Handball : Immer weniger Mannschaften

Meldezahlen im Kreishandballverband Nordfriesland sind weiterhin rückläufig. Positiver Trend im Schiedsrichterwesen.

shz.de von
23. Juni 2014, 08:00 Uhr

Sorgenvolle Mienen im Kreishandballverband (KHV) Nordfriesland. Seit Jahren sind die Meldezahlen für den Spielbetrieb rückläufig. In der abgelaufenen Saison nahmen nur noch 128 Mannschaften aus 15 Vereinen am Spielbetrieb teil. Das sind 26 weniger als vor drei Jahren. „Um in Zukunft einen vernünftigen Spielbetrieb durchführen zu können, sind deshalb neue Strukturen erforderlich“, unterstrich der KHV-Vorsitzende Hans-Walter Kruppa auf dem Verbandstag in Bredstedt und verwies auf die derzeitige Diskussion im Fußball auf Kreis– und Landesebene. „Wer in der Tageszeitung diese Berichte gelesen hat, kann sich die Zukunft sicherlich vorstellen“, sagte Kruppa vor dem Hintergrund stetig rückläufiger Geburtenzahlen.

Es gab aber auch positive Entwicklungen im nördlichsten Handballkreis des Landes: Im Schiedsrichterwesen, das in der jüngsten Vergangenheit immer das Sorgenkind gewesen ist. „Das Konzept der gemeinsamen Aus- und Weiterbildung der Schiedsrichter zeigt, dass wir uns für den richtigen Weg entschieden haben“, sagte Kruppa, der zu Beginn der Versammlung von HSVH-Vizepräsidenten Finanzen, Bernd Michaelis, mit der HVSH-Verdienstnadel ausgezeichnet worden war. „Wir sind noch nicht am Ziel, ein kleines Minus gibt es immer noch, aber auf einem guten Weg.“ Das sei allerdings kein Grund, sich auf dem Erreichten auszuruhen und sich gegenseitig zu loben. „Nein, wir müssen so weiter machen, damit wir gar nicht wieder in so eine Schieflage geraten“, forderte der KHV-Vorsitzende, dessen Verband einiges unternimmt, um junge Schiedsrichter bei der Stange zu halten. So übernimmt der KHV die Kosten für die Erstausstattung im Landeskader B, unterstützt Neuschiedsrichter auf Kreisebene auf Antrag der Vereine mit bis zu 50 Euro, sobald diese ansetzungspflichtige Spiele ab der C-Jugend leiten und stellt ihnen Paten und Betreuer an die Seite, die dafür als Entschädigung 10 Euro plus Kilometergeld erhalten. „Mit ihnen machen die Jungschiedsrichter rasante Fortschritte“, hat Schiedsrichterwart Gert Rübsam festgestellt. Allerdings nutzen nur wenige Vereine die Angebote des KHV. Deshalb forderte der Schiedsrichterwart die Vereine auf, sich bei ihm zu melden, damit junge Schiedsrichter entsprechend gefördert werden können.

Finanziell steht der KHV auf gesunden Füßen, wie aus dem Bericht der scheidenden Kassenwartin Manuela Peters hervorging. Zum Ende des Jahres 2013 hatte der Verband Rücklagen in Höhe von rund 10 000 Euro, die hauptsächlich durch Strafgelder zusammen gekommen waren. Um diese abzubauen, wird der Verband die Meldegelder zur neuen Saison für die Jugendmannschaften, die auf Kreis- und Regionsebene spielen, übernehmen. Nur die Vereine, die Nachwuchsmannschaften auf SH-Liga und Oberliga-Ebene haben, müssen weiter Meldegelder an den Landesverband entrichten. „Zudem können wir einige für die Jugend und Schiedsrichter tun“, so Kruppa.

Eine hitzige Diskussion entwickelte sich nach der Anfrage von Björn Schlichting vom Bredstedter TSV, ob nicht auch die Meldegelder für die Seniorenmannschaften gestrichen werden könnten. „Schließlich ist der KHV kein Sparverein und das Geld bei den Vereinen am besten aufgehoben.“ Schließlich einigte man sich darauf, diese Anregung für die Saison 2015/16 ins Auge zu fassen, sollten die Rücklagen bis dahin nicht erheblich geschmolzen sein.

Bei den Wahlen wurde der bisherige 2. Vorsitzende Lars Petersen einstimmig in seinem Amt bestätigt. Ebenso einstimmig wurde Ralf Albertsen zum Vorsitzenden der Spielkommission und Yvonne Ploog zur neuen Kassenwartin gewählt. Das Amt des Schriftwartes konnte allerdings zum wiederholten Male nicht besetzt werden. Der Vorstand hat jedoch das Votum der Vereine, einen Schriftwart kommissarisch einzusetzen, wenn ein Interessent gefunden werden sollte.

Die Kreisligen der Männer und Frauen spielen in der neuen Saison jeweils zweigeteilt in einer Nord- und Südstaffel. Bei den Männern haben 13 Mannschaften gemeldet, bei den Frauen 14. Jeweils zehn Mannschaften bei Männern und Frauen werden im Pokal auf Kreisebene starten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert