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hoffnung auf em-medaillen : Der deutsche Meister will noch mehr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Gelungene Generalprobe: Die deutschen Strandsegler sind nach den nationalen Titelkämpfen gerüstet für die Europameisterschaft in St. Peter-Ording, die vom 21. bis zum 27. September im Nordseebad über die Bühne geht.

Zwei Wochen vor den Europameisterschaften in St. Peter-Ording ist Strandsegler Arne Kelm in bestechender Form. Bei schwachen Winden gewann Kelm im Nordseebad die Deutschen Meisterschaften in der Klasse 3, der so genannten Formel 1 des Landsegelns. Damit beendete der 31-Jährige aus Melsdorf bei Kiel die Serie von Hans-Werner Eickstädt, der das Strandsegeln in dieser Klasse jahrelang dominiert hatte. Zuvor hatte Kelm bereits die Qualifikationsserie für die Europameisterschaften gewonnen. In der Klasse Miniyachten siegte auf dem Ordinger Strand erwartungsgemäß der Titelverteidiger und amtierende Weltmeister Sven Kraja aus Schleswig.

Die dreirädrigen Segler fahren bei optimalen Bedingungen Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern auf dem harten Sand. Zum Vergleich: Die hochgerüsteten Katamarane, die beim America’s Cup segeln, erreichen etwa 80 Stundenkilometer.

Kelm peilt nun bei der Europameisterschaft einen Platz auf dem Treppchen an. „Aufgrund der starken Konkurrenz aus Frankreich und Belgien wird das sicher nicht einfach, aber ich hoffe auf den Vorteil, im heimischen Revier zu segeln“, sagt Kelm. In der Mannschaft, die aus den besten drei Piloten einer Nation gebildet wird, strebt der Segler die Silbermedaille an. „Endlich soll es mal Platz zwei vor den Belgiern werden“, wünscht sich der deutsche Meister, „die Franzosen schätze ich allerdings als zu stark ein, um sie zu schlagen.“

Nachdem am ersten Tag der deutschen Meisterschaften die Rennen wegen Flaute ausfielen, bewies Kelm tags darauf sein Können bei schwachen Winden: „Durch den richtigen Trimm des Segelwagens war es möglich, die zunächst vor mir liegenden Mitfavoriten auf dem Vorwind-Kurs zu überholen.“ Spannung kam kurz vor dem Start zum dritten Rennen auf. Binnen weniger Minuten frischte der Wind deutlich auf. Kelm bunkerte etliche Kilo Sand als Ballast im Segelwagen, „um den Druck in Geschwindigkeit umsetzen zu können.“ Der dritte Platz in diesem Rennen reichte ihm zur Meisterschaft. Titelverteidiger Eickstädt wurde Vizemeister, Bronze holte Arnd Mahrt, ebenfalls aus St. Peter-Ording.

Wenig spannend machte es Sven Kraja in der Klasse Miniyachten. Die kleinsten Landyachten segelten auf einem kürzeren Kurs fünf Rennen – in keinem musste sich der Segelmacher aus Schleswig geschlagen geben. Bei den Europameisterschaften hofft er, seinen Erfolg aus dem Vorjahr in Frankreich zu wiederholen. Auf Platz zwei fuhr Heiko Hartmann aus Emden. Bronze holte Sven Harder aus Hamburg.

Das nächste Großereignis steht bevor. Vom 21. bis 27. September finden am Strand von St. Peter-Ording die 49. Europameisterschaften der FISLY (Fédération internationale de Sand et Land Yachting) statt. 181 Piloten aus zehn Ländern gehen an den Start und tragen in sechs Klassen mit Segelwagen unterschiedlicher Konstruktion, Größe, Gewicht und Segelfläche ihre Rennen aus. Dazu kommen die besten Strandsegler Europas aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Schweden und der Schweiz an der Nordsee zusammen, außerdem kommt ein Pilot aus den USA. Ausgerichtet wird die EM vom YCSPO (Yacht Club St. Peter-Ording).

Nach der Eröffnung (am Sonnabend, 21. September, um 13 Uhr im Dünen-Hus) beginnen am Sonntag, 22. September die Wettkampftage, die wieder zahlreiche Zuschauer live verfolgen können. Die Rennen finden jeweils von 9 Uhr an in drei verschiedenen Kursen auf der sechs Kilometer langen Regattastrecke südlich der Seebrücke statt. Besonders spektakulär sind die Starts, bei denen bis zu 50 Piloten ihre Segelwagen anschieben und aufspringen. Zum ersten Mal als eigene Klasse vertreten sind in diesem Jahr die Miniyachten, sehr kleine und wendige Strandsegelwagen.

Der Yacht-Club hat reichlich Erfahrung in der Ausrichtung derartiger Veranstaltungen – bereits die erste Strandsegel-Europameisterschaft fand 1963 unter der Regie des YCSPO in St. Peter-Ording statt. Seither wurden auf der Sandbank südlich der Badestelle Bad neun Europameisterschaften und drei Weltmeisterschaften im Strandsegeln ausgetragen, darunter auch die erste WM im Jahr 1975. Südlich des Pfahlbaus Arche Noah gelten die Bedingungen für Strandsegel-Wettkämpfe als weltweit einmalig.

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