In Saarlouis ein Star - doch sie vermisst das Meer

Basketball-Talent Levke Brodersen ist Sportlerin des Jahres

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14. Februar 2012, 03:59 Uhr

saarlouis | Freitag Abreise nach Chemnitz, Sonnabend ein Spiel, tägliches Training - und am kommenden Wochenende muss Basketballerin Levke Brodersen sogar zwei Mal ran. Die 17-Jährige von der Insel Föhr spielt nicht nur im Damen-Bundesligateam der Saarlouis Royals, sondern auch noch in der zweiten Mannschaft (Regionalliga).

Mit neun Jahren fing alles an. Mutter Petra, selbst Basketballerin, nahm ihre Tochter mit zum Training beim Wyker TB - der Grundstein war gelegt. "Ich hatte Glück, dass es eine Mädchenmannschaft in meinem Alter gab", erinnert sich die Schülerin. Mit den Trainern Sonja und Uwe Barnert (auch deren Tochter Stina, Levkes sportliches Vorbild, spielte schon in Saarlouis) gings schnell aufwärts, bis sich die Mannschaft auflöste. Aufhören kam nicht in Frage, also pendelte Levke Brodersen fortan jedes Wochenende nach Wedel, um dort beim SC Rist auf Korbjagd zu gehen.

2010, mit 15 Jahren, dann der Wechsel nach Saarlouis. "Am Anfang hatte ich die Befürchtung, ob ich ohne Eltern und Familie alleine klar komme", sagt die 17-Jährige. Doch es klappte. Mit einer Mitspielerin lebt sie in einer Wohngemeinschaft. In Saarlouis sind die Royals, die derzeit in der Bundesliga um den Klassenerhalt kämpfen, äußerst populär. "Man wird schon angesprochen, wenn man durch die Stadt geht", sagt die Schülerin, die auch schon Autogramme schreiben musste. Es gefällt ihr in der rund 37 000 Einwohner zählenden Stadt, aber es fehlt was: "Ich vermisse das Meer und freue mich sehr, wenn ich im Sommer zu Hause bin."

Bei der Frage nach dem bislang größten sportlichen Erfolg muss die 1,68 Meter große Aufbauspielerin nicht lange überlegen. Im Sommer wurde sie mit der SG Saarlouis-Trier Deutsche Meisterin in der Nachwuchs-Bundesliga. 58:55 hieß es im Finale gegen das favorisierte Team Mittelhessen und Levke Brodersen steuerte 13 Punkte zum Sieg bei. U 16-Nationalspielerin ist sie auch, aber abheben - das ist nur beim Korbwurf drin. "Ich möchte mich zu einer guten Basketballspielerin entwickeln", sagt sie bescheiden auf die Frage nach den Zielen in Zukunft.

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