeleit mit einem Seitenblick auf Geschäftsführer Harald Uhr. Dessen Antwort sorgte für Gelächter: „Wir fahren auch in den Süden. Nach Südschleswig.“

Auf dem Weg in den Profifußball setzt der SC Weiche Flensburg 08 auch weiterhin auf Spieler aus der Umgebung. „Unser Weg ist die Region“, bekräftigte Uhr. Eine Vorlage, die Marten Jensen vom GreenTec Campus, gerne aufnahm – auch die nordfriesischen Stromerzeuger sind regional verwurzelt. Jensen: „Unsere Kunden wissen, wo ihr Strom herkommt.“

Die Frage, ob es Oberliga-Spieler ins Regionalliga-Team schaffen könnten, beantwortete Jurgleleit mit einem glatten Ja. „Das haben wir nicht aus den Augen verloren. Aber die Jungs müssen die Bereitschaft mitbringen“, so der Trainer, der Spieler wie Marcel Cornils, Nicholas Holtze oder Sebastian Kiesbye aufführte. Cornils und Holtze hatten bereits beim Masters-Triumph in Kiel Anfang des Jahres mitgespielt.

Apropos Kiel: Für den Stadionausbau in Weiche sollen mit Unterstützung der Stadt Fördermittel aus dem Topf für regional und überregionale Sportstätten beim Land Schleswig-Holstein beantragt werden. Die Entscheidung soll bis Ende Februar oder Anfang März fallen.

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