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Heimspiele unter dem Motto „Refugees Welcome “ : Handballer setzen ein Zeichen: Kein Platz für Rassismus in Nordfriesland

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Handball-Frauen und Männer der HSG Ohrstedt-Ostenfeld (SZOWW) wollen bei ihrer Heimspielpremiere mit der Aktion „Refugees welcome“ ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzen.

Gemeinsam gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit: Die Handball-Frauen und Männer der HSG Ohrstedt-Ostenfeld (SZOWW) laden zu ihrer Heimspielpremiere am 19. September ab 16 Uhr unter dem Motto „Refugees Welcome“ in die Heinrich-Carstensen-Halle ein. Neben dem sportlichen Aspekt an diesem Tag steht vor allem die Integration von Flüchtlingen im Mittelpunkt.

„Wir diskutieren untereinander schon länger, wie und ob wir uns beim Thema Flüchtlingspolitik und Fremdenfeindlichkeit positionieren wollen“, sagt Heiko Lohr aus dem Männer-Team. Auslöser waren die Proteste und Angriffe auf die Flüchtlingsunterkunft in Heidenau, als sich der „Mob“ formierte. „Da haben wir gesagt: Halt, Stopp! So kann das nicht weitergehen“, so Lohr.

Die umliegenden Dörfer wie Ohrstedt, Schwesing und Ostenfeld nehmen Flüchtlingsfamilien auf. Als die Flüchtlingsunterkunft in Seeth gebaut wird, kommt es erneut zu Diskussionen. „Zum Glück ist nichts passiert“, so Lohr. „Aber so was könnte auch hier bei uns in Nordfriesland geschehen.“ Also setzten sich die beiden HSG-Teams zusammen und beratschlagten. „Zunächst wollten wir nur ein Plakat bei den Heimspielen aufhängen“, erklärt Lohr. Er wendet sich an das Husumer Werbezentrum, das nicht nur das Plakat anfertigt, sondern auch die Kosten dafür übernimmt. Und die Husumer Volksbank eG und die Salo Bildung & Beruf GmbH sponsern je einen T-Shirt-Satz mit dem Schriftzug „Refugees Welcome“.

Wie es der Zufall will, ist Torben Walluks nicht nur Leiter vom Deutschen Roten Kreuz in Husum, sondern auch ehemaliger HSG-Trainer. Er verrät den Handballern, an was es den Flüchtlingen in der Unterkunft in Seeth besonders fehlt. Es gehe weniger um Geldspenden, viel wichtiger sei es explizit etwas zu kaufen. Abgesehen von Hygieneartikeln mangelt es vor allem an Unterwäsche und Socken, da diese nicht aus zweiter Hand geeignet sind. Der Verein appelliert zudem an andere Sportlerinnen und Sportler, gebrauchte und gut erhaltene Sporttaschen zur Veranstaltung mitzubringen, um diese den Flüchtlingen zur Verfügung zu stellen.

Gemeinsam sammeln die Handballer/innen zusätzlich Spenden für die Flüchtlingsunterkunft in Seeth. Neben einem Spendenkonto wird im Vereinsheim ein „Schwein“ aufgestellt. DRK-Leiter Walluks wird vor Ort sein, um Fragen zu beantworten. Die Männer kümmern sich um den Kuchenverkauf am Spieltag, dessen Gewinn ebenfalls gespendet werden soll. „Wir wollen mit dieser Aktion keinen Alleingang machen, sondern hoffen, dass andere Mannschaften, Firmen und Privatpersonen unserem Beispiel folgen“, sagt Lohr.

Die HSG-Handballer hoffen, die Zuschauer zu sensibilisieren. „Wir haben bereits viele positive Rückmeldungen.“ So kündigten der TSV Mildstedt und der HSG Nord-NF bereits an, sich an der Aktion zu beteiligen. Zudem ist ein Handballtraining in der Kaserne Seeth im Gespräch. „Es tut sich viel, ich bin gespannt, was sich noch entwickelt“, so Lohr.

Spenden an Förderverein Liga-Handball: IBAN: DE 90 2175000000000111 14 Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe

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erstellt am 11.Sep.2015 | 06:00 Uhr

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