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Punktabzüge: Acht nordfriesische Teams betroffen

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Verbandsligist SV Frisia 03 Risum-Lindholm und vier Kreisligisten stellen nicht genug Schiedsrichter und müssen zahlen

husum | "Punktverluste schon vor dem Saisonstart" titelten wir in der vergangenen Woche. Am Wochenende beginnt die Saison in zahlreichen Fußball-Amateurligen des Landes. Und es geht für alle Vereine bei Null los. Von wegen: Zahlreiche Mannschaften starten mit einem Punktestand von minus drei.

Im März 2012 beschloss der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) eine Neufassung des Paragrafen 9 der Spielordnung, um dem Mangel an Schiedsrichtern entgegenzuwirken. In der neuen Spielzeit müssen Clubs für jedes Männerteam, das mindestens in der Verbandsliga spielt, zwei Referees melden - für jedes weitere Männer-, Frauen- oder A-Jugendteam wird ein zusätzlicher Unparteiischer gefordert.

Bei Nichterfüllung wird der Verein im ersten Jahr mit einem Ordnungsgeld von 125 Euro pro fehlendem Schiedsrichter belegt, im zweiten Jahr folgt eine Erhöhung auf 250 Euro sowie ein Abzug von drei Punkten für die am höchsten spielende Mannschaft des Clubs. Im dritten und vierten Jahr gehen sechs beziehungsweise neun Punkte flöten. Zusätzlich droht im vierten Jahr eine Streichung der am niedrigsten spielenden Mannschaft des jeweiligen Vereins.

Betroffen sind auch acht Teams aus dem Fußball-Kreis Nordfriesland. In der Verbandsliga ist es der SV Frisia 03 Risum-Lindholm, in der Kreisliga der Bredstedter TSV, die SG Eiderstedt, die SG Oldenswort-Witzwort und der FSV Wyk. Frisia und Oldenswort-Witzwort fehlen ein, dem BTSV zwei Schiedsrichter. Ganz hart trifft es Eiderstedt und Wyk, denen gar drei Unparteiische fehlen - das belastet die Vereinskasse mit dem satten Betrag von 750 Euro.

Bei Frisia werden neun Schiedsrichter benötigt, acht sind vorhanden. Der Verein bildete zuletzt zahlreiche Schiedsrichter aus, die aber (noch) zu jung sind - gezählt wird erst vom 16. Lebensjahr an. "Es ist schwer, Schiedsrichter zu finden", sagt Dominik Fricke, Fußball-Obmann der SG Oldenswort-Witzwort und selbst Unparteiischer. "Nicht nur wir stehen vor diesen Problemen", meint Andreas Weiß, stellvertretender Obmann des Bredstedter TSV. Was ist, wenn sich nichts tut? "Dann könnte man Kontakt zu Vereinen, die besser ausgestattet sind, aufnehmen", so Weiß.

Mit dem BTSV und der SG Eiderstedt sind zwei Teams betroffen, die in der Kreisliga zu den Titelkandidaten zählen. "Es wäre dramatisch, wenn sich die Punktabzüge sportlich auswirken würden", sagt SG-Fußballobmann Sven Jacobsen. Er ist sauer: "Wir haben einen 15-Jährigen, der schon höherklassig an der Linie steht. Warum wird der nicht gezählt?"

Überhaupt keinen Schiri stellen kann der FSV Wyk auf Föhr, drei sind gefordert. "Wir hatten mal zwei - aber die sind wieder rausgeflogen, weil sie nicht an den Lehrabenden teilnehmen konnten", berichtet Vorstandsmitglied Annelie Hauschild. Der FSV hat einen großen Standort-Nachteil. Zwar kann ein Teil der Schiedsrichter-Ausbildung am Computer absolviert werden, doch bei Lehrabenden - und natürlich zur Prüfung - ist die Anwesenheit unerlässlich. Annelie Hauschild ist ratlos: "Wir können nur auf der Insel suchen, vom Festland kommt doch keiner zu uns."Außerdem sind betroffen: TSV Ladelund, TSV Fahretoft-Waygaard, MTV Schwabstedt sowie die Verbandsligisten VfB Nordmark Flensburg, FC Tarp-Oeversee und BSC Brunsbüttel.

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erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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