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ausdauer-spektakel am husumer dockkoog : Der lange Lauftag am Nordseedeich

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die LAV Husum richtet zum 40-jährigen Vereinsjubiläum am Sonnabend die deutschen Meisterschaften über 100 Kilometer aus. Inge Brandts aus Leck, Meisterin von 2001, ist mit von der Partie.

100 Kilometer laufen auf einer Fünf-Kilometer-Pendelrunde, die 20 Mal zu absolvieren ist: Das ist die Herausforderung, die am Sonnabend beim ersten Husumer 100-km-Lauf auf rund 90 Unentwegte wartet. Die Ultraszene der Läufer gibt ein Gastspiel an der Nordsee und beschert der LAV Husum zum 40-jährigen Vereinsbestehen einen besonderen sportlichen Höhepunkt. Erstmals ist die LAV Gastgeber für die Deutschen Meisterschaften auf der längsten offiziellen Straßenlauf-Distanz.

Um 7 Uhr fällt am Husumer Dockkoog der Startschuss für den langen Lauftag am Deich. Bis zum Zielschluss um 20 Uhr werden die Ultraläufer ihre Runden drehen. Die volle Zeitspanne werden jedoch nur die „Genussläufer“ in Anspruch nehmen. Die Mehrzahl wird versuchen, bei den Titelkämpfen schnell unterwegs zu sein, um die bestmögliche Platzierung zu erlaufen. Der Gesamtsieger wird schon gegen 14 Uhr nach rund sieben Stunden Laufzeit im Ziel erwartet.

Mehrere Asse haben sich für die Titelkämpfe angesagt. Bei den Männern gilt Michael Sommer vom EK Schwaikheim als Topfavorit. Der inzwischen 50-Jährige hat zwischen 1995 und 2012 neun Mal den Titel errungen und ist damit deutscher Rekordmeister im Ultralauf. Mit einem Erfolg in Husum könnte der Schwabe, dessen Bestzeit bei 6:42:45 Stunden liegt, den zehnten Titel perfekt machen. Mit Jörg Hooß von den LTF Marpingen ist ein weiterer Ex-Meister am Start, Titelverteidiger Andre Collet aus Aachen wird dagegen fehlen.

Bei den Frauen wird Pamela Veith vom TSV Kusterdingen (Bestzeit: 8:10:53 Stunden) versuchen, ihren Vorjahreserfolg zu wiederholen. Aus fast allen Bundesländern kommen die Ultraläufer in den Norden. Die Titelkämpfe in heimischen Gefilden haben aber auch Läufer aus der Region motiviert, die gigantische Strecke anzugehen. 14 Starter aus Schleswig-Holstein sind gemeldet.

Fast 13 Jahre nach der letztmaligen Austragung des 100-km-Laufs von Neuwittenbek bei Kiel, in dessen Rahmen 2001 auch deutsche und Landesmeister ermittelt worden waren, geht es in Schleswig-Holstein wieder um Titel auf der Ultrastrecke. Inge Brandts vom MTV Leck wurde 2001 in 8:54:02 Stunden letzte Gesamt-Landesmeisterin der Frauen und Deutsche Meisterin der Klasse W 45. Am Sonnabend tritt die 60-jährige Nordfriesin wieder an. Mit Jens-Uwe Gilgen (MTV Leck) und Albert Bölke (SV Enge-Sande) sind zwei weitere Nordfriesen im Rennen.

Neben Kondition und Konstitution spielen beim 100-km-Lauf auch mentale Aspekte eine große Rolle. Geduld und der richtige Umgang mit Monotonie sind wichtige Merkmale, die den Charakter eines starken Ultraläufers ausmachen. Dass die 100-km-Läufer eine besondere Spezies sind, wissen die Veranstalter von der LAV Husum. „Wir haben viel Routine als Organisatoren, aber 100 km sind eben doch etwas anderes und die Läufer auch eine andere Klientel. Ein bisschen Aufregung ist daher schon noch da“, sagt LAV-Geschäftsführer Kai-Uwe Schmidt. Insgesamt 95 Helfer werden am Sonnabend in drei Schichten im Einsatz sein.

Nach den Deutschen Marathon-Meisterschaften 1974 und den Deutschen Straßenlauf-Meisterschaften 1990 ist die LAV nunmehr zum dritten Mal Ausrichter nationaler Titelkämpfe. Dass die LAV auch im Ultralauf schon jede Menge Meilensteine gesetzt hat, zeigt ein Blick in die SHLV-Rekordlisten. Mit Ursulas Schiweck (8:36:00 Stunden/1994) und Manfred Murk (6:48:53 Std/1997) halten zwei ehemalige Athleten der LAV Husum die schleswig-holsteinischen Rekorde im 100-km-Lauf.

Wem die 100 km zu lang sind, der kann sich in Husum in den Rahmenwettbewerben mit einem Marathon begnügen oder sich die Strecke in einer 10x-10-km-Staffel teilen. Für den Marathon und den Staffellauf können Kurzentschlossene noch bis zum frühen Sonnabend Morgen nachmelden.

Mehr Infos unter www.lav-husum.de.

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