grosse siegerehrung in berlin : Ein Tag voller Emotionen

Der große Moment: Preisverleihung mit (von links) Uwe Fröhlich (Präsident Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken), Sven Jensen, Matthias Hansen, Bundespräsident Joachim Gauck und DOSB-Präsident Alfons Hörmann.
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Der große Moment: Preisverleihung mit (von links) Uwe Fröhlich (Präsident Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken), Sven Jensen, Matthias Hansen, Bundespräsident Joachim Gauck und DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

Der TSV Hattstedt wurde am Mittwoch beim Finale der „Sterne des Sports“ in Berlin als Vierter mit 1000 Euro ausgezeichnet - vom Bundespräsidenten gab’s ein „Moin“.

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28. Januar 2015, 20:30 Uhr

Als die ersten sieben Preisträger ihre Auszeichnungen entgegen genommen hatten und die erste Show-Einlage anstand, da stieg die Unruhe bei den Verantwortlichen des TSV Hattstedt spürbar. Sie waren noch nicht dabei gewesen – sollten sie am Ende tatsächlich ganz vorn sein?

Geteilter vierter Platz, dotiert mit 1000 Euro – am Ende waren die Nordfriesen ebenso wie alle anderen ausgezeichneten Sportvereine dennoch große Sieger. Mit sportlichen Kriterien war die Preisverleihung der „Sterne des Sports“ gestern in Berlin ohnehin nicht zu messen. Es ging darum, die Clubs aus dem gesamten Bundesgebiet für ihre Kreativität und ihren Ideenreichtum zu würdigen. „Das demokratische Prinzip ,Wir sind füreinander da und übernehmen Verantwortung’ werde durch den Sport gefördert“, erklärte Bundespräsident Joachim Gauck. Er betonte, wie wichtig der Breitensport für das Selbstwertgefühl des Einzelnen und das Zusammenleben der Gesellschaft sei: „Der Sport ist eine wunderbare Möglichkeit zu entdecken, was in uns steckt.“

Der TSV Hattstedt hatte sich mit dem Gewaltpräventions-Programm „Starke Frauen – Selbstverteidigung für Frauen mit (und ohne) Behinderung und Handicap“ beworben und sowohl die Kreisentscheidung um den „Bronzenen Stern“ als auch den Wettbewerb auf Landesebene um den „Silbernen Stern“ für sich entschieden. Auf Kreisebene sind der Kreissportverband und die Husumer Volksbank eG von Anbeginn Förderer und Unterstützer des „Breitensport-Oscars“.

Am Dienstag hatte sich die zehnköpfige Reisegruppe auf den Weg in die Bundeshauptstadt gemacht. Den TSV Hattstedt vertraten der Vorsitzende Thorsten Schulze, sein Stellvertreter Matthias Hansen sowie die Übungsleiter Tanja Schultz, Benjamin Zeischke und Michael Meiertokrax. Die Husumer Volksbank eG repäsentierten Sven Jensen und Helen Peters. Bürgermeister Ralf Heßmann war ebenso dabei wie Günter Fleskes, der Vorsitzende des Kreissportverbandes. Ebenfalls mit von der Partie: Dorothee Bußmann-Lemke von der Behinderteneinrichtung „Arche-Unterstütztes Wohnen“, dem Kooperationspartner des TSV Hattstedt.

Am ersten Abend gab es eine Kennenlern-Veranstaltung mit allen Vereinsvertretern, mit Alfons Hörmann, dem Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), dem LSV-Vorsitzenden Hans-Jakob Tiessen und TV-Journalistin Katrin Müller-Hohenstein, die gestern die Preisverleihung moderierte. „Wir waren begeistert vom netten Austausch und der entspannten Atmosphäre“, schwärmte Matthias Hansen. Als „sehr emotional“ und „nicht so stocksteif wie bei manch anderen Ehrungen“, beschrieb Sven Jensen den Festakt am Mittwoch.

Spätestens seit gestern weiß auch Alfons Hörmann, wie in Nordfriesland gegrüßt wird. „Mit Moin, Moin“, begrüßten Hansen und Jensen, die die Auszeichnung entgegen nahmen, sowohl den Bundespräsidenten als auch den DOSB-Chef. Für den Norddeutschen Gauck kein Thema, zurück zu grüßen, auch der Bayer Hörmann schloss sich an. Matthias Hansen nutzte die Gelegenheit, sich von Gauck gleich ein Auogramm auf die Siegerurkunde geben zu lassen. Natürlich fühlten sich die Nordfriesen – ebenso wie die anderen Viertplazierten – nicht als Verlierer. Ein Vertreter des Gesamtsiegers (das Team Bananenflanke aus Regensburg setzt sich für geistig behinderte Fußballer ein) lobte bei seiner Danksagung ausdrücklich die Projekte aller anderen Preisträger und gratulierte ihnen.

Nach einem Imbiss machte sich die Hattstedter Delegation auf den Rückweg nach Nordfriesland – um 1000 Euro und zahlreiche unvergessliche Eindrücke reicher. „Das waren aufregende Momente inmitten der großen Sportfamilie. Auf der Rückfahrt werden wir versuchen, alles zu verarbeiten“, resümierte Matthias Hansen.

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