zur Navigation springen

400 zuschauer beim pokalspiel im niko-nissen-stadion : Frühe Tore schocken den Außenseiter

vom
Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Die Sensation im Viertelfinale des SHFV-Pokals ist ausgeblieben. Die Verbandsliga-Fußballer des SV Frisia 03 Risum-Lindholm mussten sich dem Regionalligisten VfB Lübeck 0:4 geschlagen geben.

Erwartungsgemäß war für den SV Frisia 03 Risum-Lindholm im Viertelfinale des SHFV-Pokals Endstation. Der Fußball-Verbandsligist musste sich dem Regionalligisten VfB Lübeck mit 0:4 (0:2) geschlagen geben. „Wir haben die Pflicht souverän erfüllt, aber keinen überragenden Auftritt hingelegt“, erklärte VfB-Trainer Denny Skwierczynski. Der Außenseiter hielt vor rund 400 Besuchern vor allem in der ersten Hälfte gut dagegen, kam einer Sensation aber nie wirklich nahe. „Wir sind im Pokal weit gekommen, haben unter anderem Heide geschlagen“, sagte Frisia-Trainer Bodo Schmidt. „Da muss man anerkennen, dass eine zwei Klassen höhere Mannschaft dann hier auch verdient gewinnt.“

Das Spiel begann optimal für den Favoriten, der mit Christian Rave (Schlag auf die Achillessehne) und Andre Ladendorf (grippaler Infekt) zwei weitere Spieler neben drei Langzeitverletzten nicht zur Verfügung hatte. Der erstmals im offensiven Mittelfeld aufgebotene Tomek Pauer tankte sich über den Flügel durch, legte zurück in die Mitte, wo Torjäger Stefan Richter zur Gäste-Führung verwandelte (2.). „Es war klar, dass die Lübecker Druck machen würden. Aber so ein frühes Tor ist natürlich bitter“, wusste Ex-Profi Schmidt. Zwei Minuten später hatte Pauer nach einem Senger-Freistoß, den Frisia-Keeper Lars Christiansen nur abklatschte, sogar das zweite Tor auf dem Fuß, scheiterte aber am Schlussmann.

Insgesamt fiel den Lübeckern aber trotz der frühen Führung nur wenig ein. Frisia öffnete seine Abwehr nicht, spielte weiter aus einer tiefen Grundformation mit Lasse Paulsen als Libero und Manndeckung. Die Gastgeber steckten auch den Schock weg, dass Youngster Steffen Grade nach 14 Minuten ohne Fremdeinwirkung im Rasen hängen blieb und mit heraus gesprungener Kniescheibe vom Platz getragen werden musste. Nach und nach trauten sich auch die Nordfriesen dann in der Offensive mehr zu. Jannik Drews war der erste, der Briant Alberti (vertrat Stammkeeper Jonas Toboll) ernsthaft prüfte. Mit den Fäusten lenkte der VfB-Torhüter den strammen Schuss aus gut 20 Metern über die Latte (24.). Auch den Nachschuss nach einem in der Mauer hängen gebliebenen Freistoß von Drews lenkte Alberti zur Ecke (37.).

Auf der anderen Seite ließ die zunehmend stabile und robuste Frisia-Deckung wenig zu. Ein Distanzschuss von Nils Lange strich knapp vorbei (19.), einen Kopfball von Pauer parierte Christiansen (34.). Manndecker Teegen klärte mit großem Einsatz eine Flanke von Dennis Wehrendt vor Pauer und Richter (38.). Doch mit dem knappen Rückstand kam der Außenseiter nicht in die Pause. Einmal drehte der VfB noch auf. Pauer schickte Henrik Sirmais, der auf dem Flügel enteilte und scharf in die Mitte gab, wo Richter den Ball direkt nahm und in die linke untere Ecke traf – 0:2 (44.). „Der Zeitpunkt war bitter. Ich habe noch einmal versucht, die Mannschaft aufzubauen“, beschrieb Schmidt die Halbzeit. „Aber ich habe in den Gesichtern der Jungs schon gesehen, dass der Glaube nicht mehr so vorhanden war.“

Nach dem Seitenwechsel war dann schnell alles klar. Nach einer Ablage von Andre Senger zog Lange aus 20 Metern ab und traf unhaltbar zum 0:3 (51.). Christiansen klärte anschließend einen Schuss und einen Kopfball von Pauer zur Ecke (55., 58.). Der VfB-Mittelfeldmann leitete dann das 0:4 ein, als er nach einem Steilpass frei vor dem Tor auftauchte und noch einmal querlegte. Sirmais verpasste, aber der eingewechselte Arnold Suew haute den Ball in die Maschen (69.).

In der Schlussphase entwickelte sich eine Art Privatduell zwischen Lübecks Offensivreihe und Christiansen. Der 24-jährige Schlussmann behielt meist die Oberhand. Gegen Lange (70.), Sirmais (72.) und bei einer Doppelchance für Pauer und Lange (75.) parierte er gut, lenkte zudem einen strammen 25-Meter-Schuss von Lange zur Ecke (76.). So blieb es letztlich beim 0:4. Einen unrühmlichen Höhepunkt gab es aber noch. Nachdem er von Moritz Marheineke gefoult worden war und einen Freistoß erhielt, schimpfte der verwarnte Salam Halawani so lange, bis Schiedsrichter Jan Kohlmann keine andere Wahl mehr hatte, als ihn mit Gelb-Rot vom Platz zu stellen (84.).


SV Frisia 03: Lars Christiansen – Paulsen – Teegen, Marvin Bruhn (59. Mathias Bruhn) – Halawani, Bahnsen, Grade (14. Martensen), Andresen – Attisso (59. Albertsen), S. Christiansen – Drews.

VfB Lübeck: Alberti – Knechtel (74. Thomas), Wehrendt, Marheineke, Steinfeldt – Lange, Nogovic (61. Meyer) – Sirmais, Pauer, Senger – Richter (61. Suew).

Schiedsrichter: Kohlmann (Kiel). – Zuschauer: 400.

Tore: 0:1 Richter (2.), 0:2 Richter (44.), 0:3 Lange (51.), 0:4 Suew (69.).

Gelb-Rote Karte: Halawani (84., Foulspiel und Meckern). – Beste Spieler: Lars Christiansen, Martensen/Marheinike, Pauer, Richter.

zur Startseite

von
erstellt am 22.Sep.2014 | 12:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert