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Abschlussveranstaltung in husum : Die „Sternesammler“ aus Hattstedt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach einem dritten und zwei zweiten Plätzen gewinnt der TSV den großen „Stern des Sports“ in Bronze im Wettbewerb auf Kreisebene

Der Trophäensatz ist endlich komplett. Der TSV Hattstedt hatte bei den „Sternen des Sports“ bereits einen dritten und zwei zweite Plätze belegt. Am Dienstag nun erhielt der 950 Mitglieder zählende Verein aus dem kleinen Ort wenige Kilometer nördlich von Husum aus der Hand der stellvertretenden Kreispräsidentin Margarethe Ehler den großen „Stern des Sports“ in Bronze und einen Scheck in Höhe von 1500 Euro als Kreissieger der neunten Auflage des Wettbewerbs der Volks- und Raiffeisenbanken, mit dem das gesellschaftliche Engagement der Vereine alljährlich gewürdigt wird. Der TSV Hattstedt vertritt Nordfriesland mit seinem Projekt „Starke Frauen – Selbstverteidigung für Frauen mit Behinderung/Handicap“ nun auf Landesebene und hat damit Chancen auf den großen „Stern des Sports“ in Silber.

„Sie haben uns mit Ihren Projekten einen Einblick gegeben in die Rolle moderner Clubs, die tiefer in die Gesellschaft eindringen als früher die traditionellen Vereine“, lobte der stellvertretende Vorsitzende des Kreissportverbandes, Dirk Weimar, die Präsentationen. Neben dem TSV Hattstedt hatte die Jury den TSV Rotweiß Niebüll mit dem Projekt „Unternehmen Turnen – Turnen ist nicht altmodisch“ und den MTV Leck mit seiner Maßnahme „Integration von erwachsenen Menschen mit vielfältigen Behinderungen durch und im Sport“ in die Husumer Volksbank zur Abschlussveranstaltung geladen. Niebüll belegte den zweiten Platz und erhielt 1000 Euro, Leck den dritten Rang, der mit 500 Euro dotiert ist.

„Wenn man so oft dabei war, aber noch nicht gewonnen hat, entwickelt man schon einen gewissen sportlichen Ehrgeiz“, gestand Matthias Hansen, 2. Vorsitzender des TSV Hattstedt. „Ich bin ein bisschen stolz.“ Stolz können die Hattstedter vor allem auf ihr Projekt sein, das sie in Kooperation mit der „Arche Husum“ und dem „Weißen Ring“ entwickelt haben. Für Frauen mit Behinderung/Handicap wurde ein spezielles Angebot entwickelt, in dem qualifizierte Übungsleiter und pädagogische Fachkräfte ihnen Möglichkeiten zur Deeskalation im Ernstfall und effektive Techniken zur Selbstverteidigung zeigen. „Dieses Thema ist sehr wichtig, weil 80 Prozent aller behinderten Frauen Gewalterfahrungen haben und nicht auf solche Situationen vorbereitet sind“, erläuterte Hansen. Der TSV plant, das Angebot auch Männern mit Behinderung/Handicap zugänglich zu machen – und im Idealfall sollen einmal Männer und Frauen, Behinderte und Nichtbehinderte miteinander trainieren.

Große Freude herrschte auch beim Zweit- und Drittplatzierten, die beide in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feiern. Trainerin Anita Carstensen hat in Niebüll mit der Neustrukturierung der Turnsparte, der Ausbildung von Helfern, Kampfrichtern und Übungsleitern erreicht, dass die Sparte neuen Zulauf erfuhr und inzwischen 402 Mitglieder zählt. „Sie hat neue Anreize und Herausforderungen geschaffen statt alleiniger Beschäftigung von Kindern“, lobte RW-Vorsitzender Hans Thiesen.

Im MTV Leck brachte Dietlinde Gutbrodt 19 Suchtkranke aus dem „Stedesander Hof“ mit viel Geduld, Einfühlungsvermögen und regelmäßigem Training zur Sportabzeichenprüfung. Alle 19 bestanden. „In diesem Jahr sind sogar noch zwei dazu gekommen“, freute sich die landesweit bekannte Langstreckenläuferin. „Von der Prämiere gehen 400 Euro an die Familie Kock vom Stedesander Hof, weil sie immer Geld gebrauchen können“, so Gutbrodt. 100 Euro wird sie an eine Jugendgruppe in der litauischen Partnerstadt Birstonas weiterleiten.

Udo Kempter, Vorstandsmitglied der Husumer Volksbank, gratulierte den drei Finalisten zu ihrem Erfolg. „Mit diesem Preis möchten wir, die Volks- und Raiffeisenbanken, und der Kreissportverband die besonderen Projekte und Maßnahmen aus Ihren Vereinen an die Öffentlichkeit bringen.“ Kempter freute sich, dass wieder neun Vereine ihre Bewerbungen für den „Stern des Sports“ abgegeben hatten, forderte aber die über 200 Vereine im Kreis auf, sich stärker an dem Wettbewerb zu beteiligen. „Denn die Chance, bei den Sternen des Sports unter die ersten Drei zu kommen, ist größer, als im Lotto sechs Richtige zu tippen.“

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erstellt am 25.Sep.2014 | 06:00 Uhr

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