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Handball : Die Suche nach einem Vorsitzenden

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Aus der Redaktion des Nordfriesland Tageblatt

Der Kreishandballverband Nordfriesland ist auf der Suche nach einem neuen Vorsitzenden. Auf dem Verbandstag wurde kein Nachfolger für Hans-Walter Kruppa gefunden. Vorerst führt der 2. Vorsitzende Peter Saß den Verband kommissarisch.

shz.de von
erstellt am 26.Jun.2017 | 06:00 Uhr

Der Verbandstag des Kreishandballverbandes Nordfriesland im Niebüller „Friesenhof“ ging zwar reibungslos und harmonisch über „100 Minuten Spielzeit“. Doch klangen in der nur mäßig besuchten Versammlung Probleme an, die nachdenklich stimmen. So ist es den Delegierten nicht gelungen, einen KHV-Vorsitzenden zu wählen.

Tröstlich ist allerdings, dass die vermeintliche Vakanz vom 2. Vorsitzenden Peter Saß (Winnert) bestens überbrückt wird. Er leitet den KHV schon seit fast zwei Jahren, seit Hans-Walter Kruppa (Risum-Lindholm) dieses Amt krankheitsbedingt ruhen lassen musste und jetzt ausscheidet. Der Verbandstag dankte ihm für ein Jahrzehnt Führungsarbeit und würdigte seine Verdienste mit seiner Ernennung zum Ehrenmitglied. Peter Saß bleibt bis zum nächsten Verbandstag kommissarischer Chef des KHV, der nun auf die Suche nach einem Nachfolger gehen muss. Diese Aufgabe übernimmt ein Findungsgremium, bestehend aus je drei Vorstands- und Vereinsvertretern.

Leidiges Thema Nummer zwei in Nordfriesland ist der Mangel an Schiedsrichtern. Dirk Petersen, der neue Präsident des Landesverbandes (HVSH), bezifferte die auf DHB-Ebene verhängten Strafgelder wegen Nichtantretens von Schiedsrichtern mit 450  000 Euro, davon 36  000 beim HVSH. Beim KHV traten angesetzte Schiris zu zwölf Spielen „schuldhaft“ nicht an. 14 Spiele konnte der KHV nicht mit Schiris besetzen. Schiedsrichterwart Thore Hantner (SG Husum/Schobüll/Nordstrand) wertete die vergangenen Saison als „durchwachsen“, erhofft sich aber durch Weiter- und Anfängerausbildung (wie gehabt) eine Besserung. Dieter Christiansen, Ex-Bundesligaschiri und seit 50 Jahren (!) Unparteiischer, schlägt eine professionelle Radikalkur vor: Bildung von Schiri-Vereinigungen, aus deren Reihen aus dem Vollen geschöpft werden kann. Deren Schiris seien dann auch „nur“ Schiris. Diesen müssten dann aber auch Kosten deckende Kilometer-Entschädigungen gewährt werden.

Drittes Problem ist die rückläufige Mitgliederentwicklung im Handball. „Wir halbieren uns“, unkte Petersen und belegte diese erschreckende Rechnung mit dem Wegbrechen von 59 Mannschaften in den vergangenen fünf Jahren. Mit zwölf Spielern pro Team wären das 700 aktive Handballer, die diese Sportart nicht mehr ausüben. Der von Saß angeregte „1. Schulhandballtag“ fand nur bei sieben Schulen Gehör und von fünf Vereinen Unterstützung. Einen weiteren Einbruch habe der Jugendhandball durch die Offenen Ganztagsschulen (OGS) erfahren. Diese sicherlich familienfreundliche Neuerung habe zu einer Reduzierung der Nachmittags-Trainingszeiten geführt. Niebülls Bürgermeister Wilfried Bockholt relativierte diese Einschätzung allerdings mit dem Hinweis, dass die Kinderzahl in der 10  000-Einwohner-Stadt rückläufig sei. Sichtbar sei das an der örtlichen Grundschule, an der die OGS nicht mehr überquelle und die Zahl der Einschulungsklassen von sechs auf vier zurückgehe.

Wo Mängel sichtbar würden, bemühe sich der KHV nach den Worten seines 2. Vorsitzenden gegenzusteuern. Die Fachwarte ergänzten die laufende Berichterstattung der Sportseiten unserer Zeitung. In der Kreisliga der Männer sei die Saison problemlos verlaufen. Nicht so zügig verliefen die Pokalrunden – wegen Terminproblemen, wie es hieß. In der Kreisliga der Frauen reduzierten sich „Problemchen“ auf ein Minimum, sieht man davon ab, dass zu elf Spielen keine Schiedsrichter antraten. Aus dem Jugendausschuss appellierte Nicole Güldner an die Vereine, dem erschreckenden Rückgang an Mannschaften durch Werbung gegenzusteuern. Allerdings sieht sie in Kreis übergreifenden Staffeln auch eine Lösung, die sich bewähre. Die Berichte aus den Altersklassen bis abwärts zu den Minis ergänzten den Rundblick durch den Handball im Kreis Nordfriesland, der nach wie vor lebhaft pulsiert, jedoch auch weiteren Engagements und großer Zuneigung bedarf, um lebendig gehalten zu werden.

Es gab auch Ehrungen. Schiri-Urgestein Dieter Christiansen (RW Niebüll) und Männerwart Ralf Albertsen (TSV Mildstedt) wurden mit der Goldenen Ehrenplakette des KHV Nordfriesland ausgezeichnet. Dieter Christiansen wurde zusätzlich die Silberne Ehrennadel des HVSH verliehen.

Folgende Vorstandsmitglieder wurden vom Verbandstag (wieder)gewählt: Ralf Albertsen (Männerwart und Vorsitzender Spielkommission/Mildstedt), Ulrike Jacobs (Frauenwartin/Garding), Hauke Widderich (Rechtswart/Friedrichstadt), Thore Hantner (Schiedsrichterwart/Husum-Schobüll-Nordstrand), Lasse Heide-Petersen (Schiri-Lehrwart/Risum-Lindholm), Nicole Gildner (Jugendausschussvorsitzende/OWiWi). dew

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