fussball: unverhoffter punktgewinn : Husumer SV mit Moral – 4:4 nach 1:4-Rückstand

Mann des Tages: Sebastian Kiesbye (li.), der hier Viktor Dragusha davonläuft.
Mann des Tages: Sebastian Kiesbye (li.), der hier Viktor Dragusha davonläuft.

In der SH-Liga sichert Torjäger Sebastian Kiesbye den Nordfriesen mit drei Toren innerhalb von 22 Minuten den unverhofften Punktgewinn beim Tabellenzweiten Preetzer TSV.

shz.de von
11. November 2013, 05:30 Uhr

Sebastian Kiesbye, Stürmer der Husumer SV, hat nach Abschluss der Hinrunde in der Fußball-SH-Liga zwölfTreffer auf dem Konto. Wenn der 23-Jährige trifft, dann oftmals mehrfach in einem Spiel. Jeweils einen „Dreierpack“ steuerte der schnelle Angreifer zu den Siegen gegen Holstein Kiel II (3:2) und den SSC Hagen Ahrensburg (4:0) bei. Am Sonnabend reichte es für die Nordfriesen zwar nicht zu einem Erfolg, doch das 4:4 beim Preetzer TSV fühlte sich fast so an. Der Aufsteiger hatte schon 0:3 und 1:4 zurückgelegen – dann kam Drei-Tore-Mann Kiesbye.

Von Beginn an eine konzentrierte Leistung hatte sich Trainer Malte Köster gewünscht. Danach hatte es lange Zeit nicht ausgesehen. „Preetz hat uns einfach unter Druck gesetzt. Wir haben es nicht verstanden, dann auch noch Fußball zu spielen. Wir haben die Bälle von hinten rausgebolzt. Und die sind postwendend wiedergekommen. Die Aggressivität im Zweikampfverhalten haben wir nicht gehabt. Die konnten 20, 25 Meter vor unserem Tor machen, was sie wollten“, fasste Husums Coach Malte Köster die starke Phase des Gastgebers zusammen. Hinter der einzigen nominellen Spitze Florian Stahl wirbelten die Ziehmer-Brüder die Stormstädter mit Pressing, Tempo und Spielwitz gewaltig durcheinander. Dragusha aus kurzer Distanz (8.), Florian Ziehmer mit Windunterstützung aus 30 Metern (10.) und Torven Ziehmer mit Solo quer durch den Strafraum (26.) besorgten die Preetzer Führung. Selbst der Anschlusstreffer mit einem sicher verwandelten Elfmeter von Salam Halawani – nach Foul von Hansen an Halawani – ließ nicht auf eine Wende im Spiel hindeuten.

Der Eindruck verfestigte sich, als Florian Ziehmer mit einem nicht unhaltbaren Schuss aus 18 Metern nach knapp einer Stunde das 4:1 erzielte. „Beim 4:1 muss ich in der Lage sein, das Resultat zu halten. Da ist keiner in der Lage gewesen, den Ball zu halten. Das ist ein Kopfproblem“, schimpfte der Preetzer Coach Danilo Blank.

Was sich bei Chancen von Kiesbye (13.), Roman Jun (13.) und Sebastian Lühr (18.) schon angekündigt hatte, passierte in der zweiten Halbzeit. „Da ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen ist. Sie haben eigentlich alle auf einmal diesen Ruck gespürt und gemerkt, dass hier noch was geht“, erklärte HSV-Trainer Köster den Wendepunkt.

Die Husumer SV nutzte die Unordnung in der PTSV-Defensive, kämpfte aufopferungsvoll und zeigte Moral. Mit einfachen Mitteln belohnten sich die Nordfriesen mit drei weiteren Treffern, für die sämtlich Torjäger Kiesbye verantwortlich zeichnete (71., 80., 90./+3). Wobei der Preetzer Keeper Lennart Weidner sogar noch weitere Gegentore (47., 88., 89.) verhinderte.

Der kaum noch für möglich gehaltene Punktgewinn sollte dem Neuling Mut machen. Im ersten Spiel der Rückrunde geht es am Sonnabend (14 Uhr) gegen den TuS Hartenholm – nach drei Auswärtsspielen in Serie mal wieder auf eigenem Platz.

Preetzer TSV: Weidner – Heine (67. Degenhardt), Hansen, Schümann – Dreier, Sachse (75. Lindner) – Degdo (52. Witt), F. Ziehmer, T. Ziehmer, Dragusha – Stahl.

Husumer SV: Hübner – Petersen, Herpel, Harrsen, Nagel – Jun, Lorenzen, Lühr (75. Hornburg), Halawani (42. Alla) – Kiesbye, Cordts.

Schiedsrichter: Burmester (Lübeck). Zuschauer: 140.

Tore: 1:0 Dragusha (8.), 2:0 F. Ziehmer (10.), 3:0 T. Ziehmer (26.), 3:1 Halawani (35., Foulelfmeter), 4:1 F. Ziehmer (58.), 4:2, 4:3, 4:4 Kiesbye (71., 80., (90./+3).

Beste Spieler: Weidner, F. Ziehmer, T. Ziehmer/Herpel, Lorenzen, Kiesbye.

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